Die Kunst, mit Papier Dinge zu kreieren, gibt es schon seit Jahrhunderten. Auch in Japan begann die Kunst desOrigami schon im 17. Jahrhundert und fand regen Zulauf. Aber wie so oft reicht es vielen auf Dauer nicht aus. Neues muss her. Dadurch entstand vor ein paar Jahren ein neuer Trend, der auch hier in Europa immer beliebter wird.

Papercraft (Papierhandwerk) heißt dieser Trend und findet unter Anime-Fans immer mehr Beachtung. Oft werden Anime-Figuren in verschiedensten Maßstäben gebastelt. Manchmal sogar in Lebensgröße. Dabei benötigt man nur einen Drucker, viel Tinte, Schere und Klebstoff. Durch die Verwendung von Schere und Klebstoff gehört es nicht mehr zum Origami, welches sich dadurch auszeichnet, ein Blatt Papier zu falten und daraus tolle Objekte zu erschaffen. Die Weiterentwicklung namens Kirigami (jap. kiru=schneiden & kami=Papier) erlaubt allerdings das Zerschneiden von Papier und die Verwendung von Klebstoffen. Auch andere Materialien wie Nähfaden, Metall, Schmucksteine und Holz dürfen verwendet werden. Somit dürfte man Papercraft nach japanischer Sicht zu Kirigami zählen.

Im Internet finden sich bereits hunderte Anleitungen im PDF-Format, die man nur ausdrucken und ausschneiden muss. Dabei variiert der Schwierigkeitsgrad von „leicht“ bis „sehr schwierig“. Es gibt sogar Vorlagen mit hunderten Einzelteilen, die am Ende komplexe Gebilde ergeben.

Im Vergleich zum klassischen Kirigami hat Papercraft mehr Facetten. Oft reicht einfaches Falten nicht aus. Faltung als Bogen oder gekrümmte Kante sind nichts Seltenes. Auch Stecksysteme sind möglich. Wer sich an Papercraft austoben will, sollte vor allem Geduld und Zeit mitbringen. Die einfachen Papercraft-Anleitungen bestehen zumeist aus etwa 10 Teilen mit einfachen Kanten. Doch bei größeren Modellen gibt es viele feine Details, die man nur mit Mühe sauber ausschneiden kann. Oft helfen da eher ein Cutter-Messer oder ein Kunstmesser.

Pepakura Viewer

Oft werden im Internet statt der fertigen PDF-Dateien zum Druck andere Formate zum Download bereitgestellt. Eine weitverbreitete Datei-Endung dieser Papierkunst ist die .pdo-Datei. Dabei handelt es sich um ein Format, das am besten mit der 3D-Software Pepakura Viewer (Download) geöffnet wird. Dabei kann man links die 3D-Ansicht des fertigen Objekts betrachten und rechts die Aufteilung der einzelnen Teile in Seiten mit Schnittlinien sehen. Beim Drüberfahren mit der Maus erkennt man auch, welche Teile wo zusammenkommen. Die Funktion zum Drucken ist inklusive und macht den Einstieg ohne wirkliche Grundkenntnisse möglich.

pepakura

goku
genial

Hier könnt ihr die .pdo-Anleitung zu Son Goku in Lebensgröße herunterladen: Download

Wer nach Anleitungen zu Papercraft sucht, wird hier fündig:

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