Kanto Erdbeben 1923

Ein schwarzer Tag für Japan

Die Ruhe vor dem Sturm, so kann man das große Kantō-Erdbeben am 01. September 1923 um 11:58 Uhr in der Kantō-Ebene auf der Hauptinsel Honshū in Japan beschreiben. Mit einer Stärke von 7,9 war sein Epizentrum die Sagami Bucht, die Nachbarbucht der Tokyo Bucht.

Mehr als 140.000 Menschen mussten wegen des Unglücks sterben.

Das Problem aber war nicht nur das Erdbeben, denn ungefähr zwölf Minuten später rollte ein Tsunami durch die Städte und riss alles nieder, was es nur kriegen konnte, und als das nicht genug wäre, wurde durch das abgerissene Holz ein Großbrand verursachtet und die Regierung aus Japan musste den Notstand ausrufen.

Tagelang war Japan danach beschäftigt eine Epidemie zu verhindern. So wurden die Leichen von den Straßen weggeräumt und es wurde verzweifelt nach Nahrung gesucht.

Währenddessen berichtete die ganze Welt von diesem Unglück, doch in Tokio erschien erst elf Tage danach wieder eine Zeitung.

Über 3 Millionen Menschen mussten nun ihr Leben auf der Straße verbringen, denn es zerstörte nicht nur fast die ganze Hafenstadt Yokohama, sondern auch große Teile des benachbarten Tokios, wo alleine mehr als 2,5 Millionen Menschen lebten.

Aus Panik und Not breitete sich sehr schnell ein Gerücht aus, was letztendlich zu einem Massaker führte: Viele Japaner gaben die Schuld der Brände den Koreanern oder Chinesen, die als Minderheit in Japan lebten. Daneben sollten sie die wenigen noch erhaltenen Brunnen vergiftet haben. So begann ein Aufstand gegen diese „Verbrecher“ und eine tobende Masse, die sogar teilweise von der Polizei toleriert und unterstützt wurde, machte sich auf, um sich zu rächen. Am Ende wurden mehrere tausend Koreaner und Chinesen umgebracht – meistens bestand die Mordwaffe aus Schwertern und Bambusspeeren.                   Ironischerweise schlachteten sie auch darunter Japaner ab, die irrtümlich für Koreaner gehalten wurden.

Die Wiederaufbaumaßnahmen begannen und Japan wollte nach vorne blicken. Besonders der Innenminister von Japan wollte Tokio einen neuen Glanz verschaffen, damit es so als Wahrzeichen für Japan stehen konnte. Nach sechs Jahren Renovierungszeit wurde Tokio zu einer komplett und zur seiner Zeit hoch entwickelten Stadt.

Doch aus Fehlern lernt man und so wurde schon bei den Baukonstruktionen darauf geachtet, gute Fluchtwege wie breite Straßen zu errichten und die neu angelegten Parks als Sammelort für zukünftige Fälle fungieren zu lassen.

Leider hielt die Blütezeit Tokios nicht sehr lange stand, denn schon einige Jahre später, im Jahr 1945, musste Japan erneut viele Städte, darunter auch Tokio, wiederaufbauen.

Selbst heute ist der 01.09 in Japan immer noch ein Gedenktag, an dem viele Katastrophenübungen stattfinden.

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Moin, moin aus Hamburg. Ich lese Korrektur für Japaniac und trete deshalb eher im Hintergrund auf!
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