Nachdem wir bereits dem ersten Band der Tetralogie unserer Leserschaften empfehlten, möchten wir in der folgenden Review prüfen, ob auch die Fortsetzung an diesen Ersteindruck anknüpfen zu vermag.

Wie bereits der Auftakt, wurde auch diesem Band ein edles Großformat und eine Karton-Haptik verpasst. Zusätzlich begrüßen den Leser direkt acht Hochglanz-Seiten, davon sechs Stück in Vollfarbe. Qualitativ überzeugt also auch die Fortsetzung bereits.

Handlung

Der Oberschüler Tasuku hat sich mittlerweile in der Lounge von Frau Jemand eingelebt – so geht er dort aus und ein, Tag ein, Tag aus. Bei seinen Besuchen lernt er auch den jüngeren Shuuji Misora kennen. Auch dieser hat einen besonderen Grund, warum er die Lounge aufsucht.

So bietet diese doch den einzigen Ort, an dem er seiner eigentlichen Natur nachgehen kann. Zwar wurde Misora als biologischer Junge geboren, doch scheint dies sich nicht mit seiner Identität zu decken. Die Lounge von Frau Jemand sowie die dortigen Gäste unterstützen das Transmädchen dabei.

Doch ist sie noch sehr jung und sich ihrer Gefühle und Identität unsicher. Ein Konflikt zwischen Misora und Tasuku soll die Stimmung innerhalb der Lounge schlagartig ändern. Ob ein weiteres Miteinander möglich ist?

Der zweite Band führt die LGBT-Thematik glaubwürdig und emotionsgeladen fort, weswegen wir erneut 10,0 Punkte für die Handlung vergeben.

Zeichenstil

Visuell befindet sich der Titel weiterhin auf einer extraordinären Ebene. Stets ist X-Gender Autor Yuhki Kamatani um das Präsentieren von Emotionen bemüht – und schuf auch in diesem Band, insbesondere mit dem Festivalbesuch, einen ganz besonderen Abschnitt.

Neben der Handlung sind auch eben jene Zeichnungen ein Suchtfaktor der Geschichte. Die Dualität der Illustrationen reicht von schlicht bis überragend – doch stehts ist die Liebe in jedem Panel präsent.

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Die eher geringe Textfülle bietet darüber hinaus den großartigen Bildern genügend Platz zur Entfaltung und lässt daher nicht nur die Worte sprechen. Die Bebilderung entlohnen wir erneut mit 10,0 Punkten.

Perspektive

Im Fokus der Geschichte steht weiterhin Protagonist Tasuku, der in seiner neuen Umwelt allmählich Stabilität zu finden vermag und doch stets mit unbekannten Umständen konfrontiert wird.

Die Begegnung mit dem MtF-Transgender (auch: Transfrau) Shuuji Misora erleuchtet nicht nur den jungen Schüler, sondern auch jene Leserschaft, die noch keine Einblicke in die Gefühle von Transgendern erhielt.

Der Manga vermittelt auf weitgehend realistische Art und Weise sowie einem sympathischen Tenor der Handlung die Probleme der LGBT-Community gegenüber einem breiten Publikum. Auf Sexualisierungen der Charaktere verzichtet Kamatani gänzlich.

10,0 Punkte vergibt die Japaniac-Redaktion für die Perspektive.

Fazit

Wie auch bereits der erste Band, überzeugt auch die Fortsetzung auf ganzer Linie. Wer bist DU zur BLAUEN stunde ist hierbei ein aufklärerischer Manga, der ein potentiell breites Publikum anspricht. Neben den Problemen der Gay-Community, fokussiert sich der zweite Band hierbei maßgeblich auf die (innerlichen) Konflikte junger Transpersonen.

Dennoch zeigt sich das Werk sicherlich nicht nur für unmittelbar betroffene Menschen als empfehlenswert. So offeriert jene Serie doch einen humanen Einblick in die Gefühlswelt ihrer Charaktere und bleibt auch Community-fremden Individuen offen.

Die hochwertige Aufmachung durch die Redaktion von Carlsen Manga rechtfertigt den Preis im Wesentlichen – wenngleich eine vergleichsweise schnell einsetzende Vergilbung unseres Exemplares festzustellen ist. Für jenes Prüfsexemplar und die damit einhergehende Unterstützung durch den deutschen Verlag Carlsen Manga bedanken wir uns herzlich.

Hier kannst du die Serie beispielsweise (vor)bestellen: 

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Handlung
10,0
Zeichenstil
10,0
Perspektive
10,0
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2000

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