In letzter Zeit bekamen wir einiges an Review-Material. Heute beschäftigen wir uns mit der ersten Volume von The irregular at magic high school als Blu-ray, das uns von KSM bereitgestellt wurde. Der Originaltitel des im April 2014 erschienenen Anime lautet Mahōka Kōkō no Rettōsei oder kurz „Mahōka“.

Ein paar kurze Infos zum Aufbau des Reviews: Die Themen „Handlung“ und „Unterhaltungsfaktor“ fließen nicht in die Bewertung am Ende ein, da es sich hier um subjektiv zu betrachtende Punkte handelt. Da jeder Mensch ein anderes Genre bevorzugt, kann hier einfach keine allgemeine Bewertung erfolgen.

Die restlichen vier Kategorien bekommen je eine Punktzahl zwischen 0–10, sodass am Ende ein Durchschnitt von satten 10 möglich ist. Also, fangen wir an!

Der Inhalt

Wie schon bei FMA:Brotherhood bekamen wir eine Presse-Blu-ray ohne Packung und Inhalt. Deshalb kann ich zu diesem keine wirklichen Angaben machen. Die Blu-ray jedoch enthält alle Extras, die auch in der Kaufversion vorhanden sein werden. Insgesamt enthält die Disc 7 der 26 Episoden.

Nach den obligatorischen Logo-Animationen und Warnhinweisen folgt erstmal der Trailer zu FMA:Brotherhood, zu dem wir bereits ein Review geschrieben haben. Danach folgt das Menü. Hier war ich etwas enttäuscht. Aufgrund verschiedener Probleme, auf die ich später eingehen werde, habe ich die Blu-ray am PC und mit einem Blu-ray-Player getestet. Auf beiden gab es Probleme bei der Reaktionsfähigkeit des Menüs. Wenn man einzelne Punkte anklickt, kommt man nur verzögert oder gar nicht mehr weg.

Das liegt schlicht und einfach an der Tastensteuerung, die hier ungewohnt genutzt wird. Man muss jedes Mal nach unten navigieren, um den Menüpunkt zu schließen. Das hätte man intuitiver lösen können, da es mir einige Minuten an Frustration gebracht hat.

Das Menü besteht aus folgenden Punkten:

  • alle abspielen
  • Episoden
  • Sprachen (Dub: Deutsch/Japanisch; Sub: Deutsch)
  • Extras

Bei den Extras war ich positiv überrascht, da die Specials namens „Grundkurs in Magie 1–3“ vorhanden waren. Normalerweise sparen Verlage daran, da dies extra Lizenzkosten bedeutet. Dafür ein Pluspunkt. Auch Trailer, Opening und Ending sind dabei. Daneben noch ein paar Werbe-Teaser und eine Bildergaleria, die ich einfach mal ignoriere.

Aufgrund der schlechten Menübedienung und der guten Extras ist wohl eine Wertung von 8,3 angemessen.

Die Handlung

Mahōka handelt von den Geschwistern Tatsuya und Miyuki Shiba, die in eine High School für Magie gehen. Dabei werden die Schüler zwischen den talentierten Blüten- und den eher schwächeren Gras-Gruppen unterschieden. Die begabte Miyuki kommt in die Blüten-Klasse, während ihr Bruder Tatsuya in die Gras-Klasse kommt. Die beiden müssen nun den anstrengenden Schulalltag meistern. Vor ihnen liegen aber kaum ruhige Schultage, sondern viel Aufregung und Gefahren.

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Die beiden Geschwister Tatsuya (l.) und Miyuki (r.)

Dabei sticht Tatsuya als ruhiger und cooler Typ als Protagonist hervor, der trotz seiner schlechten Test-Ergebnisse immer wieder mit ungeahnten Fähigkeiten überrascht. Durch verschiedene dunkle Mächte werden die Geschwister immer wieder in komplizierte Situationen gedrängt. Doch Tatsuya hat doch meistens alles im Griff.

An sich ist die Handlung recht ungewöhnlich und alles fühlt sich wie eine komplett andere Welt an. Und genau so sollte es auch sein. Der Zuschauer muss sich in eine neue Realität eingewöhnen, um alles zu verstehen. Dazu kommt noch der Bruder-Komplex von Miyuki, der die Situationen des Öfteren auflockert.

Mit guten Action-Szenen, tollen Dialogen und einer grafisch gelungenen Aufarbeitung des Manga wirkt die Handlung nicht hölzern oder zu verrückt. Eben genau richtig.

Die Qualität

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Tatsuya Shiba in Aktion

An sich lässt sich bei der Qualität nichts Schlimmes finden. Hier kann man auch auf die Qualität von FMA hinweisen. Da der Anime jünger ist als FMA ist auch das Material besser und somit die Qualität höher. Deshalb ist hier eine Wertung von 9,8 in Ordnung.

Die Synchronisation (Dub)

Ja, die Synchronisation. Ein verhasstes Thema bei deutschen Fans, da diese Sache oft nicht leidenschaftlich genug umgesetzt wird. Dann entstehen Dubs, die einem die Ohren bluten lassen. Und tatsächlich ist es hier bei manchen Charakteren dazu gekommen. Wer die Original-Version kennt, wird diesen Dub nicht sonderlich mögen.

Allein der Hauptcharakter Tatsuya hat eine eher arrogante Stimme bekommen, die nicht zu seinem kühlen und emotionslosen Auftreten passt. Und wenn es schon beim Protagonisten nicht passt, dann erwartet man besser nicht zu viel bei dem Rest der Charaktere. Da dies eine subjektive Ansicht ist, habe ich auch andere dazu befragt und jeder gab dem recht. Die Stimmen passen leider nicht immer.

Auch bei den Sprachstilen und Dialogen wurde öfter mal ins Klo gegriffen. Es wurden Begriffe verwendet, die sich nicht mit dem Japanischen gleichen und auch nicht zur Art des Charakters passen. Und auf die Gefahr hin, dass wir von KSM kein weiteres Review-Material bekommen, muss ich dennoch eine Wertung von 5,3 geben. Das soll immerhin ein ehrliches Review werden …

Der Untertitel (Sub)

Nun zum Leidthema bei mir. Ich persönlich schaue lieber mit japanischem Dub und deutschem Untertitel. Deshalb ist dieser Bereich für mich besonders wichtig. Hier hat sich KSM jedoch einen echten Schnitzer geleistet. Wie ich schon vorher erwähnt habe, nutzte ich verschiedene Abspiel-Methoden. Der Grund war, dass der Untertitel von Minute zu Minute asynchroner wird. D. h. das Video, der Ton und der Untertitel passen immer weniger zusammen. Am Ende sind ca. 1,5 Sekunden Wartezeit, bis nach dem Ton auch der passende Untertitel auftaucht. Das frustiert beim Schauen sehr und ich hätte beinahe abgebrochen.

Weiterhin sind die Rechtschreibfehler, die auch bei FMA vorhanden waren, teilweise wieder vorhanden. Auch der Sprachstil des Untertitels passte nicht zu dem, was im Japanischen gedacht war. Ich gebe zu, dass es bei Mahōka recht schwierig ist, da viele Charaktere in der Honorativ-Form geredet haben.

Selbst Miyuki nennt ihren Bruder Onii-sama, was hier oft einfach als Tatsuya übersetzt wurde. Auch ist Tatsuyas Sprachstil oft eher schlecht als recht. An manchen Stellen habe ich einfach nur den Kopf geschüttelt, weil verzweifelt versucht wurde, etwas ins Deutsche zu bringen.

Aufgrund des Problems der Asynchronität und der schlechten Sprachstile ist hier nur eine Wertung von 4,6 drin. Ich hoffe, dass wenigstens die asynchrone Sache bei der Kaufversion behoben wurde. Am Abspielgerät kann es nicht liegen, da ich drei verschiedene genutzt habe.

Unterhaltungsfaktor

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Die Schülersprecherin Saegusa Mayumi scheint die Handlung zu mögen

Auch wenn der Dub und Sub nicht meinen Geschmack trafen, ist der Anime noch immer einen Blick wert. Die Action-Szenen bringen ein Gänsehaut-Feeling und die ständigen Comedy-Einlagen der Nebencharaktere sind eine gute Abwechslung. Tatsächlich wird der Anime die ganzen 26 Folgen kaum bis gar nicht langweilig. Wer genug Zeit hat, kann es sich auch in einem Rutsch anschauen, ohne die Lust daran zu verlieren.

Einzig die kurze Episodenzahl schadet dem Anime, da viele Dinge nicht explizit erklärt werden und somit Zusammenhänge verspätet oder gar nicht bekannt werden. Vier bis fünf Folgen mehr hätten sicherlich nicht geschadet, auch wenn das nicht zum saisonalen Sendeplan in Japan passt.

Fazit

Wer den Anime noch nie geschaut hat, kann sich den Dub ruhig antun. Ich denke, man muss das Original kennen, um die deutsche Version kritisch zu beäugen. Den Untertitel kann ich leider auch nicht empfehlen, solange die Fehler nicht behoben sind. Jedoch sind die Handlung und die Qualität durchaus einen Platz in der Watch-List wert. Da muss wohl jeder selbst entscheiden, was ihm wichtig ist.

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Überblick der Kriterien
Inhalt
8.3
Qualität
9.8
Synchronisation
5.3
Untertitel
4.6
Ehemals studierte ich Japanologie und Sinologie in Frankfurt. Mittlerweile bin ich im (Online-)Marketing international aktiv und leite den Japan-Bereich der EpicCon (epiccon.de). Japaniac startete als Hobby, um meine Zuneigung zur japanischen Kultur auszuleben. Dabei werde ich von Gleichgesinnten unterstützt!

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Richard
Gast
Richard

vielen Dank für das gute Review hat mir sehr gut gefallen