Immer mehr Boys Love-Titel finden ihren Weg in das Repertoire von Egmont Manga. So auch der Manga Given. Vielen Dank an Egmont Manga für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Der Manga Given von Natsuki Kizu ist seit dem 3. Mai 2018 für 7,50€ im Handel erhältlich. Obwohl es sich um einen Boys Love-Titel handelt, ist der Manga wegen seines leichten Einstiegs und sachter Handlung für jedes Publikum zu empfehlen.

Handlung

Unterricht schwänzen kann so schön sein, wenn man an seinem sonnigen Lieblingsplatz ein Nickerchen halten kann. Anders sieht die Sache aus, wenn der Platz bereits von einem anderen Schüler eingenommen wird. Genau dies passiert nämlich Uenoyama, als er auf den dösenden Mafuyu, mit einer Gitarre in seinen Armen, an seinem Lieblingsplätzchen stößt.

Doch die Saiten der Gitarre scheinen in keinem allzu guten Zustand zu sein, worauf ihn Uenoyama nicht gerade zögerlich anspricht. Er selbst ist nämlich Gitarrist in einer Band. Nach kurzem Zögern repariert er jedoch Mafuyus Gitarre. Da eins zum anderen führen muss, versucht Mafuyu ihn dazu zu bewegen ihm das Gitarrenspiel beizubringen.

Schlussendlich lässt sich Uenoyama dazu breitschlagen ihm zu helfen. Doch aus einem anfänglichen harmlosen Beisammensein scheint sich doch mehr zu entwickeln als erwartet. Aber aus irgendeinem Grund wirkt Mafuyu ständig von Traurigkeit begleitet zu sein. Was kann es damit nur auf sich haben?

Given scheint anfangs ein fröhlicher Manga mit Affinität zur Musik zu sein. Doch nach einer gewissen Zeit wandelt sich die Handlung um Mafuyu und Uenoyama in eine dramatische Richtung. Denn Geheimnisse sind nicht ohne Grund Geheimnisse, da sie meist keine fröhliche Stimmung aufkommen lassen. Was zu Beginn also etwas flach wirkt, schweift gegen Ende des Manga in ein tiefgründiges Thema ab. Ab diesem Punkt verspricht die Handlung Gestalt anzunehmen, jedoch geht es damit erst in Band 2 weiter.

Der Manga ist zwar als Boys Love-Titel deklariert, aber wohl eher weniger im klassischen Sinne, zumindest im ersten Band. Die Handlung und auch die Annäherung der beiden entwickelt sich gleichermaßen langsam, was aber in keinster Weise stört. So wirkt eine mögliche spätere Beziehung nicht überstürzt oder bei den Haaren herbeigezogen.

Die Handlung gibt definitiv etwas her, auch wenn es am Anfang einen kleinen Ticken schneller vorangehen könnte. Trotz dessen ist der Einstieg gut gelungen und verdient sich dadurch eine Wertung von 8,5 Punkten.

Zeichenstil

Der Manga Given stammt von der Mangaka Natsuki Kizu, welche bereits durch einige Doujinshi relativ bekannt ist. Der Zeichenstil ist meist eher simpel, unterstreicht aber mit jedem einzelnen Strich die zunehmende Dramatik. So einfach der Stil auch manchmal sein mag, ist er an wichtigen Stellen dafür umso detailreicher.

Given Cover
© 2014 Natsuki KIZU by SHINSHOKAN CO., Ltd. Tokyo © 2018 Egmont Manga

Realistisch ist ihr Stil auch allemal, vor allem wenn man die Details der Instrumente in Betracht zieht. Des Weiteren sind die Hintergründe nicht schlichtweg weiß, sondern enthalten fast immer eine Art Szenerie, was die Zeichnungen sehr lebhaft und authentisch wirken lässt.

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Es handelt sich hier um keinen schnörkeligen, sondern einen eher schmucklosen Stil. Die Zeichnungen sind klar voneinander abgegrenzt und fließen nicht unkenntlich ineinander über. Durch den Hang zur Dramatik wurde viel Wert auf die zeichnerische Authentizität der Emotionen gelegt. Diese sind immer klar zu erkennen und hauchen dem Manga leben ein.

Mit einem sehr lebhaften und authentischen Stil kann Given hoch punkten und bekommt eine volle Wertung von 10,0 Punkten.

Perspektive

Die Geschichte wird eher aus Uenoyamas Blickwinkel beleuchtet. Wenn er sich aber mit Mafuyu trifft, verschwimmen die Perspektiven beider Protagonisten. Da Mafuyu aber eine ruhige und traurige Person ist, gibt er von sich selbst nicht viel preis. Das wird eher von außenstehenden Personen und Schülern, die ihn schon vorher kannten, übernommen. Am meisten erfährt man somit also über Uenoyamas Leben.

Aber auch Perspektivenwechsel sind nicht unbedingt eine Seltenheit. Denn die Blickwinkel und Geschichten der beiden anderen Bandmitglieder, Haruki und Kaji, werden mit aufgefasst. Dem großen Handlungsstrang kann man also gut folgen. Aber die kleinen Nebenhandlungen wirken etwas willkürlich und der Zusammenhang erschließt sich noch nicht ganz.

Trotz mehreren Perspektiven erfährt man recht wenig über Mafuyu und seine Vergangenheit. Dies hält auf alle Fälle die Spannung aufrecht und nimmt nichts vorweg. Dadurch regt es eher zum Denken an, was denn sein Geheimnis sein könnte und steigert die Vorfreude auf die fortlaufende Handlung.

Für die Kategorie Perspektive erhält Given eine Wertung von 9,0 Punkten.

Fazit

Mit Given hat sich Egmont Manga einen weiteren schönen Boys Love-Titel geangelt. Schön ist es auch, dass der Manga zur Abwechslung langsam an das Genre heranführt und auch eine dramatische Handlung bietet. Außerdem wurde dem Manga eine Postkarte mit einem lächelnden Mafuyu beigelegt.

Diesen Manga kann man zurecht als Slowburn bezeichnen. Wer also Wert auf eine schnell voranschreitende Handlung und liebevolle Interaktionen scharf ist, wird hier eher nicht auf seine Kosten kommen. Nichtsdestoweniger kann das breite Publikum unbekümmert zugreifen und sich den Manga zulegen.

Den Manga könnt ihr euch direkt im Shop von Egmont Manga oder hier kaufen:

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Handlung
8.5
Zeichenstil
10
Perspektive
9
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