Die „Schrein-Insel“ Miyajima (宮島) – so wörtlich übersetzt – gilt laut dem Gelehrten Hayashi Razan als eine der drei schönsten Landschaften Japans.

Gelegen in der Seto-Inlandsee ist die nur etwa 30 km² große Insel in weniger als einer Stunde von Hiroshima aus zu erreichen. Wer also in der Nähe ist, sollte sich einen Abstecher nach Miyajima nicht entgehen lassen.

Anreise nach Miyajima

Mit dem Japan Rail Pass lässt sich die Insel leicht und ohne zusätzliche Kosten erreichen: Vom Hauptbahnhof Hiroshima fährt man etwa eine halbe Stunde bis zur Haltestelle Miyajimaguchi (宮島口). Dann nimmt man die JR-Fähre nach Miyajima – das dauert nur etwa zehn Minuten. Wer lieber die Strecke zu Wasser genießen möchte, kann auch die Bootsverbindungen ab Hiroshima nehmen. Das dauert zwar länger und kostet etwas mehr, aber man bekommt auch mehr zu sehen als mit dem Zug.

Schon während der Ankunft vom Meer aus sieht man dann das berühmte Wahrzeichen der Insel: das rote Torii des Itsukushima-Schreins. Im Wasser gelegen, markiert es den Eingang zum Schrein und zur Insel. Die Besonderheit: Scheint es bei Flut geradezu im Wasser zu schweben, so kann man bei Ebbe zu Fuß bis unter das knapp 16 Meter hohe Tor wandern. Ein beliebtes Fotomotiv!

© Katharina Weiler

Auf Entdeckungsreise gehen

Ist man auf der Insel selbst angekommen, wird man nicht selten von dem dort frei lebenden Wild begrüßt. Obwohl die Tiere an die vielen Menschen auf Miyajima gewöhnt sind und im Allgemeinen sehr zutraulich sind, sind sie an Papier und anderen Leckereien nicht uninteressiert. Wer also mit einem Eis vor ihrer Nase herumwedelt, muss sich nicht wundern, wenn er schon mal verfolgt wird.

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© Katharina Weiler

Ein Muss ist natürlich der Besuch des Itsukushima-Schreins selbst. Das kostet umgerechnet ein paar Euro Eintritt, ist aber einen Blick allemal wert. Immerhin gehört er mit seinem Torii seit 1996 sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der Schrein beherbergt zudem die älteste, erhaltene Nô-Bühne und ist ein beliebter Ort für traditionell japanische Hochzeiten. Mit etwas Glück kann man also vielleicht einen Blick auf ein Brautpaar erhaschen.

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Wer Natur liebt, kommt auf Miyajima voll auf seine Kosten. Der Berg Misen bietet einen traumhaften Ausblick und ist entweder mit der Seilbahn oder über verschiedene Wanderwege erreichbar. Dabei kann man sich auch gleich einen Eindruck von der wunderschönen Landschaft machen. Der Wald mit seinen Parks und kleinen Schreinen lädt aber auch zu kleineren Spaziergängen ein. Wer mehr an der Geschichte interessiert ist, besucht das Folklore-Museum. Dort bekommt man einen Einblick in Tradition und Handwerkskunst der Insel. Ein beliebtes Mitbringsel sind die hölzernen Löffel, die hier hergestellt werden.

© Katharina Weiler

In der Einkaufsstraße Omotesando findet man verschiedene Souvenirläden und natürlich auch viele leckere Snacks. Besonders typisch sind gegrillte Austern, gegrillter Aal und die Momiji Manjyu, kleine gefüllte Kuchen in Ahornblattform. Der Klassiker ist mit rotem Bohnenmuß gefüllt, es gibt sie aber mit allen möglichen Füllungen. Von Schokolade über Vanillecrème, grünem Tee bis hin zu den verschiedensten Nussfüllungen ist alles dabei. Es gibt nicht nur viele Geschmacksrichtungen, sondern auch unterschiedliche Hersteller auf Miyajima. Das Durchprobieren lohnt sich also und wer will nimmt gleich noch ein paar als Souvenirs mit.

Fazit

Will man das berühmte Torii bei Ebbe und Flut bewundern, ist es ratsam sich vorher über die Gezeiten zu informieren, damit man rechtzeitig vor Ort ist. Die Zwischenzeit lässt sich dann mit den verschiedensten Aktivitäten füllen und vergeht, wenn man erst mal in die Szenerie der Insel eingetaucht ist, wie im Flug.

Ein Trip nach Miyajima eignet sich wunderbar als Tagesausflug, wenn man in der Nähe von Hiroshima unterwegs ist. Oder man bleibt über Nacht und macht ein Zwei-Tages-Programm daraus – zu entdecken gibt es genug! Auch wenn sehr viele Touristen her kommen, man findet immer irgendwo ein ruhiges Plätzchen ganz für sich allein. Also auf nach Miyajima und lasst Euch verzaubern!

Ab Juni 2019 finden Bauarbeiten am Torii statt. Also entweder schnell sein oder mit dem Trip warten, bis die Arbeiten abgeschlossen sind. Weitere Infos gibt es auf der Offiziellen Website von Miyajima.

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