Wenn man an Japan denkt, fallen einem meist Dinge wie Anime, Geisha und eben Sushi ein. Doch dieser Snack ist in Deutschlands Haushalten eher selten anzutreffen. Wohl auch deshalb, weil viele nicht so recht wissen, wie sie die Reisrollen richtig zubereiten sollen. Kochbücher halfen dabei bisher eher wenig, da die Geheimnisse der japanischen Kochkunst nie wirklich durchgedrungen sind.

Zum Glück leben wir nun im Zeitalter der mobilen Vernetzung, was uns zur Sooshi-App bringt. Diese kompakte App ist bisher leider nur für iOS, also Apple, verfügbar, wird aber hoffentlich auch bald Android erreichen, da hier 80% der Smartphone-Nutzer angesiedelt sind. Natürlich gibt es schon einige Apps für Sushi-Anfänger, doch diese scheint etwas Besonderes zu sein. Nicht zuletzt, weil sie von Deutschen entwickelt wurde.

Ich bin nur zufällig auf diese App gestoßen und wollte nach kurzer Einsicht schon ein Review dazu schreiben. Warum? Weil das Design und die Erklärungen selbst den schlechtesten Köchen eine Chance bieten. Zunächst sei gesagt, dass die folgenden Bilder zum Inhalt der App keine echten Materialien enthalten. Jedes Element wurde mit 3D-Programmen und Bildbearbeitungsprogrammen erzeugt. Bei der täuschend realistischen Darstellung kaum zu glauben.

Aufbau

Beim Öffnen der App gibt es 5 Menü-Punkte, die es zu erforschen gilt. Diese wären „Sushi“, „Utensilien“, „Fisch“, „Zutaten“ und „Restaurants“. Neben einer Großansicht der einzelnen Menüpunkte gibt es auch eine Kompaktansicht, die man leicht erreichen kann. (s. Bild 2)

menu1

menu2

Die Menüpunkte 1-4 dienen der Erläuterung der Sushi-Sorten, Zutaten, der verwendeten Utensilien und der Fischsorten, die für Sushi üblich sind. Ich persönlich finde die Übersetzungen ins Japanische bei allen Punkten praktisch, da so für Japanisch-Fans ein Lernfaktor extra geschaffen wird. Unter dem Menüpunkt „Sushi“ ist auch gleich die Erklärung zur Zubereitung dabei. Diese Erklärung ist als Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Illustrationen und Texten zum besseren Verständnis konzipiert.

Unter dem Punkt „Fisch“ ist statt einer Anleitung zur Zubereitung ein Crash-Kurs in Thunfischanatomie drin. Neben verschiedenen Fisch-Arten sind auch Muschel-Arten und Kaviar-Sorten in eigenen Kategorien erklärt. Bei „Utensilien“ wird die richtige Schleiftechnik für japanische Messer beschrieben und illustriert. Dabei muss ich aber sagen, dass hier die Erklärung zu kurz kommt. Eine Animation wäre hier vielleicht sogar noch hilfreicher. Beim Punkt „Zutaten“ werden logischerweise die einzelnen Zutaten des Sushi erklärt. Allerdings verbirgt sich hier ein wertvoller Hinweis. Eine How-to-Anleitung zum Sushi-Reis Kochen ist hier nämlich vorhanden. Wo noch beim Schleifen zu wenig Erklärung war, kann man hier nicht meckern. Sogar an einen Timer für die Kochzeit wurde hier gedacht. Das Wichtigste hier aber ist das Geheimnis der Reissoße, die durch das richtige Verhältnis von Sushi-Essig, Salz und Zucker erreicht wird. Auch die Anwendung ist wichtig und wird hier endlich gelüftet.

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Der letzte Punkt, „Restaurants“ ist besonders für die Kochfaulen wichtig. Denn hier wird eine schön gestaltete Karte gezeigt, die bei Angabe der Stadt alle Restaurants anzeigt, die Sushi anbieten. Da diese App von Deutschen ist, sind die Einträge für Deutschland wohl nahezu vollständig, sodass man die Qual der Wahl hat. So kann noch manch einer ganz neue Lokalitäten im gewohnten Umfeld entdecken.

Design

Das Design ist, wie schon vorher erwähnt, einfach klasse gemacht. Die schwarz/weiße Optik mit bunten Menü-Punkten schafft einen angenehmen Kontrast. Auch die Idee mit den sich bewegenden Grafiken, wenn das Smartphone bewegt wird, ist sehr durchdacht. Wenn ich es nicht wüsste, würde ich meinen, diese App wurde von Amerikanern gemacht. Mehr deutsche Entwickler sollten sich so viel Mühe geben. Auch die Google Maps-Karte für Restaurants wurde an die App angepasst. Statt des eigentlich orangenen Designs der Gebäudeflächen ist hier grau vertreten. Flüsse haben ein dunkles Blau, sodass alles viel nativer wirkt.

App-Beispiele

Nutzerempfinden

Die Nutzung ist einfach und übersichtlich. Das liegt wohl auch daran, dass man noch einige Einträge in den Kategorien ergänzen könnte. Hier besteht Ergänzungsbedarf, da mir persönlich noch ein paar Sushi-Arten einfallen würden, die in der Auflistung fehlen. Auch eine Anleitung zum Tamago Kochen vermisse ich hier. Weiter zur Nutzung des Gyrosensors, der Handbewegungen auf die Grafiken im Hintergrund überträgt. Dieser läuft flüssig und beeindruckt durch den nativen Effekt. Die Ladezeiten sind angenehm schnell, wobei dies nur bei einem iPhone 4S gesagt sei. Ein älteres Modell könnte eventuell langsamer funktionieren. Ansonsten gibt es keine Anmerkungen hierzu.

Preis-/Leistungsverhältnis

Die deutschen Entwickler haben viel Mühe in die liebevoll erarbeiteten Grafiken gesteckt. Auch der Aufbau und die kleinen Gimmicks, die es so vollständig wirken lassen, müssen entlohnt werden. Hierfür bezahlt man stolze 1,79€ für die App. In einer Zeit, in der etwa 80-90% aller Apps kostenlos sind, ein gewagter Schritt. Doch würde wohl eingeblendete Werbung das Gesamtkonzept und Design zerstören. Deshalb ist dies wohl ein angebrachter Preis. Hier lässt sich erkennen, warum es noch keine Android-Version gibt. Android-User sind statistisch gesehen geldknapper als Apple-Nutzer, weshalb im Android-Universum viele Entwickler auf In-App-Werbung setzen, um die Kosten für die Entwicklung wieder hereinzuholen. Deshalb bleibt es wohl abzuwarten, ob eine Android-Version in dem Umfang oder dem Design erscheint. An sich würde ich aber das Verhältnis zwischen Preis und Leistung als „gut“ einschätzen.

Wer sich nun durch dieses Review überzeugt sieht, die Küche unsicher zu machen, mehr Informationen zur App gibt es hier:

Sooshi
Sooshi
Preis: Kostenlos

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