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Sushi, Blumensträuße, Regenschirme, Manga, Horoskope und sogar Unterwäsche und Pornohefte – All das und noch viel mehr wird in Japan Automaten verkauft. Was in Deutschland undenkbar wäre, gehört für die Japaner zum Alltag. 

Japan hat mit einem Verkaufsautomaten pro 23 Einwohner die höchste Pro-Kopf-Rate an Automaten in der Welt. 1950 gab es die ersten Getränkeautomaten, doch im Laufe der Jahre kamen einige kuriose Verkaufsgegenstände dazu.

Mittlerweile kann man fast alles Erdenkliche an den Automaten kaufen und das hat auch seinen Grund: Gerade bevor es so zahlreiche Convenience Stores überall in Japan gab, die 24 Stunden am Tag geöffnet sind, war es besonders in ländlicheren Gegenden praktisch, rund um die Uhr Zugang zu Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen zu haben, auch wenn kein Supermarkt mehr geöffnet hatte.

Das Sortiment der Automaten dehnt sich immer weiter aus und reicht von Lebensmitteln und Getränken über Spielzeuge bis hin zu Elektroartikeln. Hier eine Auswahl an Dingen, die man nicht in einem Verkaufsautomaten erwarten würde: Bananen, Apfelstücke, Bahntickets, Bücher, Second-Hand Handys, Spielzeugautos, Köder zum Angeln, Eier, Handschuhe, Krawatten, frisch gegrilltes Fleisch – Diese Dinge stellen jedoch nur einen Bruchteil des Gesamten dar.

The Wild and Wonderful World of Japanese Vending Machines
Verkaufsautomat für Blumenbouquets

Wer jetzt denkt, dass man einfach das gewünschte Produkt auswählt und dann das Geld einwirft, der täuscht sich. Viele Automaten sind mittlerweile mit zahlreichen weiteren Funktionen ausgestattet. Es gibt welche, die sich, während der Kunde auf die Ware wartet, mit ihm unterhalten. Andere bereiten heiße Getränke wie Kaffee frisch zu und lassen den Kunden bei diesem Prozess zusehen. Auf einem Monitor kann der Wartende dann dabei zusehen, wie die Kaffeebohnen gemahlen werden und danach der Kaffee aufgebrüht wird.

Und kann man sich einmal nicht entscheiden, was man nehmen soll, so haben japanische Getränkeautomatenhersteller auch dafür eine Lösung: Es wurden Automaten entwickelt, die mithilfe einer Gesichtserkennung das Alter und Geschlecht des Kunden erfassen und diesem dann, unter weiterer Berücksichtigung der Tageszeit und der Wetterverhältnisse, durch aufleuchtende Knöpfe ein Getränk empfehlen. Manche Automaten bieten auch ein kleines Glücksspiel an, bei dem der Käufer ein zusätzliches Getränk gewinnen kann.

Viele Automaten sind zusätzlich mit einer neuen Funktion ausgestattet. Im Falle einer schweren Naturkatastrophe bieten sie kostenlose Getränke an. Auf diese Weise wurden tatsächlich 2011, nach dem schweren Erdbeben im Osten Japans, über 100.000 Getränke in betroffenen Regionen bereitgestellt.

Der Erfolg der Verkaufsautomaten in Japan ist nach wie vor riesig und so werden wir sicherlich auch in Zukunft von weiteren (mehr oder weniger nützlichen) Funktionen und Produkten hören.

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QUELLETrends in Japan

Moin, moin aus Hamburg. Ich lese Korrektur für Japaniac und trete deshalb eher im Hintergrund auf!