Rezension Interviews Mit Monster Mädchen

Pubertät, Schule und übernatürliche Wesen – eine explosive Mischung, die in diesem Manga thematisiert wird. Wir bedanken uns bei altraverse für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Dieser lustige Slice-Of-Life Manga wurde von Petos produziert. Seit dem 26. April 2018 ist er im Handel für 7,00 Euro erhältlich.

Handlung

Stellen wir uns vor in unserer Welt sind übernatürliche Wesen, auch Aijins genannt, ein Teil der Gesellschaft. Sie leben, arbeiten, haben Bedürfnisse und sehen meistens auch so aus wie normale Menschen. Der japanische Biologielehrer und Protagonist dieser Geschichte Testuo Takahashi lebt genau in dieser Realität.

Es ist in seiner Welt eigentlich ungern gesehen, wenn über jene übernatürliche Wesen gesprochen wird, da man ihre Gefühle nicht verletzen und sie adäquat in die Gesellschaft aufnehmen möchte. Tetsuo jedoch ist sehr neugierig – schon während der Studienzeit versuchte er in Kontakt mit diesen Wesen zu treten. Da sie sich aber wie normale Menschen verhalten und aussehen, hatte er noch keine Chance welche kennenzulernen.

Nach vier Jahren als Lehrer lernt er in seiner Schule plötzlich unverhofft viele Aijins kennen. Eine seiner neuen Lehrerkolleginnen stellt sich als ein Sukkubus, ein Aijin der Wollust, vor. Andere Schülerinnen sind ebenfalls Aijins. Besonders beeindruckt wirkt er von der jungen und temperamentvollen Vampirin Hikari der Klasse 1-b der Shibasaki Schule.

Episodisch eingeteilt führt Testuo nun verschiedene Gespräche mit den weiblichen Aijin-Schülerinnen. Er bemerkt die Vor-und Nachteile des Lebens als Aijins, den Kummer und den Schmerz, die mit diesem Leben einhergehen. Leider landet er wegen seiner Gutmütigkeit und Neugierde oft in eher unangenehmen Situationen, die für den Leser besonders lustig sein können. Jene unangenehme Situation bieten einen breiten Raum für Diskussionen über die Art und Weise wie man als Lehrer mit seinen Schülern umgehen kann und ob das so auch gesellschaftlich gewünscht ist.

Die Geschichte ist sehr einfach und lustig gestrickt. Man hat regelmäßig etwas zum Schmunzeln und Nachdenken. Für diese gute Handlung erhält der Manga 8,0 Punkte.

Zeichenstil

Wir befinden uns innerhalb des Manga in einer Schule oder familiärer Umgebung, weswegen entsprechender Background verwendet wird. Leider fehlt an dieser Stelle die Individualität stark. Die Schule hebt sich durch ihr Aussehen überhaupt nicht hervor. Die Zeichnungen der Personen hingegen wirken detailliert. Es wurde dabei auf Gesichtsausdrücke und Klamotten besonderen Wert gelegt.

Anders als bei einigen anderen neuen Manga, wirkt dieser hier nicht überladen. Man bekommt beim Lesen noch das Gefühl etwas mit viel Mühe Gezeichnetes in der Hand zu halten und es wirkt nicht so, als hätte hier der Computer die vollständige Zeichenkontrolle übernommen. Auch die Schrift ist angenehm zu lesen und variiert je nach Situation in ihrer Schriftart. Insgesamt ist es ein sehr schöner Manga, da auch das Cover nicht zu überladen ist.

Für den einfach aber angenehm gehaltenen Zeichenstil hat sich der Manga satte 8,0 Punkte verdient.

Perspektive

Prinzipiell steht unser Biologielehrer im Vordergrund und wir begleiten ihn durch seinen Tag. Wir erhalten einen Einblick in seine Gedanken über Aijins aus der Sichtweise der Menschen. Fragen, die man sich selbst während des Lesens stellt, werden von Testuo authentisch formuliert.

Perspektivenwechsel sind dezent eingebaut. Beispielsweise erhält man im Verlauf des Manga auch Einblick in das Leben seiner Aijin-Kollegin, die hart mit ihren Kräften zu kämpfen hat. Diese subtil eingebauten Perspektivenwechsel machen die einzelnen Charaktere wesentlich glaubwürdiger.

Man erhält so viele Einblicke, die Testuo verwehrt bleiben. Vorteilhaft ist hier die Verwendung des episodischen Erzählens. Jedes Kapitel erhält sein eigenes kleines Drama, was den Verlauf der Geschichte stark positiv prägt.

Für die gelungene Perspektive gibt es verdiente 10,0 Punkte.

Fazit

Insgesamt macht der Manga einen positiven Eindruck. Es ist gelungen ein weiteres Mal einen Schulhof zur Manege zu machen. Der Fokus wird verstärkt auf die Charaktere gelegt, weswegen der Hintergrund eher einfach und unspektakulär wirkt.

Die Mischung aus Ernsthaftigkeit und Spaß ist sehr gelungen. Der Manga beleuchtet Themen, die man eigentlich vom Titel und Einband weniger erwarten würde. Es geht um den Umgang des offensichtlichen Anderssein in einer Gesellschaft. Sowohl der Umgang der Betroffenen als auch der Umgang der Gesellschaft wird klar gezeichnet und bietet Raum zur kritischen Hinterfragung.

Jedoch steht mehr die Frage im Vordergrund, wie weit man als Lehrer mit Schülern einen persönlichen Kontakt aufbauen darf. Tetsuo gerät regelmäßig wegen seiner offenen Art und Weise in fragwürdige Situationen. Einerseits kann man seine Handlungen und Reaktionen verstehen, anderseits steht oft ein Fragezeichen über der Angemessenheit seines Handelns.

Das Potential dieses Manga ist trotz der Unscheinbarkeit groß. Es würde jedoch nicht schaden, wenn auf textueller Ebene ein weiteres Mal der Manga genauer unter die Lupe genommen werden würde, um auch jeden Rechtschreibfehler auszutilgen.

Der Manga Interviews mit Monster-Mädchen hat Charakter und Potenzial. Man wird durch die vielen Witze und verschiedenen kritischen Themen sehr gut unterhalten. Fans des Slice-Of-Life Genre aber auch andere LeserInnen sind mit diesem Manga von Petos wirklich gut bedient!

Hier könnt ihr euch den Manga und seine Fortsetzung zulegen:

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Überblick der Kriterien
Handlung
8
Zeichenstil
8
Perspektive
10
Ich bin Student und Japan ist meine Leidenschaft. Lasst uns gemeinsam auf eine Erkundungsreise durch die japanische Kultur gehen und dabei köstliche Rezepte genießen.

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