Wer hatte schon nicht einmal den Gedanken, Japanisch lernen zu wollen? Man schaut dutzende Anime, liest leidenschaftlich Manga oder liebt einfach nur das Land an sich. Mit der Zeit schnappt man ein paar Wörter auf und wünscht sich, alles zu verstehen. Doch wie ist die Sprache aufgebaut? Hat sie Ähnlichkeiten zur deutschen Sprache? Und kann man die Sprache ohne Sprachkurs oder Studium erlernen?

Geht man auf die Straße und fragt, was die schwierigste Sprache der Welt ist, kommen Antworten wie: Arabisch, Chinesisch und eben auch Japanisch. Viele Menschen haben Respekt vor dieser Sprache, weil sie so anders klingt. Auch im Alltag begegnet einem kaum ein japanisches Wort, erst recht kein Satz. Somit scheint der Einstieg für viele als unmöglich. Nicht zu vergessen, dass man tausende Zeichen lernen muss, um diese Sprache wirklich zu beherrschen.

Aufbau

Die japanische Schriftsprache besteht aus drei Lesesystemen. Da wäre das Silbenalphabet namens Hiragana, welches für Partikel, Suffix, Wörter ohne Kanji und mehr eingesetzt wird, das zweite Silbenalphabet Katakana, das meist für Fremdwörter in der Umschrift genutzt wird, und die Zeichenschrift Kanji, welche wohl über 50.000 Zeichen umfasst. Das Hiragana besitzt 45 Stammsilben, 25 veränderte Silben und 33 Kombinationssilben. Alles in allem macht das 103 Silben, die zu Wörtern kombiniert werden können. Das Katakana besitzt die gleichen Silbenvariationen, wird aber für Fremdwörter mit 28 weiteren Kombinationen unterstützt.

Für viele eine erste gute Nachricht, wenn sie japanisch lernen, ist: Japanisch besitzt keine Fälle wie Dativ und co. Allerdings gibt es Verneinungsform, Höflichkeitsformen und einige andere Dinge. Doch keine Panik! Letztendlich ist der Aufbau deutlich angenehmer als im Deutschen. Immerhin gibt es keine Artikel wie im Deutschen. Für viele Ausländer sind unsere Artikel ja der Horror schlechthin. Eine große Ähnlichkeit zum Deutschen ist der Satzbau. Dieser ist im Deutschen S-P-O (Subjekt-Prädikat-Objekt). Im Japanischen ist nur ein kleiner Dreher drin: S-O-P. Somit ist die Umgewöhnung nicht allzu schwierig.

Japaner lesen die Zeichen von links nach rechts oder von oben nach unten. Das Gerücht, dass von rechts nach links gelesen wird, stammt von der Leseart von Büchern. Diese liest man, wie Manga, von hinten nach vorn. Auf die einzelnen Punkte im Aufbau wird in anderen Artikeln näher eingegangen.

Allein lernen, Sprachkurs oder doch Studium?

Die Schwierigkeit am selbstständigen Lernen ist oft der Anfang. Das generelle Problem einer Sprache ist, wo man anfangen soll. Da empfiehlt sich der Kauf eines Lehrbuchs (z.B. Minna no Nihongo), da dieses didaktisch aufgebaut ist. An sich sollte man aber immer mit den Hiragana und Katakana anfangen, da diese auch in Japan zuerst unterrichtet werden. Für die Aussprache wäre allerdings eine Software oder ein Sprachtandem ratsam, da man hier viele Fehler festigen kann. Viele Anfänger gehen auch zu Sprachkursen in Privatschulen oder Volkshochschulen. Diese kosten natürlich Geld und sind manchmal unerschwinglich. Ein Tipp: Viele Universitäten erlauben es Gasthörern, ohne sich einschreiben zu müssen, an Vorlesungen teilzunehmen. Natürlich darf man dann nicht an Prüfungen teilnehmen, doch hat man so einen vollwertigen Unterricht.

Das Studium empfiehlt sich für jene, die nicht nur die Sprache können, sondern auch damit arbeiten wollen. Tatsächlich ist die Arbeitslosenquote bei Japanologen (so heißen ausgebildete Sprachwissenschaftler der Japanologie) erstaunlich niedrig. Das dürfte aber daran liegen, da viele auch Berufe annehmen, die kaum einen bis keinen Bezug zur Japanologie haben. Auch der Numerus Clausus ist nicht sehr streng bzw. erst gar nicht vorhanden.

Fazit: Das Selbststudium sollte man mit einem Lehrbuch anfangen. Wer mit den Anfängen nicht klarkommt, kann auch einen Einführungskurs besuchen, um in die Sprache reinzukommen. Danach dürfte das Selbststudium einfacher zu schaffen sein. Ein Sprachtandem ist aber immer zu empfehlen, da die Aussprache nicht so einfach zu erlernen ist.

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Ehemals studierte ich Japanologie und Sinologie in Frankfurt. Mittlerweile bin ich im (Online-)Marketing international aktiv und leite den Japan-Bereich der EpicCon (epiccon.de). Japaniac startete als Hobby, um meine Zuneigung zur japanischen Kultur auszuleben. Dabei werde ich von Gleichgesinnten unterstützt!
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