Manga Review: Home Sweet Home – Die fünfte Stunde des Krieges

Im Tokyopop Verlag erschien dieser Tage Home Sweet Home – Die fünfte Stunde des Krieges. Wir haben den ersten Band des Mangas zur Hand genommen, um ihn für euch zu analysieren.

Der Manga stammt von der Mangaka Yuu, die dank ihres Titels Ame & Yuki – Die Wolfskinder, von dem es auch eine erfolgreiche Anime-Adaption gibt, längst keine Unbekannte mehr in der deutschen Manga-Szene ist.

Handlung

Seit nunmehr fünf Jahren herrscht in Japan heftiger Krieg gegen einen Feind, den niemand kennt. Auf der abgelegenen Insel im Süden des Landes bekommen die Einwohner davon jedoch nur wenig mit. Die Menschen dort gehen ihrem gewohnten Alltag nach. Dies ändert sich jedoch schlagartig.

Saku Futami macht sich wie jeden Tag auf den Weg zur Schule. Dort trifft er auf seine Mitschülerin Reina Shinokawa, welche seit Kurzem auf der Insel Aoshima lebt. Sie musste aus Tokyo evakuiert werden, da dort ihre Schule bombardiert wurde. Liebevoll pflegt sie die Blumen im Klassenzimmer, gibt sich sozial, aber eher verschlossen.

Ganz anders ist da die liebenswürdige und offenherzige Sandkastenfreundin von Saku, Miyako Aishima, die ihm jeden Tag mit einem selbst gemachten Bento ihre Aufwartung macht. Diese friedvolle und heile Welt gerät jedoch stark ins Wanken, als der Lehrer eine unvorstellbare Ankündigung macht.

Jeden Freitag in der fünften Stunde werden ausgewählte Schüler der dritten Klasse auf das Festland geschickt, um an der Front zu kämpfen. Bevor auch nur einer ein Wort verlieren kann, wird das Klassenzimmer plötzlich von einer heftigen Explosionswelle erschüttert und ein mysteriöser Faden, der sich in den Himmel erstreckt, wird in der Ferne sichtbar.

Nahezu ungerührt von diesem Vorfall fährt der Lehrer in seiner Rede fort und erwählt den ersten Schüler, der in den Krieg ziehen muss. Und die Tragödie nimmt ihren Lauf…

Eine besonders mitreißende Handlung, die lediglich im ersten Band etwas zu schnell über den Leser hereinstürzt ohne logische Erklärungen parat zu halten, was dann doch zu diverser Skepsis führt und die interne Glaubwürdigkeit ins Wanken geraten lässt: Wertung 8.

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Zeichenstil

Der Zeichenstil von Yu ist ein besonders „weicher“, der über kaum scharfe Ecken oder Kanten verfügt. Die Charaktere verfügen so über eher runde Gesichtszüge, die eigentlich jeden davon besonders lieb erscheinen lassen. Die Hintergründe sind verschiedenartig ausgearbeitet, manchmal detailreich, manchmal nur angedeutet.

Gesondert hervorzuheben ist die wohl anscheinend beliebte Verwendung von viel Tusche -bei Hintergründen sowohl als auch bei den Charakteren- die nicht immer nur als einzige feine Linie gezogen wird, sondern auch mal pinselartige, skizzenhafte – aber dennoch detaillierte – Anwendung findet. Beide Stile harmonieren sehr gut miteinander, bieten jedoch ab und zu kaum Abwechslung für das Auge: Wertung 8

Inhaltsanalyse

Die Thematik „Kinder und Krieg“ vereint zwei völlig im Gegensatz zueinander stehende Faktoren, die einem schon ein gewisses Unbehagen bereiten. Aber vielleicht ist es genau das, was einen neugierig auf diesen Manga machen kann.

Lobenswert ist auch der Umgang mit diesen beiden grundsätzlich verschiedenen Themen. Anstatt brutaler Kriegsszenen erwartet uns im ersten Band von Home Sweet Home – Die fünfte Stunde des Krieges eine stark gefühlsbetonte Atmosphäre und es wird mehr Wert auf die Emotionen und das Denken der Menschen gelegt als auf actionreiche Szenen.

Dabei macht sich nochmals der Zeichenstil bemerkbar, welcher durch seine ruhige, liebliche Form überaus gut für die Vermittlung von Gefühlen geeignet ist.

Textlich gesehen bietet der Manga eher wenig Lesestoff und man ist relativ schnell fertig damit. Ein weiterer Grund sich daher die Zeit zu nehmen, die Bilder auf sich wirken zu lassen. Wertung: 9

Fazit

Ein wunderbarer Manga, der auf sanfte Art und Weise mit den Gefühlen der Leser hantiert und zeigt, dass Werte wie Liebe, Freundschaft und das Leben immer noch mehr wiegen als Krieg.

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Überblick der Kriterien
Handlung
8
Zeichenstil
8
Inhaltsanalyse
9

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