Unseren neuesten Testkandidaten stellte uns freundlicherweise der Publisher EA zur Verfügung.

EA wollte mit seinem neuen Need for Speed zurück zu den Wurzeln. Weniger Cops und dafür mehr Tuning und typische Undergroundrennen. Natürlich haben wir uns den neusten Ableger der Rennserie angeschaut und sagen euch, ob das Reboot funktioniert hat und Spaß macht.

Was die Story angeht hat man sich dahingehend leider nicht wirklich mit Ruhm bekleckert. Hier wird gewohntes in neuem Gewand präsentiert. Um es kurz zu umreißen: Ihr seid ein unbekannter neuer Fahrer und versucht in der digitalen Stadt Ventura Bay Fuß zu fassen. Niemand kennt euch, niemand nimmt euch ernst. Natürlich dauert es nicht lange bis ihr euer Können unter Beweis stellen dürft und überrascht dann in zahlreichen Events eure Gegner, bis ihr euch an die Spitze des Untergrundes vorgearbeitet habt!

Gameplay

05_E3_Crew

Da mit Innovationen gespart wurde, gibt es auch in Sachen Gameplay kaum Neuerungen zu vermelden.

Betrachtet man das Tuning, hat EA hier auf jeden Fall eine Schippe draufgelegt. Man kann wirklich alles bis ins kleinste Detail tunen und auch selber ausgefallene Vinyls erstellen. Gerade das Erstellen der Klebefolien kann sehr viel Zeit in Anspruch nehmen und Fans von Autotuning werden gerade in dieses neue Feature mit Sicherheit etliche Stunden investieren.

Aber nicht nur optisches Aufmotzen des Autos ist gefragt, auch das Lenkverhalten, Reifendruck und das Verhalten in den Kurven möchte eingestellt werden. Auch wenn man nur kleine Einstellungen vornehmen kann, wird die Änderung im Fahrverhalten der unterschiedlichen Boliden sehr schnell spürbar und schon kleine Änderungen können in den zahlreichen Matches über Sieg und Niederlage entscheiden.

Sonst ist man bei der Spielmechanik eher bei dem Gewohntem geblieben und hat nicht zu große Experimente gewagt. Man fährt wieder in den unterschiedlichsten Renn-Modi um Preisgelder und Ansehen und wertet damit unterschiedliche Kategorien auf, die wiederum neue Rennen und Herausforderungen freischalten.

Am Gameplay hat EA bei Need for Speed nicht so viel geändert, was aber keinesfalls schlecht ist. Man fährt gewohnt in zahlreichen Rennen und kann die unterschiedlichsten Fahrzeuge aufwerten. Von Klassik bis Modern ist alles dabei. Für Anfänger kann die Vielzahl an Tuningmöglichkeiten gerade zu Beginn abschreckend wirken, aber gerade Fans der Tuning-Szene fühlen sich sehr schnell heimisch und werden über die Vielfalt begeistert sein. Die Kategorie Gameplay erhält daher von uns eine Wertung von 8,4.

Präsentation

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In Need for Speed arbeitet die Frostbite 3 Engine auf Hochtouren und das merkt man an jeder Ecke der Spielwelt. Die Autos sehen ihren realen Vorbildern zum Verwechseln ähnlich und auch der Detailgrad ist sehr beeindruckend. Gerade wenn es regnet und das Licht sich auf der Karosserie bricht, wirkt das ganze Spiel sehr realitätsnah.

Hier wären wir aber auch gleich bei einem Kritikpunkt und zwar findet das ganze Spiel nur in der Nacht statt. Natürlich hat die Underground-Szene sehr viel mit nächtlichen Aktivitäten gemein, aber auch in Filmen wie Fast and Furious spielen sich viele Szenen und auch Rennen am Tag ab. Ein paar Sonnenstrahlen hätten dem Spiel an sich bestimmt nicht geschadet.

Was die Präsentation der Geschichte angeht, kann man hier auch nur eher das Urteil mangelhaft vergeben. Die Szenen, in denen die Geschichte vorangetrieben wird, werden in realen Filmszenen mit richtigen Schauspielern erzählt. Leider wurden hier alle Klischees der Rennszene bedient und auch die Emotionen und Witze wirken eher aufgesetzt und einstudiert als mitreißend und unterhaltend.

Aber mal wieder etwas weg von der Kritik: Auch die Umgebung, obwohl sie nur bei Nacht zu bewundern ist, wirkt sehr schön gestaltet und realistisch. Wenn es geregnet hat, bilden sich Pfützen, die das Licht und die Umgebung gekonnt spiegeln und auch die Weitsicht ist ziemlich beeindruckend. Ab und an ploppen Gegner und andere Fahrzeuge auf, aber das ist bei der Größe der Spielwelt zu verschmerzen. Und da das Spiel in der Nacht spielt, gibt es natürlich auch keine Fußgänger, die schlafen alle!

Alles in Allem ist die Präsentation solide und macht gerade mit den Automodellen und der Umgebung einiges her. Autofans werden ihre helle Freude haben, die detailgetreuen Boliden über die schick anzusehenden Kurse zu steuern. Leider wirken die Story und deren Charaktere eher aufgesetzt und dadurch bleibt der Spielspaß eher auf der Strecke. Die Präsentation erhält eine Wertung von 7,3.

Sound

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Für ein Need for Speed ist die Songauswahl wie immer sehr gut gewählt. Hier ist wirklich für jeden etwas dabei und es macht Spaß die unterschiedlichen Stücke während der fordernden Rennen zu hören. Auch die Motorensounds ergeben eine stimmige Soundkulisse und durch die zahlreichen Tuningoptionen kann man diese Geräuschkulisse noch verbessern.

Was die Synchronisation der Sprecher in den Sequenzen angeht, wirken diese genauso langweilig und austauschbar wie die Dialoge selbst. Manchmal erwischt man sich dabei, dass man einfach die vielen kleinen Zwischensequenzen wegdrückt und froh ist, wenn die unterschiedlichen Protagonisten nur noch per Handy nerven!

Sound der Autos und Umgebung gelungen, genauso wie die Playlist mit den unterschiedlichsten Musikstücken. Die Playlist bietet genauso viel Vielfalt wie die Auswahl der Autos in Need for Speed und tröstet über die eher lachhaften Zwischensequenzen hinweg. Auch hier schafft es Need for Speed bei der Bewertung nur ins gute Mittelfeld. Der Sound erhält von uns eine Wertung von 8,0.

Umfang

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In Need for Speed muss man sich in fünf Kategorien aufwerten, um es mit den besten Fahrern aufzunehmen. Man hat hier die Wahl zwischen Speed, Crew, Build, Style und Outlaw. Letzteres wertet ihr mit Zerstörung der Umgebung und durch rücksichtloses Fahren bei Verfolgungsjagden mit der Polizei auf.

Um diese Kategorien aufzuwerten, gibt es die unterschiedlichsten Renn-Modi, die ihr in Need for Speed angehen könnt. Leider bleiben auch hier die Überraschungen aus, denn außer bekannten Modi wie beispielsweise Zeitrennen, Drift-Challenges oder normale 1vs1 Herausforderungen sucht man Abwechslung vergeblich.

Natürlich ist es eine große Herausforderung und mit viel Zeit verbunden die passenden Tuningteile und Autos freizuschalten, aber auch das werden wohl nur Hardcore-Fans bis zum Ende durchziehen und alle anderen bleiben auf halber Strecke stehen und legen den Drücker gelangweilt zur Seite.

Leider bietet Need for Speed nicht die Abwechslung, die man bei der Ankündigung erwartet hat. Neben immer gleichbleibenden Herausforderungen und gelangweilten Telefonaten bleibt für hartgesottene Spieler nur noch das Sammeln der Tuningteile und Autos übrig. Auch die Umgebung macht nicht unbedingt Lust auf mehr, da alles bei Nacht gleich aussieht und man selten einen Aha-Effekt erlebt. Daher erhält die Kategorie Umfang von uns nur eine Wertung von 7,2.

Fazit

Need for Speed bleibt ein solides Rennspiel mit einer großen Auswahl bei den Fahrzeugen und dem Tuning. Leider bietet es zu wenig Innovation, um noch jemanden hinter dem Ofen hervorzulocken und so werden sich wohl nur Fans der Serie oder Tuningfreunde über den neuen Titel aus dem Hause EA freuen. Für ein Reboot der Serie wäre hier auf jeden Fall mehr möglich gewesen.

 

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Überblick der Kriterien
Gameplay
8.4
Präsentation
7.3
Sound
8.0
Umfang
7.2

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