Der deutsche Anime-Publisher peppermint anime war so freundlich, uns die erste Volume von Fate stay night [Unlimited Blade Works] als Blu-ray als Standard-Version zuzusenden. Die Rezension zur Anime-Serie fiel zwiespältig aus und sollte vor einem Kauf noch mal gelesen werden, um letzte Zweifel zu klären.

Bevor wir mit dem Review beginnen, noch ein paar kurze Infos zum Aufbau des Reviews: Die Themen „Handlung“ und „Unterhaltungsfaktor“ fließen nicht in die Bewertung am Ende ein, da es sich hier um subjektiv zu betrachtende Punkte handelt. Da jeder Mensch ein anderes Genre bevorzugt, kann hier einfach keine allgemeine Bewertung erfolgen.

Die restlichen vier Kategorien bekommen je eine Punktzahl zwischen 0–10, sodass am Ende ein Durchschnitt von satten 10 möglich ist. Also, fangen wir an!

Inhalt

Die Blu-ray enthält keine Extras wie Booklets oder dergleichen. Es ist einfach nur die Blu-ray selbst in einer stabilen Pappverpackung. Auch der Inhalt der Blu-ray ist nicht berauschend. Neben den 5 Episoden + Prolog enthält die Disc als Besonderheiten nur die obligatorischen peppermint anime-Trailer und als Video-Bonus das Opening und Ending ohne Untertitel.

Dazu muss auch gesagt sein, dass insgesamt 200 Minuten an Anime-Action auf die Disc gepasst haben, sodass man schon ein paar Stunden zu tun hat. Die Episoden sind zum einen in deutscher Fassung vorhanden und zum anderen als Originalton in japanischer Fassung mit deutschen Untertiteln. Ganz nebenbei sind auch die Credits als Menüpunkt hinzugefügt worden.

Letztendlich erhält der Inhalt eine Wertung von 9,3.

Handlung

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©TYPE-MOON・ufotable・FSNPC

Shirou Emiya wird in einen Kampf um den heiligen Gral gerissen, bei dem sieben auserwählte Master ihre Geister, die Servants herbeirufen und sie gegeneinander kämpfen lassen. Denn wer am Ende übrig bleibt, hat die Chance auf einen Wunsch seiner Wahl, ganz egal wie gut oder böse dieser ist. Shirou Emiya muss sich nun entscheiden, ob er teilnehmen will oder dagegen ankämpft.

Qualität

An der Tonqualität der deutschen Fassung gibt es nichts zu meckern. Es wurde auch der leichte Hall in den Stimmen der Charaktere aus dem Japanischen adaptiert. Fans der Serie müssen sich also nicht umgewöhnen.

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©TYPE-MOON・ufotable・FSNPC

Bei der Bildqualität ist jedoch das Problem von Black Bullet Vol. 1 wieder aufgetreten. Durch die ständigen dunklen Szenen entstehen durch eine falsche Encodierung oder starke Kompression des Videomaterials (das kann ich ohne Ausgangsdatei nicht genau sagen!) sogenannte Farbabstufungen (Banding), die sich hier stärker zeigen als bei BB, da dieser Anime wie gesagt deutlich mehr dunkle Szenen enthält. Deshalb erhält die Qualität eine Wertung von 9,0.

Synchronisation (Dub)

Bei der Synchronisation bemerkt man als Anime-Fan die Problematik der deutschen Anime-Szene. Stimmen wiederholen sich öfter als einem lieb ist. Zum Beispiel erhält Rieke Werner, auch besser bekannt als StrawbellyCake, sehr viele Aufträge als Synchronsprecherin in Anime. Und sie ist nicht die einzige.

In Deutschland gibt es deutlich weniger Synchronsprecher für Anime als in Japan, weshalb der besondere Charakter eines jeden Anime durch den Einheitsbrei der Synchronstudios zunichte gemacht wird. Dadurch wirken alle Anime ähnlich. Und ich persönlich merke seit Fate stay night, dass Rieke Werner immer dieselbe Stimme an den Tag legt. Das merkt man schon am Anfang des Anime, als im Japanischen die Stimme teilnahmslos wirkt, aber im Deutschen so wie in jeder anderen Szene.

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©TYPE-MOON・ufotable・FSNPC

Dennoch will ich den Synchronsprechern im Anime nicht ihre Kompetenzen absprechen. Teilweise wurden diese sehr gut gewählt und könnten sogar denen in Japan Konkurrenz machen. Auch die Dialoge passen in diesem Anime deutlich besser als in BB. Der Sprachstil ist gut aus dem Japanischen übernommen worden und wirkt dadurch passend.

Dennoch ist bei peppermint ein Dilemma zu finden. Einerseits versucht der Publisher mutig zu sein und lässt die Honorative wie -san und -chan drin. Sogar Sensei wird bei Lehrern gesagt. Außerdem nutzen die Synchronsprecher die japanische Aussprache bei Namen, sodass das „r“ sich dem Japanischen anpasst.

Doch passieren dann auch unlogische Ausrutscher, wo eine kindliche, fremde Person zum Protagonisten Brüderchen sagt, was im Japanischen sicherlich üblich ist. Doch wirkt es in der deutschen Fassung fehl am Platz und hätte doch lieber nicht 1 zu 1 von Onii-san übersetzt werden müssen. Aufgrund aaaaall dieser Dinge bekommt der Dub eine Wertung von 9,0.

Untertitel (Sub)

Beim Untertitel (mein Lieblingsthema^^) war ehrlich gesagt wenig zu beanstanden. Das Timing war wie bei Black Bullet leicht daneben, wenn man sich die Lead-ins und -outs anschaut. Aber sonst doch in Ordnung.

Eine Besonderheit, die wohl nur wenige bemerken werden, ist die veraltete bzw. seltener genutzte Umschrift von japanischen Zeichen, die wir bei Namen in Subs haben. Im Anime wird der Name Mitsuzuri als Mitsudzuri geschrieben. Das „dzu“ ist allerdings eher veralteter Sprachgebrauch und wird meist nur bei japanischen Dialekten gefunden. Die offizielle Umschrift nach dem Hepburn-System gibt „zu“ als Umschrift für „ず“ und „づ“ an. Das aber nur nebenbei.

Vom Sub an sich kann man nicht enttäuscht werden. Die Fehlerquote ist sehr gering – wenige Male ein Kommafehler – und auch sonst ist alles gut gemacht worden. Deshalb erhält der Untertitel die Wertung von 8,1.

Unterhaltungsfaktor

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©TYPE-MOON・ufotable・FSNPC

Zuschauer, die den Anime noch nicht kennen, werden den Prolog wohl als langatmig empfinden, weshalb hier Geduld nötig ist. Die richtige Action und interessante Handlung beginnt eigentlich erst zwischen Mitte und Ende des 50-minütigen Prologs. Dann geht es allerdings ab. Mit einem interessanten Wechsel des Blickwinkels und gutem Voranschreitens der Handlung verfliegt die Langeweile spätestens ab Episode 1.

Danach dürfte man keine Pause machen wollen, bis man die letzte Episode der Volume geschaut hat. Tatsächlich hatte ich eine Pause und konnte die letzten drei Episoden nicht abwarten. Zum Lachen findet man aber nichts in der Handlung. Sie ist vielmehr ernst und actiongeladen, sodass man eher mitfiebert als Tränen lacht. Deshalb müssen sich Spaßbolde woanders umschauen.

Fazit

Der Anime besitzt wie fast jeder seine Schwächen. Dennoch kann er mit interessanter Handlung und Ernsthaftigkeit überzeugen. Fans des Düsteren und Actiongeladenen sollten einen Blick auf jeden Fall riskieren. Mit insgesamt 12 Episoden kann man nämlich nichts falsch machen.

Hier könnt ihr die 1. Volume kaufen:

 

Überblick der Kriterien
Inhalt
9.3
Qualität
9
Synchronisation (Dub)
9
Untertitel (Sub)
8.1
Ehemals studierte ich Japanologie und Sinologie in Frankfurt. Mittlerweile bin ich im (Online-)Marketing international aktiv und leite den Japan-Bereich der EpicCon (epiccon.de). Japaniac startete als Hobby, um meine Zuneigung zur japanischen Kultur auszuleben. Dabei werde ich von Gleichgesinnten unterstützt!