High Rise Invasion ist ein Manga, der im Egmont Manga Verlag erscheint, mit welchem dieser erneut für eine Horror- und Mystery-Stimmung unter seinen Lesern und Leserinnen sorgt. Der erste Band ist bereits seit Anfang Juni erhältlich und im Zwei-Monats-Rhythmus folgen weitere. In Japan sind derzeit 8 Bände erschienen und die Reihe ist noch nicht abgeschlossen.

Die Serie stammt von der Autorin Tsuina Miura, die bereits durch die beliebte Serie Ajin – Demi-Human, welche ebenfalls bei Egmont Manga erscheint, bekannt ist. Für die Zeichnungen ist diesmal Takahiro Oba verantwortlich.

Handlung

Highschool Mädchen Yuri Honjou findet sich plötzlich in einem Stockwerk eines Hochhauses wieder. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, steht vor ihr auch noch ein Typ mit einer Maske und einer blutigen Axt, gebeugt über eine vor ihm am Boden liegende Leiche eines Mannes.

Yuri flüchtet auf das Dach des Wolkenkratzers und als sie hinunter auf die Straßen sieht, bemerkt sie, dass sie sich auch nicht mehr in Tokio befindet und alles wie ausgestorben ist. Weit und breit ist kein Mensch zu sehen. Außer dem Maskenmann, der ihr gefolgt ist und nun drohend hinter ihr steht.

Versuche, ihre Mutter mit dem Handy zu erreichen, scheitern. Als Yuri es jedoch bei ihrem Bruder Rika versucht, hebt dieser ab. Überrascht stellt sie fest, dass er sich in der selben Welt befindet. Rika erklärt ihr, dass man nur über Hängebrücken, welche von Wolkenkratzer zu Wolkenkratzer gespannt sind, weiterkommt, da die unteren Stockwerke versperrt sind. Über jene Brücken will er zu ihr kommen. Einzige Bedingung: Sie darf nicht sterben!

Bei einem Fluchtversuch über besagte Brücken stürzt der Maskenmann in den Abgrund und zerschellt am harten Asphalt. „Entkommen!“, ist Yuris erster Gedanke. Doch was sie auf dem Dach eines anderen Wolkenkratzer erblickt, ist alles andere als erfreulich…

Eine interessante Idee, deren Setting auf den ersten Eindruck etwas langweilig erscheint. Man darf aber auf den weiteren Verlauf gespannt sein, denn Band 1 wirft zig Fragen auf, ohne eine davon zu beantworten. Wertung 9

Zeichenstil

Was einem auf den ersten Blick auffällt, oder eben nicht auffällt, sind die einfach gehaltenen Hintergrundzeichnungen. Natürlich ist zeichentechnisch hier nicht viel Spielraum oder Kreativität gegeben, könnte aber durch ein wenig Detailreichtum ausgeglichen werden.

Die Charaktere selbst sind dafür sehr gut dargestellt und bieten mit weichen, runden Strichen einen guten Kontrast zu dem geradlinigen, harten Hintergrund.

Shonentypisch wird wenig bis kaum Rasterfolie verwendet und mehr Wert auf große Tuscheflächen gelegt.

Insgesamt hebt sich der Stil jedoch leider kaum von der breiten Masse ab. Wertung 8

Inhaltsanalyse

Angesiedelt im Horror-Genre richtet sich High Rise Invasion an ein Publikum über 16 Jahre. Dies liegt aber eher am geistigen Inhalt, anstatt an den Zeichnungen selbst. Gewaltszenen enthalten zwar einigermaßen viel Blut, sind aber weniger schlimm verarbeitet als das Cover vermuten lässt. Dafür werden aber Moral und Werte in gewisser Weise in Frage gestellt, die den „ab 16-Sticker“ rechtfertigen.

Zwar kein Battle-Royal Manga, aber das Szenario kommt dem sehr ähnlich. Viele Charaktere, die sich gegenseitig mit vielen verschiedenen Waffen bekriegen. Dies verspricht Abwechslung, kann aber auch schnell nach hinten los gehen, wenn man es zu einseitig hält und nur eine Aneinanderreihung von Kämpfen stattfindet.

Der erste Band gestaltet sich aber schon mal recht vielseitig. Liegt einerseits daran, dass dem Leser natürlich ersteinmal die neue Welt erklärt werden muss und somit der Kennlern-Faktor dem inneren Kind genug Nahrung bietet.

Andererseits wird auch noch Vieles offen gehalten, um den Spannungsgrad zu erhöhen. Zudem sind kleine Hinweise Grund für so manche Spekulationen, welche die Neugier steigern und Lust auf Band 2 machen. Wertung: 8

Fazit

Ein Meisterwerk mag High Rise Invasion zwar nicht sein, dennoch hat es gute Chancen sich in Zukunft zu einem Höhepunkt im Mangaregal zu etablieren. Einziges Manko ist wirklich nur der Zeichenstil, der durch seine Einfachheit nicht das aus der Handlung rausholt, was sie in sich birgt.

 

 

Überblick der Kriterien
Handlung
9
Zeichenstil
8
Inhaltsanalyse
8