Das Aushängeschild jedes Anime ist das Opening. Nicht zuletzt schmückt es den Anfang jeder Episode. Doch was steckt eigentlich in diesem kleinen Musikvideo? Und wie kann dieses die Meinung über einen kompletten Anime verändern?

Das Opening ist zugegebenermaßen eines der wichtigsten Wiedererkennungsmerkmale einer Serie und das nicht nur bei Anime. Auch bei normalen Serien ist das Intro eines der beliebtesten Teile und trägt maßgeblich zur allgemeinen Stimmung einer Serie bei. Wer kennt nicht den ikonischen Track der US-Sitcom The Big Bang Theorie oder hat schon einmal aus dem Nichts das Lied von Eis und Feuer gesummt.

Doch Openings haben innerhalb der Animeindustrie eine noch höhergestellte Bedeutung. Ein Opening besteht, wen wundert es, aus einem musikalischen und einem visuellen Element. Der musikalische Teil ist dabei entweder ein extra OST (Original Soundtrack) oder eine gekürzte Version eines normalen Musikstückes.

Der visuelle Teil ist in der Regel an das Thema des Anime angepasst und zeigt die wichtigsten Elemente der Serie. Von Charakteren, über Schauplätze, bis hin zu hochgradigen Spoilern von Endkämpfen ist alles dabei. Dabei bedient er sich einer großen Palette an stilistischen Mitteln, um die Atmosphäre des Anime gut übermitteln zu können. Die Länge schwankt dabei zwischen ein bis zwei Minuten.

Angel Beats! Opening My Soul, Your Beats!

Vorhang auf! – Die Einleitung

Die Spannung steigt: Eine neue Folge des Lieblingsanime ist veröffentlicht. Man kann es kaum noch erwarten und startet direkt die Episode. Ein kurzer Vorspann vielleicht noch? Und dann startet das Opening. Es markiert den Anfang einer Folge. Doch das ist bei weitem noch nicht alles.

Im letzten Teil haben wir euch die Endings vorgestellt und deren Bedeutung in der Binnenhandlung, also der Handlung, die in einer Folge selbst passiert. Auch das Opening spielt darin eine zentrale Rolle:

Es ist die Einleitung, die Exposition einer Folge. Es werden die wichtigsten Charaktere vorgestellt, der Hauptkonflikt, spezielle Fähigkeiten und auch die Antagonisten, soweit diese bekannt sind. Es stellt einem praktisch noch einmal die Serie vor, die man gerade schaut. Klar, macht man einen Marathon wird das nicht besonders wichtig sein. Doch gerade wenn man Serien sporadisch oder in großer Anzahl durcheinander in der Season schaut, ist ein gut gemachtes Opening ein guter Eingang in die Handlung der Serie.

Ein gutes Beispiel ist das noch junge Intro der dritten Staffel My Hero Academia. Schaut man es sich an und geht die Checkliste von oben durch, sieht man, dass alle Punkte als zutreffend betrachtet werden können. Selbst wenn man die Serie noch nicht gesehen hat, wird man wissen, um was es geht und kann vermutlich ohne Probleme in die 3. Staffel einsteigen.

Opening mit dem Song Odd Future von UVERworld

Auch die Musik spielt maßgeblich in diesem Prozess mit. Die Animation passt sich ihr nahtlos an, beziehungsweise wird die Musik perfekt auf die Animation geschnitten. So wird die Musik ernster und langsamer, wenn die Bösewichte gezeigt oder der Konflikt skizziert oder lebendiger wenn positive Dinge präsentiert werden.

Am Beispiel des My Hero Academia-Trailers oberhalb erkennt man diesen Prozess perfekt. Spätesten ab der Linie „Whats going on (0:27)“ merkt man diesen Umschwung. Der Umbruch erfolgt wieder bei 1:12 bei der Catchphrase „I keep my ideals“, in der sich All Might gegen den Antagonisten stellt und widersteht. Die Musik schwingt um und die Profihelden werden vorgestellt – von Verzweiflung und Kampf zu Hoffnung.

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Schlüssel einer Serie

Openings sind ein wahres Sperrfeuer an Stilmitteln. Denn sind diese nicht nur im Spannungsaufbau, sondern am Wiedererkennungswert einer Serie maßgeblich beteiligt. Nehmen wir das Opening Unravel von Tokyo Ghoul als Beispiel.

Zum einen der Soundtrack: Er lässt einem die Haare zu Berge stehen und ist wieder perfekt an den visuellen Teil angepasst. Er spiegelt die Stimmung des Anime perfekt und gibt ihm einen einzigartigen Ton, den man aus der schieren Menge der Anime heraushört.

Zum anderen der visuelle Teil: Ein „Massaker“ an Stilmitteln. Von den Farbtönen des Videos oder die Reflektionen in Fenstern bis hin zu der Richtung, in die die Charaktere schauen, ist alles angepasst. Falls man sich hierfür interessiert, empfehlen wir euch das Video von Mother’s Basement. Dieser hat jedes kleine Detail des Openings in einem 12 Minuten Video in englischer Sprache zerlegt. Das Video findet ihr hier.

 Opening Unravel von Toru Kitajima

Kann das Opening missbraucht werden?

Ein Opening als billiger Füller? Im letzten Teil hatten wir schon einmal die Problematik angesprochen, dass man des Öfteren Musikelemente zum Strecken von Serien verwendet. Doch ist das auch bei Openings der Fall?

Ja und nein… Klar, gibt es Openings bei denen es so wirkt, als ob sie lieblos gemacht wurden. Denkt man aber kurz darüber nach, sind diese aber einfach schlichtweg als schlecht zu betrachten. Wenn man die Faktoren von oben miteinbezieht, sollte einem die Wichtigkeit davon klar werden.

Kein Producer möchte ein Risiko eingehen und den Openings keine Zeit widmen. Unter Umständen ist das auch ein Grund, warum sich viele Elemente von Openings in großen Serien wie z.B. „Rennszenen“ wiederholen. Man möchte einfach kein Risiko eingehen und nimmt Altbewährtes.

Doch vor allem aber wegen dem nächsten Punkt möchte sich kein Verantwortlicher die Chance entgehen lassen ein gewissenhaftes Opening abzugeben.

Meinungsbildner

Sie sind eine mächtige Waffe, um direkt den Zuschauer Stimmungen einzupflanzen. Denn sind wir ehrlich: Wenn ein Opening gut ist, hat man schon eine positive Grundeinstellung gegenüber dem Anime. Nicht zuletzt hört man oft auf die Frage „War der Anime gut?“ die Antwort „Das Opening war richtig gut!“.

Opening Flyers von Bradio

Es liegt in unserer Natur, Dinge an einfachen Anhaltspunkten festzumachen und zu bewerten. Natürlich passiert das auch bei Handlungen und Animationen, doch oft sind diese Dinge schwer zu bewerten. Deshalb nimmt man Openings. Jeder sieht sie, jeder wird sie verfolgen und jeder wird sich in einem gewissen Maße mit ihnen auseinandersetzen.

Genau aus diesem Grund sieht es so aus, als ob in Anime die Openings mit viel zu viel Zeit und Geld gemacht sind, obwohl diese geskippt werden. Sie sind Anhaltspunkte in einer Serie und ein Aushängeschild dieser.

Fazit

Abschließend lässt sich mit Sicherheit sagen, dass die Musik in Anime eine größere Rolle spielt, als man denken mag. Ob am Anfang, am Ende oder mittendrin. Sie ist maßgeblich an der Qualität einer Serie beteiligt und macht kleine Momente perfekt: Eine Serie steht und fällt mit ihrer Musik!

Wir hoffen, dass euch die Reihe zu den verschiedenen Musikelement in Anime gefallen hat und ihr Spaß beim Lesen hattet.

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