Fünkchen von Zuneigung

Review: Twittering Birds Never Fly, Band 2

Informier dich!

Yashiros selbstzerstörerisches Verhalten wird ihm in Twittering Birds Never Fly Band 2 zum Verhängnis. Selbst sein ambitionierter Leibwächter Doumeki kann ihm da nicht mehr aus der Patsche helfen. Mehr zu Yashiros Spiel mit dem Feuer in unserer Review zu Band 2. 

Dieser Artikel beinhaltet womöglich Spoiler.

Handlung

Getrieben von seiner dunklen Vergangenheit flüchtet sich der masochistisch veranlagte, hochrangige Yakuza Yashiro in eine bedeutungslose Affäre nach der anderen. Einzig sein neuer Bodyguard Doumeki kann ihm ein Gefühl von Frieden vermitteln, das ihm bis dahin völlig unbekannt war. Und doch nimmt Yashiros selbstzerstörerischer Drang allmählich gefährliche Ausmaße an und könnte ihn diesmal sogar das Leben kosten … (© Manga Cult)

Twittering Birds Never Fly Band 2 Cover
© 2013 KOU YONEDA © Manga Cult, Ludwigsburg 2020

Der Hauptcharakter Yashiro liebt es regelrecht zu provozieren. Dabei macht er keine Unterschiede, ob der Gegenüber ein Freund, Verbündeter oder Feind ist. Andere bloßzustellen, zur Weißglut zu treiben oder sich über ihre Reaktionen zu mokieren, bereitet ihm Vergnügen. Wenn man allerdings den Bogen überspannt, kann das im Yakuza Milieu durchaus zu Fehden, Schlägereinen oder Mordversuchen ausarten.

Ein Bodyguard haut einem aus solch brenzlichen Situationen wieder raus, nicht wahr? So einfach ist es leider nicht. Doumeki steht seinem Chef zwar bedingungslos zur Seite, aber hat auch mit seinen Macken zu kämpfen. Die können seine Arbeit teils doch deutlich erschweren. Nichtsdestotrotz beginnt Doumeki zunehmend Gefallen an Yashiro zu finden und lernt die gemeinsame Zeit miteinander zu schätzen. 

Zwar mag es Yashiro nicht zugeben, aber er schenkt seinem Bodyguard mehr Beachtung als gewöhnlich. Wie kann das sein? 

Indes versucht Doumeki durch Yashiros alten Freund Kageyama mehr über seinen Chef herauszufinden und bekommt augenöffnende Details zu hören. Ein wesentlicher Bestandteil der Handlung des zweiten Bandes ist hierbei erwartungsgemäß der innere Konflikt Doumekis. Was würde es bedeuten, wenn er sich in seinen masochistischen und seiner Ansicht nach doch liebenswürdigen Boss verlieben würde?

In Rückblenden erfährt man als Leser ferner wieder mehr über Yashiro selbst. Dieses Mal wird aus Sicht von seinem Boss Misumi erzählt, wie Yashiro mit 19 Jahren den Yakuza beitritt.

Explizite Sexszenen sind wieder in allen Kapiteln des Bandes zu finden. Kindesmissbrauch wird im Band ebenfalls thematisiert, jedoch leider nicht geahndet. Das Umfeld versagt diesbezüglich komplett. 

Twittering Birds Never Fly ist ausschließlich für ein erwachsenes Publikum konzipiert, das eine Genrekombination von Drama und Boys Love wertschätzt. Die Story machen nach wie vor ungewöhnliche Charaktere und ihr Verhalten aus. Insgesamt holt sich die Handlung im zweiten Band eine Wertung von 9 Punkten. 

Zeichenstil

Der gewohnte Zeichenstil mit stärkeren Außen- als detailgebenden Linien setzt sich auch im 2. Band mit 256 Seiten Inhalt gekonnt fort. Prinzipiell legt Kou Yonedas Stil mehr Wert auf die Charaktergestaltung als auf die Hintergründe. Letztere sind meist sehr einfach gehalten, rein weiß oder zeugen von einem hohen Einsatz von Rasterfolie. Je nach Tageszeit im Manga wechseln sich helle und dunkle Szenen ab.

Die Proportionen der Figuren an sich sind ferner stimmig und wirken realistisch. In der abwechslungsreichen Panelaufteilung kommen alle relevanten Akteure dabei visuell gut zur Geltung. Das Großformat unterstützt zudem das leichtere Lesen der Texte in den Sprechblasen. Ab und zu ist man sich jedoch etwas unsicher, wer gerade spricht oder denkt. Dahingehend sind nicht alle Sprechblasen klar zuzuordnen. 

Zusammenfassend ist Kou Yonedas Zeichenstil ansehnlich und holt sich eine Wertung von 7 Punkten.

Perspektive

Die Erzählperspektive springt leicht von Kapitel zu Kapitel. Im zweiten Band wechseln sich Doumeki, Yashiro, Misumi und ein Handlanger namens Nanahara ab. Dadurch erhält man Einblick in das Innenleben der genannten Haupt- und Nebencharaktere, was abwechslungsreich und spannend gestaltet ist. 

Durch ihre ausgesprochenen Worte und Gedankengänge lernt man sie so besser kennen. Letztere sind so strukturiert, dass man ihnen leicht folgen kann – sofern man die Sprechblase einwandfrei einer Figur zuordnen kann. 

Für eine passende und facettenreiche Erzählperspektive erreicht Twittering Birds Never Fly Band 2 eine Wertung von 10 Punkten.

Fazit

Twittering Birds Never Fly ist ausschließlich für ein erwachsenes Publikum konzipiert, das eine Genrekombination von Drama und Boys Love wertschätzt. Die Story machen nach wie vor skurrile Charaktere, deren Verhalten und das Yakuza-Umfeld aus. Gewalt- und Sexszenen sind hierbei ein fester Bestandteil der Geschichte. Kou Yonedas Zeichenstil rückt die Figuren ferner in ein klares, aber doch zwielichtiges Licht, was perfekt zur Handlung passt.

An dieser Stelle bedanken wir uns bei Manga Cult für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Lesetipps

Die Menschen hinter dem Cosplay: Chikako Cosplay

Wir alle haben sie schon irgendwo gesehen. Schillernde, bunte und faszinierende Kostüme in allen Ausführungen, die man sich nur irgendwie denken kann. Endlich kann...

Neue Ehrengäste für die AnimagiC bekannt

Auch dieses Jahr hält die Mannheimer AnimagiC wieder einige hochkarätige Leckerlis für ihre Fans bereit. Zuletzt durften wir erfahren, dass in Kooperation mit dem...
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x
Send this to a friend