© Kazuo Ishiguro/ZDF

Im Alter von 63 erhält Kazuo Ishiguro den Nobelpreis für Literatur zugesprochen. Mit Werken wie „Was vom Tage übrigblieb“ und „Alles, was wir geben mussten“ gewann er an Bekanntheit.

Kazuo Ishiguro ist ein britischer Schriftsteller mit japanischer Herkunft. Bis 1960 lebte er mit seiner Familie in Nagasaki. Als er fünf Jahre alt war beschloss die Familie ins Vereinte Königreich zu ziehen, da sein Vater im Auftrag der britischen Regierung als Ozeanograph forschen sollte.

Zunächst studierte er Englisch und Philosophie. Nach seinem Bachelorabschluss belegte er einen weiteren Studiengang, Kreatives Schreiben. Bereits während dem Studium verfasste er Kurzgeschichten, welche alle veröffentlicht wurden. Diese verhalfen ihm bereits vor Fertigstellung des Romans zu einem Vertrag. Heute lebt er mit seiner Frau und Tochter in London.

Die Begründung für die Preisvergabe war:


„Kazuo Ishiguro ist ein Autor, der in Romanen von starker emotionaler Wirkung den Abgrund in unserer vermeintlichen Verbundenheit mit der Welt aufgedeckt hat.“


Die schwedische Akademie, welche für die Verkündung und Vergabe des Nobelpreises zuständig ist, stellen ihn mit Autoren wie Jane Austen, Ernest Hemingway und Franz Kafka gleich.

Seine Werke sind in vielen Ländern bekannt und er selbst gilt als beliebter Autor. Trotz seiner Abenteuerromane sollte man ihn zudem nicht unterschätzen. Ferner handeln viele seiner Geschichten von verlorenen Charakteren, welche sich selbst belügen und stets an sich zweifeln. Außerdem bieten die Romane eine ebenso tiefgründige wie faszinierende Reise. Auch die Verfilmungen – mit Schauspielern wie Keira Knightley und Anthony Hopkins, – seiner Bücher beweisen Tiefe und bezeugen den Erfolg des Schriftstellers.

Wegen erhöhter Nachfrage seiner Werke hat man letzten Freitag angekündigt, dass acht seiner Romane eine neue japanische Auflage erhalten. Es seien unzählige Bestellungen seiner japanischen Auflagen eingegangen, seit bekannt wurde, dass Ishiguro am 10. Dezember den Literatur-Nobelpreis empfangen wird.

Nobelpreis für Literatur

Der Nobelpreis gilt als höchste Auszeichnung für Wissenschaftler, Schriftsteller und Friedensstifter. Der Preis ist nach dem Dynamit-Erfinder Alfred Nobel benannt und wird seit 1901 für bemerkenswerte Leistung vergeben.

In seinem Testament hatte Nobel festgelegt, dass man eine Stiftung mit seinem Vermögen gründen soll. Deren Zinsgewinne sollen in Form eines Preises den Menschen zugute kommen, die im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbrachten.

Für besondere Leistungen in den Gebieten der Physik, Chemie, Physiologie, Medizin, Literatur und Friedensbemühungen sollte das Geld in gleichen Teilen aufgeteilt werden.

Gerade in den Bereichen der Wissenschaft hatte Japan schon öfter den Nobelpreis erhalten. Doch neben Kazuo Ishiguro gibt es gerade mal zwei weitere japanische Empfänger des Literatur-Nobelpreises. Dieser ging zum ersten Mal 1968 nach Japan und später dann im Jahr 1994.

Satō Eisaku ist bis jetzt jedoch der einzige Japaner, welcher dem Friedensnobelpreis zugesprochen wurde. Sein Engagement für Japans Beitritt zum Atomwaffensperrvertrag verlieh man ihm 1974 den Nobelpreis.

Einblick in seine Werke

© Heyne Verlag

Stevens dient als Butler in Darlington Hall. Er sorgt für einen tadellosen Haushalt und ist die Verschwiegenheit in Person: Niemals würde er auch nur ein Wort über die merkwürdigen Vorgänge im Herrenhaus verlieren. Er stellt sein Leben voll und ganz in den Dienst seines Herrn. Auch die vorsichtigen Annäherungsversuche von Miss Kenton, der Haushälterin, weist er brüsk zurück. Viele Jahre lang lebt ergeben in seiner Welt, bis ihn eines Tages die Vergangenheit einholt. Das kritische Portrait einer von Klasse und Hierarchien geprägten Gesellschaft und eine bittersüße Liebesgeschichte, erzählt von einem, der seinen Stand nie hinterfragt und der nie auch nur geahnt hat, dass er liebte. (© Heyne Verlag)

© Heyne Verlag

Ein großer Sportplatz, freundliche Klassenzimmer und getrennte Schlafsäle für Jungen und Mädchen – auf den ersten Blick scheint Hailsham ein ganz gewöhnliches englisches Internat zu sein. Aber die Lehrer, so engagiert und freundlich sie auch sind, heißen hier Aufseher, und sie lassen die Kinder früh spüren, dass sie für eine besondere Zukunft ausersehen sind. Dieses Gefühl hält Kathy, Ruth und Tommy durch alle Stürme der Pubertät und Verwirrungen der Liebe zusammen – bis es an der Zeit ist, ihrer wahren Bestimmung zu folgen. (© Heyne Verlag)

 

QUELLEThe Asahi Shimbun
QUELLEThe Guardian

Seit 16 Jahren begleiten mich Manga und Anime auf meinem täglichen Lebensweg. Nicht zu selten ist es schon passiert, dass ich deshalb neuen Platz in meiner Wohnung schaffen musste. Derzeit studiere ich Anglistik und Germanistik. Eine meiner größten Leidenschaften gilt dem Verfassen von Texten, hauptsächlich Fanfiction, die natürlich auch auf Anime basieren.