Was bei uns zu Lande schon zum absoluten Standard gehört, ist in Japan noch immer nicht ganz unproblematisch. In Deutschland besitzt bereits jeder fünfte eine Tätowierung, von Piercings ganz zu schweigen. In Japan gelten Tattoos hingegen oft noch als Zeichen für Kriminalität, auch wenn sich die Zeiten ändern.

Hierzulande ist es insbesondere unter Jüngeren beliebt, seinen Körper modifizieren zu lassen. Laut einer Studie durch die Universität Leipzig führen Frauen diese Statistik an. Ein Drittel ist gepierct und sogar die Hälfte von ihnen trägt ein Tattoo. Ohrringe bekommen schon die kleinsten der Kleinsten bevor sie das Wort Ohrläppchen überhaupt aussprechen können.

Piercings in Japan: Unseriöser Schmuck

Das sogenannte Piercen der Lobes ist in Japan ebenfalls Usus. Der beliebte Körperschmuck ziert auch hier das ein oder andere Männerohr. Geht es doch in andere Körperregionen, bleibt die Aufhübschung durch Piercings teils fragwürdig. In Schulen, in denen die Vereinheitlichung durch Uniform und Co. üblich ist, sind sichtbare Piercings verboten (Ohr ausgenommen). Am Arbeitsplatz wirken Piercings schnell rebellisch und gelten als unprofessionell.

Stellung von Tätowierungen in Japan

Tattoos gelten nicht nur als unprofessionell, sondern werden sogar vielerorts mit Kriminalität in Verbindung gebracht. Sie gelten nicht nur als Kunst, sondern als Ausdruck von Gruppenzugehörigkeit. Hier ist schnell die Yakuza („japanische Mafia“) im Spiel. Um diese in der Öffentlichkeit fernzuhalten, sind vielerorts Tätowierungen verboten.

Insbesondere an Orten, wo viel Haut gezeigt wird wie Sportclubs oder den traditionellen Onsen sind die Körpermalereien problematisch, wenn nicht sogar verboten. Selbst das Abkleben ist hier schwierig, da in den Heißwasserquellen Fremdkörper nichts zu suchen haben.

Ausnahmen gibt es heutzutage jedoch nicht mehr wenig. Wer also ein Tattoo besitzt und nicht auf die Erfahrung im Onsen verzichten will, der sollte hier einen Blick rein werfen.

Körperkunst heute

Trotzdem haben sich die Zeiten geändert und Körpermodifikationen werden auch in Japan beliebter: In ländlichen Regionen weniger, in großen Städten mehr und mehr. Insbesondere Stars und Sternchen tragen gerne mal ein Tattoo oder Piercing. Man hat gelernt zwischen dem, was der ein oder andere als ästhetisch empfindet und Bandenzugehörigkeit, zu unterscheiden.

Dies ist sicher auch dem Touristenandrang zuzurechnen, der sich in den letzten Jahren drastisch erhöht hat. Als Nicht-Einheimischer zu Besuch im Land der Kirschblüten wird auch eher mal ein Auge zugedrückt, wenn es um die beliebte Körperkunst geht. Dies heißt jedoch nicht, das man nicht trotzdem versuchen sollte, sich an die Gepflogenheiten seines Reiselandes anzupassen.

Außerdem ist es seit einiger Zeit im Kommen, dass versucht wird den Status der Tattoos in Japan zu entstigmatisieren. Hierzu werden süße, meist weibliche, Anime-Charaktere als Tattoo Motiv ausgewählt und gestochen. Zu den sogenannten „Otattoos“ könnt ihr hier mehr lesen.

Info: Falls man sich ein künstlerisches Andenken aus dem Japan-Urlaub mitnehmen möchte, besteht inzwischen die ein oder andere Möglichkeit seinen Körper verschönern zu lassen, vor einigen Jahren noch undenkbar. Um ein geeignetes Studio zu finden, hilft das World Wide Web. Es ist ratsam den Besuch im Voraus zu planen. Insbesondere bezüglich Terminvergabe etc. sollte man sich vorher informieren.

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