Yashiro ist gut aussehend, bekennender Masochist und ein Boss bei einer Yakuza-Gruppierung. Mit Chikara erhält er einen neuen Leibwächter, der völlig teilnahmslos auf seine Sexsucht und Annäherungsversuche reagiert. Was geht da ab? Erfahrt es in Twittering Birds Never Fly Band 1.

Dieser Artikel beinhaltet womöglich Spoiler.

Handlung

Yashiro, ein hochrangiger Yakuza, lässt niemanden an sich heran. Er gilt als kaltherzig, abgebrüht und masochistisch. Sein neuer Bodyguard, Chikara Doumeki, ist still und zurückhaltend – und Yashiros Avancen gegenüber vollkommen gleichgültig. Doch der zerbrechliche Frieden zwischen den beiden Männern wird bedroht, als Yashiros Vergangenheit ihn einholt … (© Manga Cult)

Im Mittelpunkt der Story stehen die drei Männer Yashiro, Chikara und Kageyama. Letzterer ist ein alter Freund von Yashiro, der seit seiner Jugend ein Faible für Brandwunden hat. Inzwischen ist er Internist und hilft gelegentlich dabei aus, die Wunden von Yakuza zu versorgen. Yashiro vermutet, dass auch Kageyama sich von Männern angezogen fühlt, obwohl er dies bislang noch nie offen zugegeben hat. 

Twittering Birds Never Fly Band 1 Cover
© 2013 KOU YONEDA © Manga Cult, Ludwigsburg 2020

Yashiro selbst ist dafür bekannt „extrem devot und pervers“ zu sein. Er ist bekennender Masochist. Das heißt, er spürt sexuelle Lust meist nur, wenn man ihm Schmerzen zufügt. Für gewöhnlich ist der homosexuelle Yakuza nicht wählerisch bei seiner Sexpartnerauswahl, nur eine eiserne Regel hat er: Yashiro lässt die Finger von seinen Untergebenen.

Und da kommt sein neuer Leibwächter Chikara ins Spiel, der genau sein Typ ist. Frisch aus dem Gefängnis ist der ehemalige Polizeianwärter der Yakuza beigetreten. Zudem findet Chikara Yashiro  seit ihrer ersten Begegnung einfach schön. Ob Chikara schwul ist, bleibt ungewiss, denn er zeigt seinem Boss gegenüber keinerlei Lust, noch geht er auf Yashiros Anmachversuche ein. Chikara will einfach nur weiter für ihn arbeiten, das scheint alles zu sein?!

Der erste Band widmet jedem der drei Charaktere ausreichend viel Zeit, um diese in ihrer Komplexität und Vielschichtigkeit vorzustellen. Man erfährt durch zahlreiche Dialoge als auch Rückblicke in die Vergangenheit mehr über die Figuren. Ihre speziellen, sexuellen Neigungen und Erfahrungen werdet dabei besonders thematisiert. Im Mittelpunkt steht hierbei Yashiro. 

Ferner hat Mangaka Kou Yoneda ein ungewöhnliches und unverbrauchtes Setting gewählt: das Yakuza Millieu. In dieser „Welt der Männer“ gibt es feste Strukturen und Vorgehensweisen, die der Außenwelt für gewöhnlich verborgen bleiben. Einen Blick dahinter zu werfen ist verlockend. 

Twittering Birds Never Fly vereint markante Charaktere in einer geheimnisvollen Umgebung und wird mit einer Wertung von 10 Punkten belohnt.         

Zeichenstil

Der Zeichenstil setzt die Figuren gut in Szene und passt zur Story. Im Großformat kommen die Details besonders gut zur Geltung. Die Proportionen sind zudem überwiegend stimmig und die Manga-Panelaufteilung abwechslungsreich. Die Charaktere sind des Weiteren visuell leicht voneinander zu unterscheiden. Die Außenkante der Figuren ist übrigens stets etwas stärker als die Striche, aus denen sich die Gesichtszüge und Haare formen.

Außerdem sind die Hintergründe sehr einfach gehalten. Oft entweder nur angedeutet, mit Rasterfolie versehen oder schlicht auf weiß endend. Die Sprechblasen darin haben eine normale Größe. Leider ist nicht immer hundertprozentig eindeutig, welche Bubble zu welchem Charakter gehört. Abgesehen davon fügen sie sich gut ins Gesamtbild ein. 

Zu Beginn des Bands sind nebenbei bemerkt vier Farbseiten enthalten. Band 1 kostet glatte 10 € und enthält in Summe 218 Seiten.  

In puncto Zeichenstil holt sich Twittering Birds Never Fly Band 1 eine Wertung von 6 Punkten.

Perspektive

Der erste Band ist in drei Bereiche unterteilt: Don’t stay gold, Twittering Birds Never Fly und Kein Sturm wird den Untergang bringen und kein Abschied Tränen. Je nach Kapitel springt die Erzählperspektive von Charakter zu Charakter. In der Regel wird die Story jedoch aus Sicht von Yashiros jetzigem oder früherem Ich erzählt. Explizite Sexszenen sind in jedem Abschnitt zu sehen. Daher auch die Empfehlung den Manga erst ab 16+ Jahren zu lesen. 

Im Prinzip lässt sich der Handlung und Erzählperspektive leicht folgen. Durch die zahlreichen Dialoge und Gedanken erfährt man auch mehr über das Innenleben und Widersprüchlichkeit des Charakters Yashiro. 

Letztlich verdient sich Twittering Birds Never Fly Band 1 eine Wertung von 10 Punkten bei der Perspektive.

Fazit

Der Zeichenstil stellt die Figuren einwandfrei dar und sowohl der Handlung als auch der Erzählperspektive lässt sich leicht folgen.  

Zusammenfassend ist Twittering Birds Never Fly Band 1 ein ungewöhnlicher Boys Love-Titel, der markante Figuren, Masochismus und das dubiose Yakuza Milieu als Setting vereint. Diese Kombination macht den Manga auch für erwachsene Leser*innen außerhalb des Boys Love-Genre interessant, die vielschichtige und widersprüchliche Charaktere reizen. 

An dieser Stelle bedanken wir uns bei Manga Cult für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

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