Unseren neuesten Testkandidaten stellte uns freundlicherweise der Publisher Konami zur Verfügung.

Mit Metal Gear Solid V: The Phantom Pain erscheint ein weiteres, aber wohl auch das letzte Spiel aus der Feder von Hideo Kojima. Versprochen werden eine packende Story, unglaubliche Freiheit, was das Gameplay angeht, die Grafik soll den Atem rauben und durch die Open-World und die vielen verschiedenen Nebenaufgaben soll MGS V lange an den Bildschirm fesseln. In unserem Test sagen wir euch, ob Konami die Versprechen halten kann und ob es sich bei MGS V wirklich um einen Anwärter auf das Spiel des Jahres 2015 handelt.

Story

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Die Ereignisse von Metal Gear Solid V: Ground Zeroes und Metal Gear Solid V: The Phantom Pain hängen direkt miteinander zusammen und das Ende von Ground Zeroes ist auch gleichzeitig der Anfang von The Phantom Pain.

Der Bildschirm ist schwarz und das einzige, was man hört, sind viele Stimmen und Geräusche eines Hubschrauberabsturzes. Nach der kleinen Sequenz wird dem Spieler langsam bewusst, in welcher Situation man sich befindet. Man befindet sich im Jahre 1984 und erwacht in Zypern gerade aus dem Koma. Nach dem bereits genannten Hubschrauberabsturz befindet sich Snake in keinem guten Zustand und lag 9 Jahre lang im Koma.

Die Ärzte mussten Snake den linken Arm abnehmen und in seinem Kopf befinden sich sehr große Splitterfragmente, die leider nicht entfernt werden können, da das Risiko einer Hirnblutung zu groß ist. Mehrmals verliert man das Bewusstsein und nach einiger Zeit wird das Krankenhaus wieder Schauplatz eines Angriffes der Organisation Cipher.

Durch das Koma sind die körperlichen Funktionen leider etwas eingerostet und in den ersten Minuten muss man sich als Snake kriechend durch das Krankenhaus bewegen. Nach ein paar Konfrontationen schafft man es dann doch sich auf die Beine zu stellen und bekommt sofort eine Waffe in die Hand gedrückt, um sich zu wehren. Die darauffolgende Flucht ist wirklich atemberaubend in Szene gesetzt und dem Spieler wird das komplette Hollywood-Repertoire geboten.

Am Ende der Sequenz wird man von Ocelot auf einem Pferd abgeholt und über die aktuelle Lage informiert. Ab hier ist es eure Aufgabe eine neue Söldnerarmee zusammenzustellen und euch für die Zerstörung eurer Basis zu rächen. Das Ziel eures ersten Auftrages ist es euren treuen Kameraden Kazuhira Miller aus der Gefangenschaft zu befreien und damit die Säulen eurer neuen Organisation zu errichten.

Charaktere

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Gerade die Wandlung von Snake ist sehr interessant zu sehen. Viele Ereignisse kommen zusammen und bilden das Grundgerüst zur Entstehung von Big Boss.

Aber nicht nur Snake ist eine tragende Figur in der Geschichte von Metal Gear Solid V: The Phantom Pain, auch Ocelot und Co. tragen die Stimmung und kommen in allen Situationen glaubhaft rüber. Durch die aktuelle Technik und die hauseigene Fox-Engine wirken die Gesichtsanimationen ziemlich realistisch und jede Emotion ist im neuesten Ableger der Metal Gear Franchise zu erkennen.

Jeder Charakter in MGS V hat seine eigene Geschichte und seinen eigenen Antrieb, wieso er bei den Diamond Dogs mitmachen möchte. Mit der Zeit findet der Spieler zahlreiche Mitstreiter, die die Geschichte um Big Boss weiterspinnen und durch die man immer tiefer in die Geschehnisse von MGS V gezogen wird. Hier zeigt Kojima wieder einmal, was er kann und beherrscht, denn er schafft eine fesselnde Story durch glaubhafte Charaktere mit interessantem Hintergrund.

Nicht nur die Söldnertruppe „Diamond Dogs“ bietet tiefgründige Charaktere, auch die Gegenspieler können sich sehen lassen und bieten den ein oder anderen Aha-Moment. Neben dem bekannten Anführer Skull Face, bekommt es Snake auch mit einem Mann aus Feuer und einem schwebenden Jungen mit einer Gasmaske zu tun. Niemand kennt die Geschichte hinter diesen mysteriösen Charakteren, aber genau das ist das, was Spieler an der Metal Gear Solid-Reihe lieben und was die Spieler bei der Stange hält.

Was die Kategorie Charaktere angeht, kann man keine Abzüge erteilen. Kojima bietet wieder eine gewohnt spannende Unterhaltung und an jeder Ecke glaubwürdige Charaktere mit mitreißenden Geschichten. Daher erhält die Kategorie Charaktere eine Wertung von 10,0.

Gameplay

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Die wohl größte Neuerung im Gameplay ist das Spielen in der Open-World. Mit Snake bereist man die zwei großen Gebiete Afghanistan und Afrika. Hier hat man ungewohnt viel Freiheit und kann die unterschiedlichsten Missionen absolvieren.

Das Spiel umfasst 50 Hauptmissionen, die nach und nach freigeschaltet werden. Zu diesen gesellen sich zusätzlich noch 150 Nebenmissionen und werden den Spieler sehr lange an den Bildschirm fesseln. Neben den Hauptzielen, kann man auch Nebenaufgaben in den einzelnen Missionen abschließen, um zusätzliche Belohnungen freizuschalten. Hier werden dem Spieler andere Aufgaben gestellt und ein wiederholtes Spielen der Missionen eröffnet durch die offen gestaltete Spielwelt zahlreiche neue Möglichkeiten.

Auch die Nebenmissionen bieten viel Abwechslung, obwohl sich die verschiedenen Missionsziele irgendwann wiederholen. Aber hier würden wir auf hohem Niveau jammern und im Vergleich zur Konkurrenz bietet MGS V viel Abwechslung in den Nebenaktivitäten.

Ein weiteres Gameplay-Element ist die Mother Base. Hier handelt es sich um die Einsatzzentrale der Diamond Dogs und mit voranschreitender Story gibt es zahlreiche Möglichkeiten diese auszubauen. Neben Munition finden wir auf den großen Karten auch unzählige Pflanzen und Materialien, die zur Herstellung von neuen Waffen und Nachschublieferungen benötigt werden. Hat man genug Materialien gesammelt, bekommt man die Möglichkeit die Basis auszubauen und kann auf seinem iDroid unterschiedliche Aufträge erteilen.

Neben Pflanzen und Materialien sind auch Mitarbeiter auf der Basis sehr wichtig und diese kann man mit einem neuen Gadget für sich gewinnen. Mit dem Fulton-Ballon kann man betäubte oder schlafende Soldaten aus dem Kampfgebiet extrahieren und diese schließen sich dann automatisch den Diamond Dogs an. Auch hier gibt es zahlreiche Unterschiede, was die einzelnen Soldaten angeht und jeder hat seinen Bereich in dem er besser ist als sein Kollege.

Auf der Mother Base gibt es unterschiedliche Bereiche und diese suchen fähiges Personal. Natürlich möchte man das Beste aus den einzelnen Bereichen rausholen und daher braucht man Profis auf den jeweiligen Gebieten. Ein Soldat kann beispielsweise ziemlich gute Punkte in Forschung haben und ein anderer hat dafür eine außergewöhnliche Fähigkeit, die man gerne besitzen möchte. So kann man sich sein ganz individuelles Team zusammenstellen und hat die Freiheit selber zu entscheiden, welche Bereiche einem wichtig sind.

Gerade das Sammeln der unterschiedlichen Einheiten erinnert etwas an Pokemon und kann ganz schnell in eine Art Sucht ausarten. Auch die Möglichkeit neue Fähigkeiten freizuschalten, begeistert den Spieler und oft ertappt man sich dabei nur noch schnell einen kleinen Abstecher nach Afrika oder Afghanistan zu machen, um einen bestimmten Soldaten oder etwas Material zu extrahieren. Achtung Suchtpotenzial!

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Das frische Gameplay zeigt Wirkung und kann vollkommen begeistern. Das neue Open-World-Setting passt gut in das Gesamtkonzept und durch die Möglichkeit der Mother Base bekommt der Spieler zusätzlich die Möglichkeit Big Boss bei seinem Kampf zu unterstützen. Auch die zahlreichen Missionen und die unterschiedliche Herangehensweise sorgt für viel Abwechslung und ein weiteres Spielen der Missionen ist als würde man ein anderes Spiel spielen. Durch die vielen positiven Punkte erhält die Kategorie Gameplay eine Wertung von 9,8.

Grafik

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Grafisch hat sich Metal Gear Solid V: The Phantom Pain genauso positiv entwickelt wie im Gameplay-Bereich. Glaubwürdige Gesichtsanimationen und eine lebendige Umwelt sind nur zwei Sachen, die positiv ins Auge fallen.

Auch die filmreifen Zwischensequenzen runden das Gesamtkonzept ab und unterhalten auf einem hohen Niveau. Sie führen die Story weiter und lassen den Spieler immer weiter in die Geschichte um Big Boss eintauchen. Durch die realistische Grafik wirkt es manchmal so, als würde man sich einen Blockbuster aus Hollywood anschauen.

Auch die detailreichen Umgebungen und die unterschiedlichen Lebewesen, die sich darin tummeln wurden sehr realistisch umgesetzt. In den verschiedenen Missionen trifft man hier und da bekannte und eher unbekannte Lebewesen und auch diese finden ein Zuhause auf der Mother Base. Viel Liebe zum Detail steckt in MGS V und viele andere Spiele können sich daran ein Beispiel nehmen. Hier wurde nicht nur darauf geachtet dem Spiel ein realistisches Gewand zu verpassen, sondern durch die vielen Kleinigkeiten wurde MGS V wirkliches Leben eingehaucht und solch Realismus sieht man aktuell leider viel zu selten.

Auch im Bereich Grafik gibt es kaum Kritikpunkte. Wenn man aber die Stecknadel im Heuhaufen suchen möchte könnte man erwähnen, dass es schade ist, dass sich die Entwickler nur auf zwei Bereiche (Afrika & Afghanistan) beschränkt haben, die Schatten zu grob ausfallen und es weiterhin Pop-Ups gibt. Aber auch hier würde man wieder die Fliege in der Suppe suchen und der allgemeine Eindruck der grafischen Präsentation ist atemberaubend und kann auf ganzer Linie überzeugen. Zieht man nun die minimalen Kritikpunkte ab erhält MGS V im Bereich Grafik eine Wertung von 9,8.

Multiplayer & Spielzeit

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Neben der unterhaltsamen Hauptstory bietet Metal Gear Solid V: The Phantom Pain wie viele seiner Konkurrenten auch einen passenden Online-Modus.

Zu Beginn von MGS V wurde man aufgefordert einen Avatar zu erstellen und genau dieser stellt nun das Alter Ego im Multiplayer-Teil dar. Startet man den Online-Modus, wird man vor die Wahl gestellt, welche Charakterklasse man spielen möchte. Nachträgliche Änderungen sind dann nicht mehr möglich, daher sollte man die Wahl sehr genau bedenken.

Die Scouts sind die Scharfschützen im Spiel und sind darauf spezialisiert ihre Teamkollegen im Fernkampf zu unterstützen. Zusätzlich bieten Scouts eine besondere Möglichkeit gegnerische Truppen zu markieren. Infiltratoren hingegen sind Nahkampfspezialisten. Sie haben die Spezialfähigkeit der Tarnung perfektioniert und können so den Gegner von hinten überraschen. Als dritte und letzte Klasse gibt es die Enforcer. Enforcer sind Panzer auf zwei Beinen und bevorzugen die schwersten Waffen und dickste Panzerung im Spiel. Jede Klasse hat spezielle Fähigkeiten, die nur durch diese erlangt bzw. freigeschaltet werden.

Aber nicht nur die Klassenwahl ist übersichtlich gestaltet, auch die unterschiedlichen Spielmodi beschränken sich auf drei überschaubare Matchtypen. Das normale Team-Deathmatch nennt sich Bounty Hunter und hier versucht man mit Abschüssen die gegnerischen Coins zu reduzieren. Diese werden zum Widereinstig benutzt und können durch bestimmte Fähigkeiten wiederhergestellt werden. Betäubt man einen Gegenspieler und benutzt den Fulton-Ballon, erhält man Coins für sein Team gutgeschrieben.

Der zweite Modus nennt sich Comm Control und hier muss man mit seinem Team Stützpunkte einnehmen, um eine bestimmte Datei runterzuladen. Umso mehr Checkpoints man halten kann, umso schneller geht der Download.

Der letzte Modus „Cloak and Dagger“ erinnert an eine Art „Capture the Flag“-Modus. Entweder man spielt die Verteidiger, die zwei Datendiscs beschützen müssen, oder aber die Angreifer, die getarnt über die Map wandern, um die Disks zu stehlen. Ab und an fällt die Tarnung der Angreifer und hier muss man schon den richtigen Zeitpunkt abpassen, um nicht direkt vor dem Gegner sichtbar zu werden.

Leider leidet das Spiel unter der fehlenden Balance und der langwierigen Spielsuche. Hat man nach langer Wartezeit endlich ein Spiel gefunden, machen einem die unfairen Fähigkeiten der einzelnen Klassen einen Strich durch die Rechnung. Gerade die Unsichtbaren auf dem Schlachtfeld tauchen oft unverhofft irgendwo auf und nicht selten tragen sie eine Schrotflinte. Auch die bekannten Walker aus der Kampagne sind von Anfang an verfügbar und leider schwer auszuschalten. Laufen Spieler mit diesen Hilfsmitteln über die Karte, sollte man sich verstecken und abwarten, denn nicht selten landen diese Spieler an der Spitze der Statistik.

Die Spielzeit spielt in der oberen Liga und gerade die Kampagne mit den vielen verschiedenen Missionen kann sich sehen lassen. Kümmert man sich um jede Nebenmission und möchte man wirklich alles entdecken und erforschen, ist man allein mit der Kampagne 100 Stunden beschäftigt. Aber auch der Online-Modus bietet viel Inhalt.

Neben den unterschiedlichen Klassen gibt es auch zahlreiche Waffen und Gegenstände zum Freischalten. Durch den Levelaufstieg schaltet der Spieler neue Waffen oder Aufsätze frei, mit der man die Handhabung deutlich verbessern kann. Auch die vielen unterschiedlichen Gegenstände lassen sich effektiv auf dem Schlachtfeld einsetzten.

Durch den enormen Inhalt und dem zusätzlichen Online-Modus bietet MGS V beste und lange Unterhaltung. Durch den eher durchschnittlichen Online-Modus muss Metal Gear Solid V: The Phantom Pain leider ein paar Punkte einbüßen. MGSO hebt sich nicht von der allgemeinen Masse ab und bietet durchschnittliche Unterhaltung. Das Rad wird nicht neu erfunden und durch die eher langwierige Suche nach passenden Lobbys bleibt der Spielspaß auf der Strecke. Daher erhält der Bereich Multiplayer & Spielzeit eine Wertung von 8,0.

Fazit

Zusammenfassend können wir ohne Bedenken zugeben, dass Metal Gear Solid V: The Phantom Pain ein ganz heißer Kandidat für das Spiel des Jahres ist. Die tolle Story, die atemberaubende Grafik und das erfrischende Gameplay spricht für sich. Fans der Serie können ohne Bedenken zugreifen und auch Neulinge im Stealth-Genre sollten einen Blick riskieren, denn selten bekommt man so eine filmreife Inszenierung auf der Heimkonsole geboten.

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Charaktere
10
Gameplay
9.8
Grafik
9.8
Multiplayer & Spielzeit
8
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