Gipaans Kolumne 01

Weihnachten mal ganz anders

Es ist so weit. Bald verabschieden wir uns auch von den letzten Tagen für das Jahr 2014. Doch bis dahin müssen einige noch schnell ihre letzten Weihnachtseinkäufe erledigen, die letzten Vorbereitungen für die Feier organisieren oder einfach für ein paar Tage ins Ausland flüchten.

Während in Deutschland eins der wichtigsten Ereignisse immer am Ende des Jahres gefeiert wird, sieht es in Japan ganz anders aus.

Die Mehrheit in Japan ist dem Shintoismus oder dem Buddhismus angehörig. Eine kleine Erläuterung für was diese zwei Religionen stehen: Shintoismus oder Shintō bedeutet ungefähr übersetzt ,,Weg der Götter“, was eigentlich sehr gut die Art der Religion wiedergibt. Der Shintoismus ist eine japanische Naturreligion, die auch mit der japanischen Mythologie verknüpft ist. Das Besondere an dieser Religion ist einmal das Verhältnis zwischen der natürlichen Welt und seiner Bewohner. Um die Natur zu ehren, gibt es sehr viele verschiedene Götter (kami), die in jeglicher Gestalt auftauchen können. So ist zum Beispiel der Inari ein Fuchsgott, der für die Fruchtbarkeit, des Reises und der Füchse steht. Die Shintō-Schreine sind die dementsprechenden Verehrungsstätten.

Der Buddhismus bezieht sich auf die Lehre von Siddharta Gautama, der ungefähr zwischen 560-480 v.Chr. lebte. Damit war Buddha kein Gott, sondern ein Mensch. Übrigens steht Buddha für ,,der Erleuchtete“ oder „der Erwachte“. Der Buddhismus besteht aus seinen vier edlen Wahrheiten. Dabei spielt auch die Reinkarnation eine große Rolle, da jedes Lebewesen in einem Kreislauf (Samsara) gefangen ist.

Da beide Religionen sich im Laufe der Zeit in vielen Punkten ähneln, ist es manchmal schwierig beide auseinander halten zu können.
Nach der langen religiösen Rede wieder zurück zum Thema. In Japan wird kein Weihnachten nach christlicher Art gefeiert – trotzdem wird es ausgenutzt. So dient Weihnachten als ein Tag für die Liebenden. Meistens sind es die jüngeren Liebespaare, die sich an Weihnachten verabreden, einen gemeinsamen Tag verbringen und sich gegenseitig was schenken. Am meisten erfreut sich die Backindustrie. Denn kaum in sonst einer anderen Zeit werden so viele Kuchen und Torten als während der Weihnachtszeit verkauft.

Wer Single ist, geht einfach auf eine Weihnachtsparty, vielleicht mit den (Arbeits-)Kollegen und singt und trinkt sich den Abend durch. Auch ein Besuch bei Kentucky Fried Chicken hat sich bei den Japanern als Weihnachtsessen eingebürgert.

Trotzdem werden die Straßen feierlich mit viel Licht und Glitzer geschmückt, was einen sehr gemütlichen und weihnachtlichen Eindruck hinterlässt.

Zwar ist Weihnachten in Japan kein richtiger Feiertag, aber dafür gibt es zwei andere wichtige Nationalfeiertage für die Japaner am Ende des Jahres.

Der eine ist schon am Dienstag, den 23.12, wo der Tenno no tanjobi (der Geburtstag des Kaisers) gefeiert wird. Auch heute hat der Kaiser in Japan eine starke repräsentative Rolle und wird so, um ihn zu ehren, immer am Geburtstag des amtierenden Kaisers gefeiert. Das bedeutet, bei jedem Kaiserwechsel ändert sich auch das Datum für die Feier. Zurzeit ist es Kaiser Akihito, der seit dem 12.11.1990 der 125. Tenno von Japan ist. Das Interessante am Feiertag ist, dass Teile des Kaiserpalastes für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dies geschieht nur einmal während des Tenno no tanjobi und am Neujahr, wo wir schon zum nächsten wichtigen Ereignis gekommen sind.

Doch was alles am Neujahr und die Tage zuvor passiert, möchte ich gerne nächste Woche erzählen.

Eure Gipaan ✿♥‿♥✿

Moin, moin aus Hamburg. Ich lese Korrektur für Japaniac und trete deshalb eher im Hintergrund auf!