Die Spielereihe „Mario Party“ vom Konsolenhersteller Nintendo kennt eigentlich so gut wie jeder Gamer – auch Casual-Gamer. Seit Ende des letzten Jahres hat Nintendo das mittlerweile schon 15. Spiel aus der durchaus sehr beliebten Reihe für den Handheld Nintendo 3DS veröffentlicht. Das Spiel mit dem Namen „Mario Party – Star Rush“ ist dabei auch schon der fünfte Ableger für tragbare Endgeräte von Nintendo. 

Doch wird „Mario Party – Star Rush“ der Videospiele-Reihe gerecht oder ist dieses Spiel für Nintendo ein Griff ins Klo und schadet im schlimmsten Fall den Ruf der „Mario Party“-Reihe? Dies werde ich in meinem folgenden Review klären und euch ein bisschen bei der Kaufentscheidung helfen.

Handlung

Na ja, zur Handlung von „Mario Party – Star Rush“ kann ich eigentlich fast gar nichts sagen, da das Spiel keinerlei Handlung besitzt. Man wird quasi ins Spielgeschehen geschickt ohne irgendeine Geschichte rund um den im Mittelpunkt stehenden Toad und seine Komparsen zu erfahren. Im Story-Modus namens „Toad-Tour“ bekommt man auch nur eine sehr begrenzte Information vor oder nach dem Spiel mit. Das hängt auch vielleicht damit zusammen, dass es eigentlich kein richtiger Story-Modus ist, sondern eher ein Zufalls-Spielemodus, in dem immer wieder eine sehr winzige Geschichte erzählt wird.

Ich finde das eigentlich bei einem Spiel mit dem Schwerpunkt Mehrspieler-Spaß nicht sonderlich schlimm, jedoch fände ich es immer noch angenehmer bzw. interessanter, wenn eine komplette und zusammenhängende Geschichte entweder im ganzen Spiel oder in einem Modus erzählt wird. Dadurch findet man auch als Einzelspieler einen größeren Anreiz, das Spiel komplett durchzuspielen, später dazu aber mehr.

Gameplay

In dem Spiel befinden sich insgesamt 7 Modi, in denen ihr euch austoben und eure Freunde oder Computer schlagen könnt. Ihr habt also die Auswahl zwischen „Toad-Tour“, „Münzenrennen“, „Ballonjagd“, „Vor und Zurück“, „Musikbühne“, „Kletterturm“ und „Buu Huus Blöcke“.

©Nintendo Entertainment

Toad-Tour: 
In diesem Spielmodus habt ihr die Aufgabe, als Toad mehrere Sterne aus den Fängen von Bowser und Co. zu befreien. Dabei könnt ihr zwischen 5 verschiedenen Spielbrettern auswählen, die je nach Level mit wenigen oder auch mit vielen Runden ausgestattet sind. Wer von den bis zu 4 Teilnehmern am Ende die meisten Sterne gesammelt hat, hat gewonnen.

Der Spielmodus ist anfangs sehr interessant und spannend, jedoch nimmt der Spaßigkeitsgrad mit mehreren Runden, vor allem als Einzelspieler, ab. Grund dafür ist, dass es zum einen gegen die Computer sehr schnell eintönig wird und kein Reiz und Ansporn da ist, sie zu besiegen. Zum anderen werden die Boss- sowie die Minispiele nach mehreren Durchläufen ebenfalls eintönig und langweilig. Wäre ein bisschen Story dahinter, sodass zum Beispiel verschiedene Bosse nicht immer wieder auftreten, dann wären die Minispiele nicht mehr nach mehreren Durchläufen so zäh und uninteressant.

©Nintendo Entertainment

Münzenrennen: 
Da heißt es rennen, rennen und nochmal rennen. In diesem Spielemodus tretet ihr wie bei einem Lauf bei den Olympischen Spielen gegen Gegner an. Allerdings bestreitet ihr bei diesem Lauf verschiedene Minispiele, in denen ihr dann Münzen sammeln müsst, um vom Fleck zu kommen. Der, der als erstes eine gewisse Rundenanzahl geschafft hat, hat gewonnen.

Dieser Spielemodus hat mir sehr viel Spaß gemacht, da man zum einen einen ständigen Druck vom Gegenspieler bekommt und sich zum anderen die Minispiele abwechseln, sodass es nicht eintönig und langweilig wird.

©Nintendo Entertainment

Ballonjagd: 
Bei „Ballonjagd“ handelt es sich um einen Modus mit dem Spielprinzip von „Toad-Tour“. Neu dazu kommen für den Modus extra angefertigte Spielbretter und Münzballons, die sehr oft irgendwo zufällig auf dem Spielfeld auftauchen.

Der Modus ist an und für sich echt gut, da es vor allem mit den Münzballons spannender und interessanter wird. Allerdings schlägt sich dieser Modus mit dem gleichen Problem wie „Toad-Tour“ herum. Nach ein paar Spielrunden werden die Minsipiele ein bisschen langweilig, sodass der Spielspaß etwas darunter leidet.

©Nintendo Entertainment

Vor und Zurück: 
„Vor und Zurück“ erfordert taktisches Denken und jede Menge Glück, denn hier geht es darum, vor dem gegenüberstehenden Gegner die Burg desjenigen mit drei Figuren zu erobern. Dabei sind Aktionsfelder auf dem Spielfeld platziert, die euch entweder helfen oder zurückwerfen.

Diesen Modus finde ich unter den anderen am besten, lustigsten und vor allem am spannendsten. Man muss durch zwei Würfeln taktisch seine Spielfiguren fortbewegen, da man sonst blind in eine Falle laufen könnte und dadurch dem Gegner einen Vorteil verschaffen würde. Außerdem ist durch die Würfel ein enormer Glücksfaktor gegeben, da man selber nie entscheiden kann, ob man mit beiden Würfeln eine Spielfigur ins Verderben stürzt. Durch diesen riesigen Glücksfaktor bleibt es fast immer spannend bis zum letzten Spielzug.

Musikbühne: 

©Nintendo Entertainment

In diesem Spielemodus kannst du die bekanntesten und beliebtesten Mario-Tracks mit verschiedenen Instrumenten nachspielen. Dabei bekommst du, je nachdem wie gut du die Note triffst, eine bestimmte Wertung, sodass du dich stetig verbessern kannst.

Leider hat mich dieser Modus sehr stark enttäuscht. Die Tracks aus verschiedenen Mario-Spielen sind sehr gut ausgewählt worden und es macht Laune, sie nachzuspielen, jedoch ist die Umsetzung sehr schlecht. Man muss nur im richtigen Moment auf den Touchscreen auf dem unteren Bildschirm tippen. Das ist im ersten Moment nicht sonderlich schlimm, jedoch ist es sehr schlampig umgesetzt worden, sodass es eher eine reine Glückssache ist, ob man den Ton trifft oder nicht. Außerdem wird das gespielte Instrument nicht in das Lied eingebaut, sondern nur obendrauf gespielt. Dadurch geht das ganze Feeling flöten und macht dementsprechend schon nach kurzer Zeit kein Spaß mehr.

©Nintendo Entertainment

Kletterturm: 
Beim „Kletterturm“-Modus geht es darum, einen großen Turm zu erklimmen und die Spitze erreichen. Dabei werden einem sehr viele Fallen in den Weg gelegt, sodass man schon mal den ein oder anderen Stromschlag von Sparkys bekommen kann und zurückgeworfen wird.

Auch dieser Modus macht wieder sehr viel Spaß, da die Klettertürme mit den verschiedenen Größen unterschiedlich und abwechslungsreich sind. Zusätzlich machen die Fallen, die man nicht immer kommen sieht, einem das Leben schwer, vor allem, wenn man schon sehr weit oben ist. Für sehr talentierte und gelangweilte Gipfelstürmer unter euch gibt es sogar einen Kletterturm mit 500(!!!) Stockwerken.

©Nintendo Entertainment

Buu Huus Blöcke: 
„Buu Huus Blöcke“ ist ein Modus, in dem es darum geht, am schnellsten alle Blöcke wegzubekommen. Man bekommt diese weg, in dem man die Blöcke so dreht, dass drei gleiche Zahlen in drei oder mehreren Gruppen entstehen. Diese gelösten Blöcke erscheinen dann beim Gegner, der wiederum das Gleiche machen muss um die Blöcke wieder zu entfernen.

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Dieser Modus gehört zu den wenigen Modi, die sehr lange Spaß machen können. Dadurch, dass man die gelöste Blöcke dem Gegner „schenkt“, entsteht ein großer, spaßiger und intensiver Wettkampf, der immer wieder anders ausgehen kann, da man vielleicht gerade in einem Moment eine Glückssträhne mit den Blöcken hat.

Zusammengefasst sind die Modi anfangs allesamt ziemlich cool, interessant und ziemlich spaßig, vor allem mit Freunden, mit denen man es in einem Raum spielt. Die wenigsten halten dieses Niveau, da es meistens einfach zu einseitig und vor allem zu einfältig wird und somit der Spielspaß nach längerer Daddelzeit flöten geht.

Im Großen und Ganzen ist auch die Steuerung ziemlich einfach gehalten. Man weiß, wenn man öfters mit dem 3DS spielt, mit welcher Taste man was auslöst. Zusätzlich wird es einem meisten angezeigt und erklärt, welche Knöpfe man drücken oder benutzen muss. Deshalb ist dieses Spiel sehr gut für Einsteiger in der Nintendo 3DS-Community geeignet. Ich gebe dem Spiel in dieser Kategorie die Wertung 6,0.

Grafik & Sound

Die Grafik ist auf einem typischen 3DS-Niveau. Das bedeutet, dass es keine Ultra HD-Grafik, wie beispielsweise bei einem PlayStation 4-Spiel besitzt, allerdings hat es für einen Handheld der Marke Nintendo eine sehr gute Auflösung. Wie bei einem Mario-Spiel typisch ist das Bild sehr farbenfroh und mit sehr vielen kleinen und schönen Details gespickt. Auch die 3D-Version des Spiels ist für ein 3DS-Game sehr gut umgesetzt worden. Man bemerkt richtig die Tiefe, wenn man den 3D-Modus anschaltet. Dadurch wirkt das komplette Spiel realistischer, sodass man wirklich Spaß hat, „Mario Party – Star Rush“ zu spielen. Allerdings muss man starr sitzen und darf seinen Kopf oder den 3DS nicht so viel bewegen, da sonst der 3D-Effekt verloren geht – das ist allerdings ja ein typisches Problem vom Nintendo 3DS. Die Animationen der Charaktere, der Bosse sowie der Umgebung sind auch sehr gut umgesetzt worden.

Der Sound ist auch wirklich Mario-typisch und das meine ich nur im Guten. Jedes, aber wirklich jedes Lied/Musikstück passt auf die Situation wie die Faust aufs Auge und ist für genau diese Stelle komponiert worden. Sie sind, bis auf ein paar Ausnahmen, wie z.B. bei den Kämpfen mit Bowser, allesamt fröhlich und verbreiten gute Stimmung, sodass man richtig Lust auf das Game bekommt. Auch jeder Bossgegner hat seine typische Einspiel-Musik, sodass es man gleich weiß, gegen wen man als nächstes antreten muss. Zusätzlich kann man sich im „Musikbühne“-Spielmodus bekannte Stücke aus früheren Mario-Games anhören.

Zusammenfassend kann ich hier also sagen, dass sowohl die Grafik als auch der Sound im Mario Party-Spiel sehr gut sind und Laune auf das Spiel machen. Deswegen bekommt „Mario Party – Star Rush“ in dieser Kategorie die Wertung 9,0. 

Charaktere

©Nintendo Entertainment

Bei „Mario Party – Star Rush“ hat man als spielbare Charaktere die Auswahl zwischen 12 bekannten Charakteren aus dem Mario-Universum. Das bedeutet, dass man eine relativ große Auswahl bei der Charakterwahl hat und für jeden Spieler der passende Charakter vorhanden ist. Zu den nicht spielbaren Charakteren zählen Bowser und seine ganzen Handlanger, die ihr im Spiel als Bossgegner antreffen und bezwingen könnt. So kommt man insgesamt auf 57 Charaktere.

Durch die große Charaktervielfalt und die vielen Bossgegner, die allesamt jedem Mario-Kenner bekannt sind, bekommt „Mario Party – Star Rush“ in dieser Kategorie von mir die Wertung 10,0.

Schwierigkeitsgrad & Spielzeit

Den Schwierigkeitsgrad kann man vor jedem Modus gegen die computergesteuerten Charaktere individuell an die eigenen Spielfähigkeiten bestimmen. Dabei kann man zwischen NormalStark und Sehr Stark entscheiden, sodass für jeden Spieler etwas dabei ist, bei dem er gefordert wird. Normal ist allerdings im Vergleich zu den meisten anderen Spielen mit Leicht zu vergleichen. Das ist aber nicht schlimm, da das Spiel prinzipiell nicht die Hardcore-Gamer als Hauptzielgruppe ansprechen will. Jedoch ist für jeden hartgesottenden Gamer auch der Sehr Stark-Schwierigkeitsgrad oftmals fordernd und birgt eben den versprochenen Spaß.

Die Spielzeit ist bei „Mario Party – Star Rush“ unterschiedlich zu beurteilen. Wenn man alleine gegen Computer spielt, dann macht es anfangs sehr viel Spaß, jedoch wirkt es auf Dauer schlauchend und zunehmend langweiliger. Dem will Nintendo mit dem Levelsystem, bei dem man neue Charaktere und Spielmodis freischalten kann, entgegenwirken. Das ist meiner Meinung nach nicht so gut gelungen, da man sehr lange braucht, um jeden Charakter und alle Spielmodis freizuschalten. Vor allem finde ich die lange Freischaltung aller Spielmodi ungünstig, da man ja eigentlich alle Modi von Anfang an ausprobieren und spielen will. Beim Online-Spielen oder beim Spielen gegen Freunde kann die Spielzeit sehr lange und durchweg spaßig sein, da man jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung hat und mit Freunden auch viele kleine Challenges ausprobieren kann.

Abschließend kann ich sagen, dass der Schwierigkeitsgrad sehr gut gewählt wurde und für jede Art von Spieler etwas dabei ist, das ihn fordert. Die Spielzeit ist je nachdem wie man das Spiel spielt unterschiedlich und kann manchmal verhältnismäßig kurz oder auch mal sehr lang sein. Deswegen bekommt das Spiel von mir in dieser Kategorie die Wertung 7,0.

Fazit

Als Fazit kann ich sagen, dass „Mario Party – Star Rush“ ein teils gelungenes Spiel ist, jedoch nicht so gut wie die Mario Party-Teile für die Heimkonsolen von Nintendo. Das Spiel hat leider wenig Handlung, jedoch nachvollziehbar, da das Spiel eher ein Mehrspieler-Game sein soll, das man mit Freunden oder auch online zockt. Das Gameplay ist je nach Spielmodus unterschiedlich gut, ist aber zusammenfassend ganz gut gelungen. Vor allem die Modi „Vor und Zurück“ und „Kletterturm“ haben mir sehr gut gefallen und ich kann sie nur jedem empfehlen. Auch in der Kategorie Grafik & Sound hat mich das Spiel sehr überzeugt, da es für ein Nintendo-Spiel für den hauseigenen 3DS auf einem hohen Niveau ist. Die Charakterauswahl ist bei „Mario Party – Star Rush“ mit 12 spielbaren Charakteren ordentlich, sodass sich jeder Spieler mit einer Figur identifizieren kann. In der Kategorie Schwierigkeitsgrad & Spielzeit bin ich auch alles in allem zufrieden. Man hätte dem Einzelspieler noch etwas mehr anbieten müssen, sodass derjenige länger am Ball bleibt, aber ansonsten macht es mit den Freunden sehr viel Spaß und verleitet einen dazu, die Zeit zu vergessen.

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Gameplay
6,0
Grafik & Sound
9,0
Charaktere
10,0
Schwierigkeitsgrad & Spielzeit
7,0
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