Manga mit historischem Setting sind noch immer rar in Deutschland vertreten. Mit Sekiro – Hanbei der Untersterbliche publizierte altraverse kürzlich einen solchen Manga. Zugleich füllt dieser noch die Nische der Videospiel-Adaptionen.

Der Einzelband ist seit April im Großformat von 21 cm x 14, 8 cm auf Deutsch erhältlich. Mit 216 Seiten, davon zwei in Farbe auf mattem Papier, sind für zehn Euro angesetzt.

Handlung

Der Manga versteht sich zwar als Side-Story zum Videospiel Sekiro – Shadows Die Twice, doch ist dieser auch ohne Kenntnis desselbigen zu verfolgen. Protagonist ist der titelgebende Hanbei, der durch das Japan der Sengoku-Zeit, 1477 bis 1573, zieht.

Äußerlich unscheinbar, betritt der Krieger ein Dorf. Ein Bewohner reagiert überstürzt und greift den angejahrten Mann mit seinem Schwert an. Durch sein schlechtes Gewissen geleitet, bringt er den vermeintlich schwer verletzten Umherziehenden in das eigene Dorf.

In diesem wird unglaubliches festgestellt: Der Herr ist wohlauf. Eine rätselhafte Aura umgibt den Mann, dessen Körperbild nur oberflächlich als schwach erscheint. Mit dem Eintreten von Banditen in das Dorf, greift auch der gerade erst bewirtete Fremde zu seiner Waffe. Hanbeis Fähigkeiten sollen die Leserschaft hierbei überraschen..

Wenig überraschend ist dagegen das Ende, denn dieses gestaltet sich leider als relativ hastig. Es ist zu empfehlen, penibel den Inhalt der letzten beiden Kapitel zu lesen, sodass Konfusion – wie bei dem ersten Lesen für unsere Besprechung – verhindert wird.

Sicherlich mag der Einzelband für Fans des Videospiels ein interessante Ergänzung sein, doch überzeugt die Geschichte nur bedingt als eigenständiges Werk. Die aufgeworfene Prämisse wird dem vergleichsweise geringen Umfang schlichtweg nicht gerecht.

Für die Handlung sind dennoch, eben aufgrund durchaus interessanter Ausgangssituation wie auch Ausführung in den ersten sechs Kapiteln, 6,5 Punkte zu benennen.

Zeichenstil

Beherrscht dagegen beweist sich der Zeichenstil von Shin Yamamoto, der die gesamte Adaption, unter Superversion des Entwicklerstudios von FromSoftware, übernahm. Die Illustrationen sind dem Segment in ihrem Stil nicht unbekannt, aber dennoch als durchaus genehm zu bewerten.

Das Großformat unterstützt jene Verbildlichung effektiv. Zugleich fällt auf, dass Hintergründe eher limitiert die eigentlich verdiente Beachtung fanden. Die Figuren sind dagegen in Detailreichtum dargestellt. Die Kontraste beeindrucken nicht, sind aber von moderater Güte.

Zweckdienlich unterstützt beschriebener Stil zumindest die Dynamik des Manga effektiv, weswegen unsere Redaktion 7,5 Punkte vergibt.

Perspektive

Die limitierten Platzverhältnisse zeigten sich bei der Handlung; negativ wirkten diese sich zudem auf die Darstellung der Perspektive aus. So ist die Frage nach Hanbeis Vergangenheit zwar durchaus behandelt, allerdings wenig greifbar. Vieles bleibt den Lesern überlassen weiterzudenken.

Zumindest unterstützt dieses Verfahren das Supernatural-Genre. Ambivalent ist somit auszulegen, dass nur ein begrenzter Informationsfluss verläuft.

Möglicherweise empfinden dies Liebhaber des Videospiels gegensätzlich. Unsere Redaktion verbleibt unterdessen bei einer Bewertung von 7,0 Punkten.

Fazit

Sicherlich mag der Manga eine überdenkenswerte Anschaffung für die Fans des Videospiels sein. Doch ist offen, ob der Einzelband ein eigenständiges Werk darstellt. Tendenziell ist dies zu verneinen, so erscheint die Handlung doch zu reduziert.

Die großformatige Aufmachung ist dem Zeichenstil dagegen wohl gesonnen und besticht zudem durch eine löbliche Seitenzahl von 216. Zugleich publizierte der Verlag auch Sekiro – Shadows Die Twice, Das offizielle Artwork zum Videospiel im edlen Hardcover.

Abschließend bedanken wir uns zudem bei altraverse für die Möglichkeit, diese Review für unsere Leser zu veröffentlichen!

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Handlung
6.5
Zeichenstil
7.5
Perspektive
7
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2000

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