„Mein Nachbar Totoro“ ist einer der Vorzeige-Filme von Ghibli. Fast jeder kennt ihn, fast jeder liebt ihn, egal ob Groß oder Klein. Es ist der Familienfilm schlechthin. Doch was steckt wirklich hinter diesem Film?

Zu dem Film gehören einige plausible Theorien, aber auch diverse, denen nur schwer glauben zu schenken ist. Aber wer weiß, vielleicht sind sie ja doch wahr?

Handlung von „Mein Nachbar Totoro“

Satsuki, Mei und ihr Vater ziehen aufgrund der im nahegelegenen Sanatorium zur Kur befindlichen Mutter aufs Land. Als sie dort eintreffen, kommen die beiden Mädchen nicht mehr aus dem Staunen heraus. Das Haus, am Fuße eines gigantischen Kampferbaums gelegen, ist bereits sehr alt und ähnelt einem Geisterhaus.
Bei der ersten Erkundung des Hauses, entdecken die Schwestern promt kleine, geisterhafte schwarze Wesen, sogenannte Rußmännchen. Als die kleine Mei anderntags im Garten spielt, trifft sie auf weitere wundersame Wesen. Bei den zwei Winzlingen handelt es sich um Chuu-Totoros, die Mei unabsichtlich den Weg in das Innere des magischen Kampferbaums weisen. Dort trifft sie auch zum ersten Mal auf ihren Nachbarn, den ausgewachsenen Totoro. (©Anisearch)

Totoro ist der Gott des Todes

©sachsen /DeviantArt

Eine Theorie besagt, dass es sich beim flauschigen Totoro, der eine Mischung aus riesiger Ratte und flauschigem Bären ist, um den Todesgott handelt. Doch wie kommt man auf diese Idee?

Angeblich sollen nur Leute, die sich dem Tode nahe befinden oder bereits tot sind, Totoro sehen können. Der Story entsprechend würde das bedeuten, dass Mei ertrunken ist, als man ihre Sandale fand. Wenn Satsuki nach dieser befragt wird, lügt diese und sagt, sie gehöre nicht Mei.

Danach ruft Satsuki nach Totoro und öffnet dadurch selbst das Tor zum Tod. Denn sie rennt umher und kommt an Steinstatuen vorbei. In Japan findet man diese oft in der Nähe von Friedhöfen. Diese sollen angeblich die Seelen der Kinder bewachen. Wenn man sich die Szene mit den Steinstauen also genauer anschaut, wird man den Namen „Mei” auf einer der Statuen vorfinden.

Gemeinsam mit Totoro gelingt es ihr, ihre tote Schwester zu finden, wonach sie sich gemeinsam ins Krankenhaus zu ihrer Mutter begeben. Die Einzige der Anwesenden, die ihre Töchter bemerkt, ist jedoch nur sie selbst, was bedeutet, dass auch sie bald sterben wird.

In der zweiten Hälfte des Filmes wirkt Meis Schatten durchsichtiger als in der ersten Hälfte. Sie verliert also nach und nach ihren Schatten. In den letzten Szenen von „Mein Nachbar Totoro“ sieht man Satsuki und Mei letztendlich ohne Schatten. Und was wirft keinen Schatten? Geister!

Der Zusammenhang mit dem Sayama-Fall

In dieser berühmten japanischen Geschichte aus dem Jahre 1963 geht es ebenfalls um zwei Schwestern, die beide in Sayama, wo „Mein Nachbar Totoro“ ebenfalls spielt, gestorben sind. Die große Schwester wurde entführt, vergewaltigt und danach ermordet.

Ihre kleine Schwester versuchte, das Lösegeld von 200.000 Yen zu begleichen, und hatte mit der Polizei im Gepäck Falschgeld dabei. Der Täter floh jedoch, woraufhin man ein paar Tage später die Leiche der älteren Schwester fand. Die jüngere Schwester beging daraufhin Selbstmord und meinte kurz vor ihrem Tod, eine geisterhafte Katze gesehen zu haben.

Dieser Zusammenhang wird aber von vielen als total aus der Luft gegriffen bezeichnet. Dafür gibt es aber einen weiteren: Dieser Fall hat sich nämlich im Mai abgespielt und die Namen der beiden Mädchen, Mei und Satsuki, haben beide mit Mai zu tun. Mei bezieht sich dabei auf die Aussprache und Satsuki steht in Japan für den Mai, da Satsuki der „fünfte Monat“ bedeutet.

Außerdem gibt es in Japan eine sogenannte „gogatsubyou“ oder auch Mai-Krankheit. Da die Arbeit (Ausbildungsplatz) oder das Schuljahr im April beginnen und man vor allem im Zusammenhang mit neuen Schülern oder Auszubildenden Depressionen feststellen konnte. Diese basieren oftmals auf Eingliederungsproblemen oder dem Umgang mit der neuen Umgebung. Mei und Satsuki sind frisch umgezogen, was also eine Anspielung auf die Mai-Krankheit sein könnte.

Der Katzenbus

Wer erinnert sich nicht an den Katzenbus? Ein Halt des Katzenbus ist jedenfalls der „Friedhofsstraße”. Kein Wunder, dass viele Leute beim Katzenbus auch eine Todestheorie haben. So sehen sie dies als weiteren Beweis für die toten Geschwister. Angeblich transportiert der Bus also die toten Seelen zu ihrer letzten Ruhestätte.


Laut Aussagen des Studios stimmen diese Theorien zu „Mein Nachbar Totoro” jedoch alle nicht. Mei sei weder tot, noch ist Totoro der Todesgott. Irgendjemand hat sich diese ausgedacht, weil sie interessant klingen. Dass die Kinder in der letzten Szene keine Schatten haben, stimmt zwar, aber sei nur so, weil man dachte, man kann sie sich an dieser Stelle sparen.

Stellvertretender Chefredakteur bei Japaniac. Zuständig für Gewinnspiele oder andere Specials. In meiner Freizeit habe ich nichts gegen eine entspannte Runde an der Konsole. Leidenschaftlicher Anime-Fan und nerdiger Otaku seit mehreren Jahren.