Review zu Unter der Oberfläche, Einzelband

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Jeder Monat hält so einige Boys Love-Titel parat. Dieses Mal wollten wir den Manga Unter der Oberfläche genauer begutachten und legen euch unsere Eindrücke vor.

Der vorliegende Manga ist als Kurzgeschichtenband deklariert und umfasst dementsprechend fünf Kurzgeschichten in 6 Kapiteln. Bei der ersten und letzten Kurzgeschichte handelt es sich um komplett eigene Handlungsstränge. Die anderen Geschichten spielen im selben Universum, wodurch einige Charaktere öfters vorkommen.

Handlung

„Gott“ dürfte man getrost als wiederkehrenden Charakter beschreiben. Ihm wird nachgesagt, und er behauptet auch selbst von sich, dass er mit Geistern kommunizieren könne. Welche Rolle das jeweils in den Geschichten spielt, möchten wir jedoch nicht vorwegnehmen. Durch seine ehrliche und hilfsbereite Art gilt er als Heiligtum der Stadt Tadano.

In Wirklichkeit arbeitet dieser beim Gemeindeamt in der Bauabteilung. So lernt er auch die Protagonisten der anderen Kurzgeschichten kennen, da alle für die selbe Abteilung tätig sind. So zerreißen den Angestellten Toriumi beispielsweise die tiefen Schuldgefühle gegenüber seinem Arbeitskollegen, wodurch er sich auf keinen Partner, auch wenn der ihm quasi vor die Nase gesetzt wird, einlassen kann und möchte.

So haben auch die Partner Hodoka und Asahi Probleme in ihrer Beziehung. Der Eine sehr enthusiastisch während Hodoka Zärtlichkeiten wie Händchenhalten in der Öffentlichkeit schon zu viel ist. Doch was steckt in Wirklichkeit hinter Hodokas Zurückhaltung?

Da der Band aus Kurzgeschichten besteht, ist es relativ schwierig in so kurzer Zeit Tiefgang zu entwickeln. Zumindest die erste und letzte Geschichte weisen diese Problematik auf. Bei den Anderen ist dies weniger der Fall, da einige Charaktere ein weiteres Mal vorkommen. Dabei verfügt jede Kurzgeschichte über verschiedene Protagonisten.

Besonders überzeugt hat uns die zweite Kurzgeschichte, welche trotz geringem Umfang sehr emotional ist und die eine oder andere Träne herauskitzelte. Solche Gefühle bei einer so begrenzten Seitenzahl hervorzurufen, verdient ein großes Lob.

Ein paar Kurzgeschichten des Bandes sind besonders gelungen, während man die anderen als durchschnittlich gut beschreiben könnte. Daher vergeben wir eine Wertung von 8,0 Punkten.

Zeichenstil

Unter Der Oberflaeche Cover 01h5pvqdelhd8cc
AWA NIMO NARENAI KOI NARABA © 2017 Emi Mitsuki by Takeshobo Co. Ltd. © TOYOPOP GmbH, Hamburg 2020

Emi Mitsukis Kurzgeschichtenband erschien in Japan bereits im Jahr 2017. Die Linien erscheinen weniger kantig, sondern recht glatt und geschmeidig. Bei einigen Charakteren wurde durchaus viel Wert auf deren Frisur gelegt. Diese sind oft voluminös und überwiegend gelockt. Allein dieser Aspekt verleiht den Charakteren eine gewisse Wärme, Charme und Liebenswürdigkeit.

Ansonsten legt der Manga viel Wert auf die Mimik der handelnden Personen, um so leichter die verborgenen Gefühle in sehnsüchtigen Blicken zu transportieren. Um diesen Effekt zu verstärken, erstrecken sich die Gesichter zumeist über zwei Panels. Da der Fokus mehr auf dem Text und der Mimik der Charaktere liegt, sind Hintergründe zum Teil ausgespart.

Bei Unter der Oberfläche handelt es sich nicht nur um einen zarten Boys Love-Titel, denn dieser geht auch direkt zur Sache. So bleibt es meist nicht nur bei zarten Küssen oder sanften Berührungen, auch expliziter Sex ist ein wesentlicher Bestandteil im vorliegenden Band. Auch hier ist einiges geboten und wohl für jeden Geschmack etwas dabei.

Der Zeichenstil weiß wohl zu gefallen, wobei an gewissen Stellen mehr Detailreichtum wünschenswert wäre. Eine Wertung von 9,5 Punkten erscheint uns als angemessen.

Perspektive

Da es sich bei Unter der Oberfläche um einen Kurzgeschichtenband handelt, gibt es auch dementsprechend viele Protagonisten. So kann eine Perspektive definitiv nicht eintönig wirken.

Innerhalb der Kurzgeschichten legt sich die Perpektive meist auf einen der Hauptcharaktere fest. Dennoch bedeutet dies nicht unbedingt, dass man über die Gefühle und Gedanken des Gegenparts nichts erfährt. Die Perspektive erscheint dadurch als ausgewogen und überaus abwechslungsreich.

Bei der ersten und letzten Kurzgeschichte wird jedoch recht wenig auf etwaige Nebencharaktere eingegangen. Bei den Anderen ist dies weniger der Fall, da hier fast alle Charaktere als eigenständige Protagonisten in ihren Kurzgeschichten agieren dürfen. Trotz dessen sollte bewusst sein, dass nicht allzu tief auf die Charaktere im Gesamten eingegangen wird.

Unter Berücksichtigung des Formats eines Kurzgeschichtenbandes bewerten wir die Perspektive mit 8,0 Punkten.

Fazit

Unter der Oberfläche spielt mit seinen Kurzgeschichten definitiv in der oberen Liga. Einfühlsam, sexy und gefühlvoll zugleich – alles, über was ein Boys Love-Titel verfügen sollte. Der Band macht eindeutig Geschmack auf mehr.

Durch die wiederkehrenden Charaktere fühlt man sich nicht in allen Geschichten fremd, sondern stets willkommen. Auch deren herzliche Art lädt zum Lesen und vor allem zum Weiterlesen ein.

Um euch ein Bild vom Manga zu machen, stellt der Verlag TOKYOPOP eine mehrseitige Leseprobe zur Verfügung.

Wir bedanken uns herzlich bei TOKYOPOP für die Bereitstellung eines Rezensionexemplares.

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