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Das 22. Internationale Filmfestival in Stuttgart fand vom 05.–10. Mai statt. Der Verlag KAZÉ lud Japaniac zur Vorführung von Patema Inverted ein. Ein kurzes Résumé.

Ganz kurzfristig wurden wir von KAZÈ gefragt, ob wir denn Interesse an einer Vorführung von Patema Inverted haben. Das Ganze sollte in Stuttgart stattfinden und war spontan beschlossen. Der Trip nach Stuttgart und die Übernachtung wurden schnell gebucht und die Vorfreude konnte beginnen.

In Stuttgart angekommen hat man sofort gemerkt, dass ein Festival stattfindet. Das durch Stuttgart 21 in den Medien bekanntgewordene Städtchen (natürlich kannte man es schon vorher) wurde vom Internationalen Filmfestival übernommen. Auf dem größten Platz in Stuttgart, dem Schlossplatz, wurde ein großer Bildschirm aufgebaut, wo man Freiluftkino genießen konnte. Als wir dort waren, kam gerade der Animationsfilm Baymax. Ein durchaus empfehlenswertes Erlebnis. Im Grunde genommen eine Art Public Viewing für Animations-Fans.

Baymax im Freiluftkino
Baymax im Freiluftkino

Das Gros an Filmen wurde in der Nähe des Schlossplatzes gezeigt. In der Königstr. 20 befindet sich nämlich das Kino Gloria mit seinem Independent-Charme. Bei günstigen Preisen für Nachos, Popcorn und Co. gab es große Kinosäle und interessantes Dekor. Der Film Patema Inverted sollte am 09.05. um 23 Uhr beginnen und eine große Menschenmenge wartete im Foyer des Kinos.

Der Film wurde von KAZÉ für dieses Fest zur Verfügung gestellt. Zunächst einmal gibt es bestimmt einige, die japanischen Filmen eher verhalten gegenüberstehen und erst recht mit deutscher Synchonisierung. Jedoch ist Patema Inverted eine abgedrehte Geschichte mit tollen Animationen und überraschenderweise mit guten Synchronsprechern. Da ich das Original mit japanischen Stimmen nicht gesehen habe, kann ich natürlich nicht vergleichen. Aber ich fand den Film sehr gut.

Vor allem die Parallelen zum Sozialismus und dem Freiheits- bzw. Eigenständigkeitsgedanken, die dem Film ein Thema geben, sind sehr gut und nicht zu übertrieben gemacht worden.

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Der Film stammt von Yasuhiro Yoshiura, der auch schon Pale Cocoon und Mizu no Kotoba geschaffen hat. Mit seinem Produktionsstudio Rikka hat er dies bewerkstelligen können. Er ist einer der Animatoren, die quasi vom Tellerwäscher zum Star wurden.

Hier mal die Handlung zu Patema Inverted:

Patema ist die Prinzessin eines Dorfes – ein Dorf in einer Welt, die vollständig unter der Erde liegt. Um sich dort fortbewegen zu können, haben die Menschheit hochkomplexe Tunnelsysteme errichtet. Obwohl sie eingeengt und in völliger Dunkelheit leben, können die Menschen mit Hilfe von Schutzkleidung trotzdem ein ruhiges und sorgenfreies Leben führen.

Patema liebt es umherzuwandern und die Tunnelgänge zu erforschen. Ihr Lieblingstunnel befindet sich aber ausgerechnet in der Danger Zone, zu welcher der Zutritt strengstens untersagt ist. Trotz mehrfacher Belehrung lässt sich die Prinzessin aber nicht davon abbringen – schließlich wurde ihr nie erzählt, was es denn dort so Gefährliches geben soll. Während einer ihrer Ausflüge überschlagen sich die Ereignisse und mit jedem gelüfteten Geheimnis der Danger Zone schreitet auch die Geschichte um die kleine Prinzessin voran…

Fazit

Das Stuttgarter Filmfestival sollte man sich wenigstens einmal angeschaut haben. Das Freilichtkino, die besondere Filmmischung und die Festival-Atmosphäre erzeugen eine interessante Mischung. Animations-Fans kommen hier wirklich auf ihre Kosten. Zum Film Patema Inverted lässt sich nur sagen, dass dieser absolut sehenswert ist und neben Pale Cocoon und Co. zu den wirklich guten Filmen von Yasuhiro Yoshiura gehört. Vielleicht kommt er sogar an die Ghibli-Filme heran …

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Ehemals studierte ich Japanologie und Sinologie in Frankfurt. Mittlerweile bin ich im (Online-)Marketing international aktiv und leite den Japan-Bereich der EpicCon (epiccon.de). Japaniac startete als Hobby, um meine Zuneigung zur japanischen Kultur auszuleben. Dabei werde ich von Gleichgesinnten unterstützt!

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