Handlung

Umschlaggestaltung: Lübbeke Naumann Thoben, Köln unter Verwendung einer Illustration von Rüdiger Trebels
Umschlaggestaltung: Lübbeke Naumann Thoben, Köln unter Verwendung einer Illustration von Rüdiger Trebels

Nachdem in seinem Leben so einiges schief gelaufen ist, arbeitet Sentaro seit seiner Entlassung aus dem Gefängnis in einem Imbiss. Dort steht er Tag für Tag und macht Dorayaki, mit denen er seine Schulden, die er bei dem ehemaligen Besitzer hat, abbezahlen will. Doch die große Kundschaft bleibt aus, was nicht verblüfft bei der lieblosen Zubereitung.

An einem Tag aber steht eine alte Dame unter dem Kirschbaum vor dem Laden und möchte Sentaro zur Seite stehen. Tokue hat fast fünfzig Jahre lang „An“, die süße Bohnenpaste, die in den Dorayaki drin ist, hergestellt und will jetzt hier arbeiten. Nach anfänglicher Skepsis, muss Sentaro sich eingestehen, dass das selbst hergestellte An von Tokue nicht zu vergleichen ist mit dem fertigen An aus dem Kanister, was Sentaro bis jetzt verwendet hat.

Schnell spricht sich herum, dass die neuen Dorayaki ein kulinarischer Genuss sind. Völlig unvorbereitet auf den Ansturm, geht den beiden schnell das An aus und die beiden müssen mehr herstellen. Währenddessen beginnen die beiden Freundschaft zu schließen und Sentaro genießt die Gesellschaft bei der Arbeit, auch wenn er Tokue weiterhin den Kontakt zu der Kundschaft verbietet.

Doch auch sie hat eine Vergangenheit, die bald zum Vorschein kommt, da leider überall Tratsch verbreitet wird und das macht den beiden einen Strich durch die Rechnung. Auch der Schülerin Wakana, die von Tokue immer wieder eines von den älteren Dorayaki geschenkt bekommt, wächst die alte Dame ans Herz.

Deswegen beschließen Wakana und Sentaro sie in ihrem Heim zu besuchen und die Wahrheit hinter dem Tratsch zu ergründen.

Denn man sollte nicht immer alles glauben, was man hört und sich lieber eine eigene Meinung bilden.

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Review zu Maybe someday

Über den Autor

© DuMont Buchverlag
© DuMont Buchverlag

Geboren 1962 hat Durian Sukegawa Philosophie in seiner Heimatstadt studiert und ist in Japan als vielseitiger Künstler bekannt. Neben seiner Karriere als Autor von Romanen und Gedichten, ist er auch als Schauspieler, Punkmusiker und Moderator bekannt. Als Beitrag für Cannes 2015 wurde sein Roman Kirschblüten und rote Bohnen verfilmt und hat es auch schon zu uns nach Deutschland und Österreich geschafft.

Fazit

Lasst euch nicht von dem schönen und ruhigen Cover in die Irre führen. Der Roman zeichnet sich definitiv nicht durch seine spannungsgeladene Geschichte aus, aber er hat es dennoch in sich.

So leicht die Geschichte rund um Sentaro und Tokue auch beginnt, schnell wird einem beim Lesen klar, dass mehr hinter den beiden steckt als die beiden jeweils von einander preisgeben wollen. Den sanften aber stetig ansteigenden Übergang zu dem wahren Kern der Geschichte schafft Durian Sukegawa mit Bravour.

Will man am Anfang noch zum nächsten Asialaden laufen und seinen Heißhunger auf Dorayaki stillen, zeigt sich die Gesellschaftskritik des Romans gegen Ende. Denn auch ohne euch Details zu verraten, da ihr das Buch schon selbst lesen sollt, ist die Botschaft klar: Akzeptanz in der Gesellschaft sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Egal aus welchem Grund, Menschen sollten nicht anhand von Krankheit, Gebrechen oder Aussehen geächtet und verstoßen werden.

Leinen gebunden und mit einem Lesebändchen ausgestattet ist die deutsche Ausgabe ein Genuss für Augen und Hände. Erschienen ist die passend gestaltetet Ausgabe bei Dumont.

Bewertung:
Inhalt 9/10
Aufbau 9/10
Unterhaltung 8/10

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Inhalt
9
Aufbau
9
Unterhaltung
8
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Brigitte Krupitza
Gast
Brigitte Krupitza

…jetzt bin ich aber echt neugierig auf ihr Geheimnis!