Tokyo Tribe, das ominöse Rap-Musical, hat es nach Deutschland geschafft! Wir haben von AV Visionen die Blu-ray zur Rezension erhalten und sind mehr als überrascht. Die Realfilmfassung, die dem Manga „Tokyo Tribe 2“ entspringt, hat seinen ganz eigenen Charme.

Bevor wir mit dem Review beginnen, noch ein paar kurze Infos zum Aufbau des Reviews: Die Themen „Handlung“ und „Unterhaltungsfaktor“ fließen nicht in die Bewertung am Ende ein, da es sich hier um subjektiv zu betrachtende Punkte handelt. Da jeder Mensch ein anderes Genre bevorzugt, kann hier einfach keine allgemeine Bewertung erfolgen.

Die restlichen vier Kategorien bekommen je eine Punktzahl zwischen 0–10, sodass am Ende ein Durchschnitt von satten 10 möglich ist. Also, fangen wir an!

Inhalt

Wir haben zwar nur die Rezensionsfassung in Form einer einfachen Disk ohne Hülle erhalten, weshalb wir Extras nicht bewerten können, aber zumindest den Inhalt der Blu-ray können wir verraten. Dieser ist ehrlich gesagt nicht gerade spannend. Mit drei Menüpunkten (Start, Kapitel, Credits) gibt es keine tollen Extras wie Regisseur-Interviews oder so. Bei ca. 20€ für die Blu-ray ist das also etwas happig. Schauen wir also mal anhand der weiteren Kritikpunkte, ob sich ein Kauf dennoch lohnt. Der Inhalt jedenfalls erhält eine Wertung von 6,5.

Daten
Veröffentlichungsdatum: 26. Februar 2016
Medium: BD
Film: 1x
Länge: 116 Minuten
Bonus: keine
Sprache: Japanisch (DTS-HD 5.1)
Untertitel: Deutsch
Format: 1920 x 1080 p (BD)
FSK: 16 Jahre

Handlung – Tokyo Tribe

Fünf Jahre nach der Shibuya-Revolte haben sich 23 Klans in Tokyo geformt. Jeder Klan besetzt ein bestimmtes Gebiet der Stadt. Folgende 7 Klans und deren Stadtteile werden im Film erwähnt:

  • Shibuya – Shibuya Saru
  • Shinjuku – Shinjuku Hands
  • Kabukicho – Gira Gira Girls
  • Nerima – Nerimuthafuckaz
  • Bukuro – Wu-Ronz
  • Musashino – Musashino Saru
  • Koenji – Koenji Jack

Diese Klans bekriegen sich seit der Revolte, nur die Musashino Saru wollen mit dem Motto „Love & Peace“ leben. In der Handlung will Wu Ronz’ Anführer Merra aus persönlichen Gründen ein Mitglied von Musashino Saru, Kai, vernichten. Er versucht, Kai in eine Falle zu locken, tötet aber aus Versehen Musashino Sarus Anführer Terra und das Chaos beginnt …

Die Handlung von Tokyo Tribe ist anfangs recht komplex, da viele Namen auftauchen und teilweise die Geschichte Lücken aufweist, denn die rappenden Charaktere machen es nicht einfacher, alles zu verstehen. Aber das ist auch gut so. Denn ansonsten würde der Gesamteindruck aus billigen Effekten und überspitzter Szenerie zu sehr auffallen. Dem Zuschauer werden jedenfalls Drogen, Sex, Prostitution, Mord und Roboter begegnen. Klingt verrückt? Das ist eben Tokyo Tribe!

Qualität

Tokyo Tribe BattleDer Film wirkt sehr farbenprächtig und schillernd, sodass man ungern wegschaut. Leider werden keine Hollywood-Kameras genutzt, da teilweise die Szenen etwas verwaschen aussehen bzw. einfach unscharf oder körnig. Aber das ist eben in der japanischen Filmwelt normal, weshalb das nicht in die Bewertung einfließt.

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Bei schnellen Szenen ist außerdem leichtes Ghosting zu erkennen, was vor allem in der Timelapse-Tunnelszene deutlich wird. Erneut liegt das wohl an der Kameraart. Letztendlich gebe ich dem Film für japanische Verhältnisse eine Wertung von 8,4.

Untertitel (Sub)

Der Untertitel war für die Übersetzer sicherlich eine Herausforderung. Die Charaktere haben im US-amerikanischen Stil Gangster-Rap präsentiert, der jedoch teilweise ärmer war. Das richtig rüberzubringen ist eine Kunst für sich. Die Übersetzer haben dies jedoch genial gelöst. Es fallen dabei auch einige Wörter, die wohl dazu beigetragen haben, dass der Film erst ab 16 ist.

Die Untertitel selbst sind teilweise recht kurz zu sehen, was bei so einem handlungsreichen Film etwas schwierig zu lesen ist. Man möchte ja nichts verpassen! Wenigstens gab es keine Rechtschreibfehler, die einen ablenken könnten. Im Großen und Ganzen erhält der Sub eine Wertung von 9,6.

Kulisse & Effekte

Tokyo Tribe SamuraiTokyo Tribe glänzt nicht gerade bei den Effekten. Leicht zu erkennende Stunt-Platzierungen sind die Regel. Auch ein auftauchender Panzer wird mit billigem CGI animiert und wirkt mehr schlecht als echt. Blut-Gesplatter wird auch unrealistisch animiert, wobei das manch ein YouTuber besser macht. Die Kulisse dagegen wirkt immer sehr aufwendig inszeniert. Viele Elemente, überall Feuerwerk und verschiedene Lichter. Die Mehrheit der Statisten trägt personalisierte Kostüme und wirkt dadurch erst richtig authentisch. Was also die Effekte fehlen lassen, wird durch die Kulisse wieder wett gemacht.

Aber irgendwie gehören diese ganzen schlechten Effekte auch zu dem Format von Tokyo Tribe. Eine Art Rap-Musical in einem fiktiven Tokyo, dessen Figuren vollkommen überspitzt sind, sollte nicht seriös wirken. Deshalb wirkt der Film am Ende so stimmig. Dennoch erhält diese Rubrik eine Wertung von 7,2.

Unterhaltungsfaktor

Tokyo Tribe Rappende OmaDie gesamte Story wird immer mal wieder von einem Klanmitglied der Musashino-Saru untermalt, der Zusammenhänge durch Rap erklärt. Auch eine Oma am Turntable dropt ab und zu den Beat. Ohne Mist, sie sagt selbst, dass sie den Beat dropt! Solche Elemente und ständig überspitzte Situationen, die teilweise eher lächerlich sind, bringen dem Zuschauer Unterhaltung, sodass einem gewiss nicht langweilig wird. Vor allem die einzelnen Charaktere bringen Stimmung in die Bude, wobei Nerimuthafuckaz’ Anführer, eine Art japanischer Snoop Dogg, nicht hätte sein müssen!

Fazit

Wir Deutschen mögen generell die japanische Filmszene nicht so sehr, weil diese oft billig produziert werden und wir eher an Hollywood gewöhnt sind. Dennoch hat Tokyo Tribe einen besonderen Charme. Dies ist wohl auch der Grund, dass es der Film überhaupt nach Deutschland geschafft hat. Mir hat der Film letztendlich sehr gefallen und ich kann ihn nur jedem empfehlen, der nichts gegen Musicals im Allgemeinen hat!

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ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Inhalt
6.5
Qualität
8.4
Untertitel (Sub)
9.6
Kulisse & Effekte
7.2
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