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Das Schild „Keine Tattoos erlaubt“ kann ganz schön deprimierend sein, wenn man tätowiert ist und ein öffentliches Bad in Japan besuchen möchte. Doch keine Angst! Hier habt ihr eine kleine Liste von 5 Bädern und heißen Quellen, die vor allem tätowierte Gäste willkommen heißen.

Jeder von uns träumt davon mindestens einmal nach Japan zu reisen und das volle Paket zu genießen. Leider haben aber diejenigen von uns, die ein Tattoo besitzen, den schwarzen Peter gezogen. Denn das Schild „Keine Tattoos erlaubt“ ziert die Werbung von Wasserparks, öffentlichen Stränden und weiteren Orten. Unsereins überlegt sich dann gleich zweimal, ob man sich dem Ganzen aussetzen möchte.

Viel Spaß macht es nämlich nicht in ein Land zu reisen, das gerade für seine heißen Quellen bekannt ist, welche man dann nicht mal besuchen darf, oder?

Aber glücklicherweise hat sich die Sicht auf Tattoos in den letzten Jahren etwas geändert. Vor allem auch durch Tätowierer wie Aki, der sich den „Otattoos“ widmet. Denn mittlerweile gibt es einige tattoofreundliche Orte, wenn man weiß, wie man danach suchen muss. Außerdem kommen auch immer mehr heiße Quellen, Bäder und Fitnessstudios hinzu. Dies darf man allerdings dem Rugby World Cup 2019 und den Tokyo Olympics und Paralympics 2020 zugute schreiben.

Wenn ihr also in nächster Zeit nach Japan reisen und auf nichts verzichten wollt, dann haben wir hier eine kleine Liste für euch, die es sich definitiv lohnt sie auszuchecken.

1. Daikokuyu

Daikokuyu
© Daikokuyu

Das Daikokuyu besteht seit 1950 und wurde im Jahre 2014 komplett saniert. Das Bad ist gerade mal 10 Minuten zu Fuß vom Tokyo Skytree entfernt. Während der Renovierungsarbeiten kamen einige neue Highlights hinzu. Beispielsweise ein brandneues Freiluftbad, ein Sport- und Enstpannungsbereich.

Das Daikokuyu ist durch die praktische Lage bei sowohl Touristen, als auch bei Einheimischen sehr beliebt. Egal ob man eine Pause vom Sightseeing braucht oder sich Tokios historische Innenstadt zu Gemüte führen will.

Die Benutzung des Freiluftbads ändert sich täglich. An Tagen mit einer geraden Zahl ist das Bad den Frauen vorbehalten. Somit wechselt es also zwischen Männern und Frauen jeden Tag aufs Neue.

Die offizielle Webseite ist in japanischer, englischer und französischer Sprache verfügbar. Man sieht also, dass das Bad auch bei internationalen Besuchern beliebt ist.

2. Matsunoyu

Matsunoyu
© Matsunoyu

Das Badehaus ist gerade einmal 2 Minuten von der Nakanobu Station entfernt. Diese Haltestelle befindet sich auf der Toei Asakusa Linie.

Das Matsunoyu ist ein schickes öffentliches Badehaus, welches alle Annehmlichkeiten besitzt, die ein Bad haben sollte. Außerdem gibt es ein privates Freiluftbad, welches von äußerlichen Blicken geschützt ist. Zudem verfügen sie über hilfreiche Guides, und das auch noch in vielen Sprachen.

Hier habt ihr noch den Link zur offiziellen Homepage, welche aber leider nur auf Japanisch verfügbar ist.

3. Mikokuyu

Mikokuyu
© Mikokuyu

Ein 20-minütiger Spaziergang vom Tokyo Skytree aus bringt euch zum Mikokuyu, ein komplettes Gebäude für ein Badehaus, welches 2015 komplett renoviert wurde. Außerdem sind hier nicht nur tätowierte Besucher willkommen, es ist auch barrierefrei gehalten. Somit können auch Leute mit körperlichen Beeinrächtigungen ein wohltuendes Bad durch leichten Zugang genießen.

Das Mikokuyu ist auf mehrere Stockwerke aufgeteilt. Die Lobby befindet sich im ersten
Stock, die Bäder hingegen auf dem 4. und 5. Stockwerk. Die Bäder werden nach Geschlechtern getrennt und es findet ein wöchentlicher Wechsel zwischen dem 4. und 5. Stock statt, damit man den Flair beider Bäder genießen kann.

Besonders reizt hier das Freiluftbad im 5. Stock, welches eine atemberaubende Sicht auf den Skytree gewährt. Der wöchentliche Wechsel der Bäder zieht unzählige Besucher das ganze Jahr über an.

Einen Link zur japanischen Homepage findet ihr hier.

4. Sukeroku No Yado Sadachiyo

Sukeroku No Yado Sadachiyo
© Sukeroku No Yado Sadachiyo

Das Sukeroku No Yado Sadachiyo ist ein charmantes Ryokan – japanisches Hotel – bekannt für seine Weidenbäume. Von der Tokyo Metro Asakusa Station ist das Hotel innerhalb 10 Minuten erreichbar.

Sowohl die äußere, als auch innere Gestaltung des Ryokans werden euch ein Gefühl vermitteln, als ob ihr gerade eine heiße Quelle auf dem Land besucht. Zumindest dank den weißen Wänden, gefliestem Dach, der Papierlaternen und der Rikscha vor dem Hotel.

Was dieses Hotel jedoch von den anderen absetzt, sind die zwei Bäder. Zum Beispiel gibt es das Sakuragayu, ein Bad, welches aus dem duftenden Holz der Hinoki-Scheinzypressen erbaut wurde. Die Hinoki-Scheinzypresse gilt als luxuriöses Holz, welches fast ausschließlich in hochwertigen Hotels Verwendung findet.

Die offizielle Homepage ist auch hier auf japanischer oder englischer Sprache verfügbar.

5. Jakotsuyu

Jakotsuyu
© Jakotsuyu

Das Jakotsuyu ist ein öffentliches Badehaus mit heißer Quelle, welches ca. 7 Minuten vom Sensoji Tempel in Asakusa entfernt liegt. Bekannter ist es wohl unter dem Namen Kuroyu, eine natürliche schwarze Quelle mit Koiteich.

Doch hier kann man seine Seele nicht nur im Freiluftbad baumeln lassen. Hier gibt es auch ein Denkibad, welches leichte elektrische Ströme im Wasser aufweist. Auch Saunen fehlen hier keinesfalls. Es ist jedenfalls als guter Einstig geeignet, wenn man neu zu der Szene der heißen Quellen und Badehäuser hinzustoßt. Denn hier kann man in alles hineinschnuppern und herausfinden, was einem am meisten zusagt.

Die Website ist zum jetzigen Zeitpunkt leider nur auf Japanisch verfügbar.

Bonus: eine heiße Quelle mit Ryokan in Hakone

Hakone Guest House Samurai Oyado
© Hakone Guest House Samurai Oyado

Hakone liegt in der Kanagawa Präfektur und ist ca. 1,5 h von Shinjuku entfernt. Hakone gilt als eines der beliebtesten Reiseziele in Japan, wenn es um heiße Quellen geht. Der Kadokara Onsen ist einer der ältesten Onsen, eine heiße Quelle, die Besucher seit mehr als 850 Jahren von überall herlockt.

Seit Mai 2017 gibt es hier auch das Hakone Guest House Samurai Oyado. Hierbei handelt es sich um ein Gasthaus im traditionell japanischen Stil. Internationale Besucher dürfen sich auch freuen, denn hier ist der komplette Service auch in englischer Sprache verfügbar. Der Höhepunkt dürfte trotzdem der Kodakara Onsen darstellen, welchen man natürlich tätowiert besuchen darf.

Auch bei dem neuen Ryokan könnt ihr die Website auf Englisch abrufen.

Nichts dabei für euch? Dann haben wir hier noch einen Tipp!

Falls die aufgezählten Bäder nichts für euch sind oder ihr euch einen anderen Teil Japans anseht, heißt das noch lange nicht, dass ihr auf die heißen Quellen verzichten müsst. Denn es gibt auch wasserresistente Aufkleber, welche euer Tattoo vollständig überdecken.

Wenn euch bisher ein Tattoo von einer Reise nach Japan abgehalten hat, dann habt ihr nun einige Anregungen, wie ihr euren Aufenthalt in vollen Zügen genießen könnt. Also nichts wie los! Koffer packen und ab geht es in das Land der heißen Quellen!

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QUELLEMatcha
Seit 16 Jahren begleiten mich Manga und Anime auf meinem täglichen Lebensweg. Nicht zu selten ist es schon passiert, dass ich deshalb neuen Platz in meiner Wohnung schaffen musste. Derzeit studiere ich Anglistik und Germanistik. Eine meiner größten Leidenschaften gilt dem Verfassen von Texten, hauptsächlich Fanfiction, die natürlich auch auf Anime basieren.
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