Schönheit und ewige Jugend sind in Japan nur eine Bambuslänge entfernt. Was sind die Geheimnisse für das Phänomen des langen Lebens im Land der aufgehenden Sonne? Was ist die Wunderpille Japans und existieren Möglichkeiten auch für uns den Brunnen ewiger Jugend zu nutzen?

Die Zahlen sprechen für sich. Nach der World Health Organisation WHO hat Japan in der Lebenserwartung den höchsten Rang von unglaublichen 83,7 Jahren. Wir berichteten bereits über die älteste Frau der Welt, welche Japanerin ist und mit unglaublichen 117 Jahren die Welt verlassen hat. Da taucht doch die Frage auf, was Japan anders macht, als unsere Gesellschaft.

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1Ernährung, immer dieselbe Leier?

Dass Japan eine sehr ausgefallene und gesunde Küche pflegt, sollte kein Geheimnis sein. Doch was sind die wichtigsten Produkte in diesen Gerichten? Viele Liebhaber von guter Küche kennen einige japanische Gerichte. Zusammenfassend enthalten die meisten Gerichte Zutaten wie Fisch, Sojabohnen, Seegras oder einfaches Gemüse. Der grüne Tee ist in Japan eines der wichtigsten Getränke. Neben viel Vitamin C enthält er auch Catechin, ein Stoff, der die Durchblutung fördern kann. Man geht davon aus, dass der hohe Konsum von grünem Tee das Risiko an Ateriosklerose und Karzinogese, welches eine komplexe Art der Entstehung von Krebs ist, zu senken.

Interessanterweise wurden Gerichte mit Fleisch bis Ende des Zweiten Weltkrieges eher negativ betrachtet und somit fast nie konsumiert. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zum Umdenken und Fleisch wurde in die regelmäßige Speisekarte aufgenommen. Forscher gehen davon aus, dass durch die zusätzliche Aufnahme von tierischen Proteinen die japanische Bevölkerung ein fast schon perfekten Ernährungsplan für ein langes Leben gefunden hat. Aber Achtung: Fleisch wird nur in Maßen gegessen, denn ein übermäßiger Konsum ist ungesund!

Hier findet ihr eine Auswahl an leckeren japanischen Rezepten zum Nachkochen.

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2Ausgiebiges Baden erwünscht

Langes Baden ist eine Entspannung für Körper, Seele und das Altern? Richtig gelesen, lange Badewannenentspannung scheint gegen das Altern zu helfen. Durch lange und ausgiebige Bäder wird der Körper besser durchblutet, was zu dem gewohnten Entspannungseffekt führt. Außerdem führen viele Menschen in Japan ein sehr hektisches Leben. Statt schnell unter die Dusche zu springen, genießen sie ein heißes ausgiebiges Bad um dem Alltagsstress nicht nur seelisch sondern auch körperlich zu entkommen. Eine beliebte Tradition ist Onsen – ein traditionelles japanisches Dampfbad, welches auch von Japanern im hohen Alter besucht und genossen wird. Also wie wäre es heute mit einem entspannenden Schaumbad?

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3Halte das Gewicht unter Kontrolle

Nicht mit den Augen rollen! Manche kennen das Problem: im Winter genießt man das Weihnachtsgebäck, die vielen Fressattacken vor dem Karmin und im Frühling beginnt der Stress um das Abnehmen wegen der perfekten Sommerfigur. Unnötig zu erwähnen, dass man bei diesem Stress meistens kapituliert und eine depressive Fressattacke einen noch dicker macht. Es ist wohl logisch, dass diese Form der Ernährung, welche als schon normal betrachtet wird, eher ungesund ist. In Japan kommen solche Probleme nicht auf. Schon vom Hause aus wird Kindern eine ausgewogene und bewusste Ernährung vorgelebt. Man sollte es als achtes Weltwunder betrachten, dass die ganzen japanischen Kinder nicht alle an Übergewicht leiden – bei dem unbeschreiblichen Angebot an Süßigkeiten. Innerhalb des Schulsystem wird den Kindern neben viel sportlicher Aktivitäten auch theoretisch gesunde Ernährung und ein körperliches Bewusstsein vermittelt. Erwachsene achten aus diesem Grund zu jeder Zeit auf ihr Gewicht. Viele Krankheiten, die besonders in den Ländern Europas und Amerika auftreten, stammen von falscher Ernährung und daraus resultierenden Übergewicht. Rückenprobleme und Bluthochdruck sind bekannte Gesichter in der Welt der Übergewichtssymptomen. Schon das Schlafen auf dem Futon bietet beispielsweise besonders älteren Menschen Möglichkeiten sich mehr zu bewegen, da sie diesen täglich ordentlich falten müssen.

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4Schönheitsprodukte made in Japan

Wer eine WG-Mitbewohnerin hat, die auf die japanische Beautyprodukte schwört, weiß wovon man redet. Schönheitsprodukte sind in Japan vergleichsweise günstig. Auch die größeren Namen der Schönheitsindustrie kann man zu echten Schnäppchen erstehen. Wenn man etwas mehr kauft, spart man auch Versandkosten. Jene Mitbewohnerin schwört auch besonders auf Feuchtigkeitscremen und Schminke. Es muss ja einen Grund geben, wieso Japanerinnen so eine tolle Haut haben. Wenn man überfordert ist mit dem Angebot, gibt es genügend Internetseiten wie diese hier, die einem mit Rat zur Seite stehen. Außerdem gilt in Japan auch: günstig muss nicht schlecht sein. Wer mutig ist, kann sich auch verschiedene Masken zur Straffung der Haut zulegen, sieht zwar während der Prozedur verdächtig aus, ist aber der letzte Schrei bei jungen Japanerinnen.

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5Gesundheitsreform jetzt!

Bevor wir in ein Gejammer ausbrechen, es geht uns vergleichsweise gut mit unserem System. Natürlich ist das deutsche Gesundheitssystem nicht perfekt und kann vergleichsweise ziemlich teuer sein. Seit der japanischen Gesundheitsreform 1961 hat jeder Teil der japanischen Bevölkerung Zugang zur sehr guten gesundheitlichen Beratung. Einkommen spielen in diesem System nur eine Nebenrolle, denn jeder sollte freien und bezahlbaren Zugang zu einer besseren Gesundheit haben. Im Normalfall ist der Bürger mit insgesamt 30 Prozent an gesundheitlichen oder ärztlichen Kosten beteiligt wohingegen die restlichen 70 Prozent vom Staat geschultert werden. Routineuntersuchungen und andere Verfahren können sogar vollständig vom Staat gedeckt werden. Wer geschickt plant, hat also wenig Kosten für eine tadellose Gesundheitsvor-und nachsorge.

Die Kindersterblichkeitsrate in Japan ist ebenfalls auf einem weltweiten Tiefstand. Durch hohen Fortschritt in der medizinischen Forschung und eine starke Sensibilisierung konnte Japan die Kindersterblichkeit stark reduzieren, was sich dann natürlich auch auf die Lebenserwartung auswirkt.

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6Aber wie nutzen wir jetzt den Jungbrunnen (ノಠ益ಠ)ノ?

Japan ist nicht grundlos das Land der ältesten und gesündesten Menschen der Welt. Wer sich wirklich um sein langes Leben sorgt, sollte sich an der Lebensweise der japanischen Bevölkerung orientieren. Besonders die Ernährung scheint ausschlaggebend für ein langes Leben zu sein. Demnach kann es natürlich auch helfen gegen die Anzeichen des Alterns anzukämpfen, indem man sich Schönheitsprodukte importieren lässt. Jedoch sollte man da auch vorsichtig sein, da die verschiedenen Hauttypen unterschiedliche Pflege verlangen. Eine Medizin müssen wir jedoch schlucken: unser Gesundheitssystem ist im Vergleich zu Japan nicht darauf ausgelegt ein „ewiges“ Leben zu haben. Eine Reform wird nach derzeitiger Lage wohl eher nicht in die Richtung eines japanischen Vorbildes gehen. Der einzig wahre Beauty-Hack aus Japan ist es, seinen eigenen Körper und den Geist zu pflegen. Regelmäßiger Sport, Ernährung aber auch Entspannung sind Schlüsselelemente für ein schönes und langes Leben. Japan hat somit eine mögliche Wunderpille in Form eines bewussten Lebensstils gefunden. Das ist wohl ein Grund mehr einfach auszuwandern ins Land des ewigen Lebens und der aufgehenden Sonne!

Zusätzlich findet ihr hier einige empfehlenswerte Produkte zum Thema Beauty, Entspannung und Ernährung: 

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Naike Le Normand
Gast
Naike Le Normand

Im Osten nichts Neues und die wohl entscheidenste Komponente „Genetik“ wurde einfach mal eben so vergessen. Journalismus à la „Bild der Frau“ vom Feinsten. 😆
Interessant dazu: https://www.welt.de/gesundheit/article155525388/Wo-die-Menschen-am-laengsten-leben.html

Marcus
Gast
Marcus

Schöner Artikel, Danke 🙂