Review zu der Dokumentation Love and Wolbachia – gezeigt auf der NC18

Informier dich!

Dieser Dokumentarfilm wird als Teil des Programms auf dem Nippon Connection Filmfestival 2018 aufgeführt. Dieses findet im Zeitraum vom 29. Mai bis zum 03. Juni statt. Regisseurin ist Sayaka Ono, welche auch als Gast auf der diesjährigen Nippon Connection 2018 in Frankfurt am Main erscheinen wird.

Wir durften einen Blick auf die Dokumentation Love and Wolbachia werfen, und werden euch nun darüber berichten. Dieser erschien erstmalig 2017 unter dem Originaltitel Koi to borubakia.

Bevor wir mit der Review beginnen, hier noch ein paar kurze Infos zu deren Aufbau: Die Themen „Handlung“ und „Unterhaltungsfaktor“ fließen nicht in die Bewertung am Ende mit ein, da es sich hier um subjektiv zu betrachtende Punkte handelt. Da jeder Mensch ein anderes Genre bevorzugt, kann hier einfach keine allgemeine Bewertung erfolgen.

Die restlichen zwei Kategorien bekommen je eine Punktzahl zwischen 0–10, sodass am Ende ein Durchschnitt von satten 10 möglich ist. Also, fangen wir an!

Handlung

In Love and Wolbachia begleiten wir einige Menschen und Pärchen, welche sich eingehend mit dem Thema Liebe und gesellschaftliche Akzeptanz auseinandersetzen. Wie ist Liebe? Was ist das für uns? Liebt und lebt es sich anders, wenn man lesbisch oder transsexuell ist?

„Wäre dein Leben nicht einfacher, wenn du als Mann und nicht als Frau leben würdest?“ (Love and Wolbachia) 

(c) Sayaka ONO

Mit diesen und mehr Themen und Fragestellungen werden die Protagonisten konfrontiert und bewegen uns dazu nochmal einen genauen Blick auf die Gesellschaft und den Umgang mit unterschiedlichen sexuellen Identitäten zu werfen.

Bild- und Tonqualität

Die Bildqualität in Love and Wolbachia wechselt innerhalb der Dokumentation zwischen leicht unscharf und nicht sehr gut belichtet bis zu einem scharfem Bild. Allerdings muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass in dieser Dokumentation die begleiteten Personen authentisch bei ihrem Alltag begleitet werden.

Somit war sicherlich eine dauerhafte Anpassung der Lichtverhältnisse oder der umgebenen Szenerie nicht möglich. Anhand dieser Gesichtspunkte und dem Fakt, dass Sayaka Ono für die Regie als auch die Kameraführung verantwortlich war und damit quasi einen Two-Person-Job erledigte, ist am Ende die Bildqualität absolut zufriedenstellend.

Da sich diese Faktoren ebenso auf den Ton beziehen, werden auch hier zwischenzeitliche Mängel an der Tonqualität deutlich. Doch da trotz Mängel insgesamt ein schön anzusehendes Endergebnis entstanden ist, erhält die Qualität von Ton und Bild eine Wertung von 8 Punkten.

Hier ein kurzer Trailer zum Reinschnuppern:

Untertitelung (Sub)

Love and Wolbachia wurde in englischer Sprache untertitelt, wobei sich das Englisch auf einem relativ einfachem Niveau befindet. Jedoch wird es für unbelesene Zuschauer im Hinblick auf die behandelten Themen im Rahmen der LGBT-Szene brenzlig, wenn man sich selbst noch nicht viel mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Aber sehr viel ist auch aus dem Kontext heraus verständlich, womit sich auch die Zuschauer mit durchschnittlichen Englischkenntnissen entspannt auf diese Dokumentation einlassen können. In dieser Kategorie vergeben wir 9 Punkte.

Unterhaltungsfaktor

Diese Dokumentation ist unheimlich mitreißend auf emotionaler sowie der gedanklichen Ebene. Die Themen werden zusammen mit den Protagonisten unheimlich feinfühlig und mit vielen berührenden Geschichten und Schicksalen aufgearbeitet. Es ist unheimlich interessant die Gesellschaft Japans aus dem Blickwinkel eines Menschen zu betrachten, der sich nicht mit dem angeborenen Geschlecht und der damit verbundenen Geschlechterrolle identifiziert. Was wird man so gefragt? Was bekommt man besonders oft von anderen zu hören? Dieser Dokumentarfilm schafft es ein authentisches Portrait abzubilden, welches bewegt und berührt.

Fazit

Wer sich schon immer über die LGBT-Szene in Japan informieren wollte, der macht mit dieser Dokumentation einen guten ersten Schritt um sich später intensiv mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Doch dieser Dokumentarfilm kann so viel mehr, denn das Thema Liebe bewegt viele Menschen und somit wird unser Bewusstsein auf vielen Ebenen erweitert, was definitiv eine Bereicherung darstellt.

Wir finden, dass Love and Wolbachia absolut einen Blick wert ist, also wen jetzt das Interesse gepackt hat, der kann sich auf der Nippon Connection 2018 sein eigenes Bild zu der Dokumentation bilden. Weitere Informationen dazu findet ihr hier.

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