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©Koki Shigeno, Netzgen ©2018 NIPPON CONNECTION

Wie kann man so vernarrt auf eine Speise sein. Die Japaner lieben ihr Ramen. Aus diesem Grund entschloss sich der Regisseur der Dokumentation Ramen HeadsKoki Shigeno, den besten Ramenköchen Japans eine Weile über die Schulter zu schauen.

Aber vor der Review noch einmal wenige Worte zum Aufbau. Da es sich bei Ramen Heads um eine Dokumentation handelt, bewerten wir die Kategorien Qualität und Aufmachung. Zudem bewerten wir außerdem den Unterhaltungsfaktor, da dieser vor allem bei Dokumentationen einen ausschlaggebenden Punkt liefert, ob man sich die ganze Dokumentation anschaut. Er beruht insbesondere auf dem Sinn des Gefilmten für den Zuschauer. Das Thema an sich wird nicht bewertet, da jeder seine eigenen Vorlieben hat.

Handlung

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©Koki Shigeno, Netzgen ©2018 NIPPON CONNECTION

Wie der Name es schon erahnen lässt, geht es im Film um Ramen. Um genau zu sein, folgt er dem preisgekrönten Ramenkoch Osamu Tomita, welcher in der Dokumentation die Tore in seine Küche öffnet und einige seiner Geheimnisse bekannt gibt. Zudem werden noch fünf weitere bekannte „Ramen Heads“ gezeigt.

Außerdem zeigt der Film den Zuschauern die Philosophie rund um das Gericht und wie viel Liebe eigentlich in der unscheinbaren Speise steckt. Dabei verfolgt der Regisseur klar eine Absicht: Zu zeigen, warum Ramen eine eigene Kunstform sind.

Qualität (Bild & Ton)

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©Koki Shigeno, Netzgen ©2018 NIPPON CONNECTION

Die Dokumentation ist in ihrer Zusammensetzung gut gelungen. Sie erläutert in einer guten Art und Weise warum eigentlich Ramen für diese Personen so wichtig sind. Die Gespräche mit den Köchen sind in der Regel sehr unterhaltsam und wirken nicht gestellt. Dadurch wird der ganze Film sehr lebendig. Auch der Schnitt und die gezeigten Bilder sind passend und tragen positiv zum Ambiente bei. Jedoch ist leider zu bemängeln, das die Dokumentation sich an manchen Stellen wiederholt. So steht sie an manchen Stellen förmlich still und kommt nicht voran.

Manchmal vermisst man Hintergrundmusik im Film, denn diese hätte ihm an manchen Stellen gut getan, um noch lebendiger zu wirken. Zudem ist der Erzähler an einigen Stellen zu leise, weshalb er förmlich untergeht. Aus diesem Grund verliert man schnell den Überblick.

Zu der Kameraführung lässt sich im Großen und Ganzen nicht viel sagen.Es handelt sich um eine klassische Ein-Mann-Kamera, welche die größte Zeit des Filmes stabil ist. Nur zu Beginn gibt es vereinzelt kleine Wackler, was aber witterungsbedingt sein kann. Deshalb vergeben wir eine Wertung von 7,5 Punkten.

Untertitelung und Gestaltung

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©Koki Shigeno, Netzgen ©2018 NIPPON CONNECTION

Simpel mit wenigen Kommentaren der Off-Stimme. So zieht sich das Konzept durch den ganzen Film und schafft so meistens eine angenehme Atmosphäre. Man hat klar das Gefühl, dass der Experte einem alles erklärt und nicht die „unbekannte“ Stimme aus dem Off wie dies in so mach anderen Dokumentarfilmen der Fall ist.

Die Ausführung ist ebenfalls gut gelungen. So bleibt die Doku auf ganzer Linie ihrer Prämisse treu und man hat das Gefühl, dass der Regisseur mit Leidenschaft sein Thema verfolgt. Doch dies geht manchmal auch nach hinten los. Es wirkt nämlich oftmals übertrieben und macht ab einem gewissem Punkt keinen Sinn mehr – zumindest mit dem europäischem Verständnis der Perfektion.

Zur Untertitelung lässt sich sagen, dass diese in unserer Version noch auf Englisch war, jedoch auf einem gut verständlichem Niveau. Lediglich waren die Time Stamps oft etwas zu ungenau und schnell. Deshalb ergibt sich eine Wertung von 8,0 Punkten.

Unterhaltungsfaktor

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©Koki Shigeno, Netzgen ©2018 NIPPON CONNECTION

Zuletzt stellt sich die Frage: Warum sollte ich mir eine 1,5h Dokumentation über Ramen anschauen. Gute Frage! Nach der Doku können wir mit Sicherheit sagen, dass sich ein Blick in sie auf jedem Fall lohnt. Zum einen für Fans des japanischen Gerichtes, da es ein fundiertes Wissen über die Materie vermittelt. Zum Anderen ist sie auch für jene, die etwas über die Kultur Japans kennen lernen wollen empfehlenswert. Nicht, weil Ramen so „groß“ in der japanischen Kultur sind, sondern es liegt vor allem an der Mentalität, die der Film verströmt. Zum Beispiel der ausgeprägte Narzissmus, den die gezeigten Ramen Heads an den Tag legen und der Perfektionismus, der sie antreibt. All das macht Ramen Heads zu einer interessanten Doku, die man bei Möglichkeit gesehen haben sollte.

Die Dokumentation Ramen Heads könnt ihr euch auf dem 18. Nippon Connection Filmfestival vom 29. Mai bis zum 3. Juni in Frankfurt ansehen!

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Überblick der Kriterien
Qualität (Bild&Ton)
7,5
Untertitelung & Gestaltung
8,0

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