Ein kinderloser Bambussammler namens Sakaki no Miyatsuko bemerkt eines Tages während seiner Arbeit im Wald einen leuchtenden Bambus, in dem sich ein winziges Menschlein von ca. 7,5 cm Größe verbirgt. Er nimmt es mit nach Hause, um es mit seiner Frau aufzuziehen. In den folgenden Monaten begibt es sich, dass der alte Bambusschneider hier und da ein Goldstück zwischen dem Bambus findet. Das Kind wächst schnell heran, ist strahlend schön, weshalb der herbeigerufene Imbe no Akita von Mimurodo ihr den Namen „Nayotake no Kaguyahime“ (Leuchte-Prinzessin)  verleiht.

Als sie erwachsen wird, ist sie für ihre Schönheit weithin bekannt und viele Verehrer stellen sich ein, sie zu gewinnen. Nach langem Warten harren nur noch fünf adlige Liebesabenteurer aus. Um zu erkunden, wie ernst die Bewerber es meinen und ob sie nur ein klein wenig Gefühlstiefe besäßen, stellt Kaguyahime jedem eine Aufgabe, die er lösen soll: Prinz Ishitsukuri soll die Steinschale des Buddha finden. Prinz Kuramochi  trägt sie auf, einen Ast von einem legendären Baum, dessen Wurzeln aus Silber, dessen Stamm aus Gold bestehen und dessen Früchte Edelsteine sind, vom Berg Hōrai im Ostmeer zu bringen. Der Kanzler zur Rechten Abe no Mimuraji  soll einenPelzmantel aus Feuerratte im Lande Morokoshi (d. h. China) finden. Der oberste Berater Ōtomo no Miyuki wird beauftragt, das Drachenjuwel finden, das in einer Drachenstirn steckt und in fünf Farben schimmert. Der mittlere Berater Isonokami no Marotari hat Kaguyahime eine Muschel für leichtes Gebären zu bringen, wie sie die Schwalben besitzen.

Zunächst macht sich Prinz Ishitsukuri auf den Weg. Nachdem er nachgedacht hat, wie er in Indien eine Steinschale finden könne, die es nur einmal gibt, beschließt er die Reise gar nicht erst zu wagen. Stattdessen lässt er Kaguyahime mitteilen, er sei nach Indien abgereist, um dann drei Jahre später mit einer profanen schwarzen Schale von einem Bergtempel in Tōchi bei Kaguyahime zu erscheinen. Kaguyahime erkennt, dass sie nicht die gewünschte Schale erhielt und lehnt jedes weitere Werben des Prinzen ab.

Der listige Prinz Kuramochi schifft unter den Augen seines Gefolges ein, um sich zum Schein auf die Suche nach dem Berg Hōrai zu begeben. In Wahrheit jedoch kehrt er drei Tage später heimlich zurück und bestellt die besten Handwerker in ein heimlich eingerichtetes Versteck, auf dass sie den geforderten Zweig anfertigen. Nach rund 900 Tagen ist das Werk getan und der Prinz überbringt Kaguyahime den Zweig, so dass seine Aufgabe erfüllt scheint. So beginnt der alte Bambussammler, das Schlafgemach für den Prinzen und Kaguyahime herzurichten. Derweil schildert der Prinz ausschweifig seine abenteuerliche Suche und deren vorgeblich glückliches Ende. Kaum dass der Prinz seine Geschichte beendet, erscheinen die Handwerker beim alten Bambussammler, um den Lohn für ihre Arbeit einzufordern. Der Schwindel des Prinzen wird entdeckt und so scheitert auch er, das Ziel in greifbarer Nähe.

Der Kanzler zur Rechten Abe no Mimuraji, der zu einer einflussreichen Familie gehört, bittet Wang Hi im Lande Morokoshi, ihm den Pelz der Feuerratte zu besorgen und per Schiff zu schicken. Dazu schickt er seinen vermeintlich aufrichtigen Diener Ono no Fusamori, um die Bitte zu überbringen. Wang Hi schickt den Diener mit der Antwort zurück, dass es einen solchen Pelzmantel in Morokoshi nicht gäbe und dass er sich bemühen will, ihn in Indien zu besorgen. Als der Diener zurückkehrt, präsentiert er seinem Herren jedoch nicht nur den erhofften Pelz, sondern auch noch eine offene Rechnung von 50 Unzen Gold. Auch Abe no Mimuraji eilt steten Fußes zu Kaguyahime und überbringt den unbrennbaren Pelz der Feuerratte. Die misstrauische Kaguyahime erprobt daraufhin den Pelz im Feuer und entlarvt auch diesen Schwindel.

Der oberste Berater ruft alle seine Untertanen zusammen und entsendet sie, koste es, was es wolle, einen Drachen zu finden, dem sie den schimmernden Juwel entreißen sollen. Die Dienstleute wissen nicht recht, wie sie diese unmögliche Aufgabe ihres Herren lösen sollen und verstreuen sich in alle Winde. Als ein Jahr lang kein Fortschritt zu ersehen ist, macht Ōtomo sich selbst mit einem Schiff auf den Weg, um einen Drachen zu erlegen. Er gerät in einen heftigen Sturm, der ihn um ein Haar das Leben kostet und er kehrt erkrankt zum Strand von Akashi zurück. Dort angekommen, beschleicht ihn das Gefühl, dass ein Drache das Unwetter heraufbeschworen habe. Unter diesen Umständen einen Juwel zu erringen und den Zorn eines Drachen auf sich zu ziehen, der nur Elend und Kummer bringt, gibt er sein Vorhaben, Kaguyahimes Aufgabe zu lösen, auf.

Um die Muschel leichten Gebärens zu erlangen, lässt Isonokami seine Diener Schwalbennester bauen und die Schwalben beim Eierlegen überwachen. Die Vielzahl der Diener verschreckt die Schwalben, sodass er daraufhin dem Rat Kuratsumaros folgend nur ein Nest beobachten lässt. Voller Ungeduld lässt er sich am Ende selbst in einem Korb unter die Decke des Vorratsraumes ziehen, um die erforderliche Muschel selbst zu ergreifen. Als es zu gelingen scheint, ist er so ungestüm, dass er aus dem Korb stürzt und auf einen Bronzekessel fällt. Enttäuscht stellt er fest, dass er anstelle der Muschel ein Häufchen Schwalbenkot ergriffen hat. Wenige Tage darauf stirbt er infolge seiner Verletzungen.

Nachdem die fünf Adligen gescheitert sind, interessiert sich auch der Kaiser für Kaguyahime. Er schickt eine Botin aus, um die Faszination, die von ihr ausgeht, zu ergründen und mehr über ihre sagenhafte Schönheit zu erfahren. Nachdem sich Kaguyahime weigert, der Botin unter die Augen zu treten, arrangiert er mit dem alten Bambussammler ein zufälliges Zusammentreffen während eines Jagdausritts. Kaguyahime wird vom Kaiser im Wald überrascht, verwehrt sich ihm jedoch. Als sich der Kaiser ihrer zu bemächtigen sucht, legt sie ihr Leuchten ab und wird zum Schatten. Der Kaiser fügt sich, kehrt unverrichteter Dinge zum Palast zurück und beginnt einen drei Jahre dauernden Briefwechsel mit Kaguyahime.

So geht die Zeit dahin, bis Kaguyahime im Vollmondschein des 15. Tages im 7. Monat voller Kummer den Mond betrachtet. Kaum einen Monat später eröffnet sie dem Bambussammler und seiner Frau, dass sie „ein Mensch aus der Hauptstadt des Mondes“ sei und dass nun die Zeit gekommen sei, zurückzukehren. Es sei unumgänglich, dass sie von unsterblichen Wesen abgeholt und nach Hause in den Mondpalast gebracht werde. Der Kaiser, der davon hört, entsendet Takano no Ōkuni mit 2000 Mann, um ihre Rückkehr zu verhindern. Der Plan missglückt und Kaguyahime entschwindet in einem Wolkenwagen zurück zum Mondpalast. Sie hinterlässt sowohl ihren irdischen Eltern als auch dem Kaiser einen Brief und einen Trank, der Unsterblichkeit verleiht. Der Bambussammler und seine Frau sterben kurze Zeit später in Gram über den Verlust ihres Kindes.

Der Kaiser entsendet Tsuki no Iwakasa mit einem großen Gefolge an Kriegern und mit dem Trank und dem Brief zu einem Berg, der dem Himmel nahe ist. Der kaiserliche Bote erhält den Auftrag, beides auf den Berg zu tragen und dort zu verbrennen.

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