Die Regierung hat am Dienstag einen Plan genehmigt, der die kritische Suizidrate in Japan um 30% senken soll. Das Ganze soll in den nächsten 10 Jahren passieren.

Ziel ist es, die Zahl von rund 18,5 Selbstmorden auf 100.000 Menschen im Jahre 2015 auf nur noch 13 zu senken. Das wäre ein ungefähre Selbstmordrat wie es bereits die USA oder wir in Deutschland haben.

2016 haben sich in Japan über 21.897 Menschen das Leben genommen. Eine erschreckende Zahl. Doch leider kein Einzelfall.

Die Suizidrate ist auch global betrachtet hoch angesiedelt. Mit 19,5 Menschen auf 100.000 liegt Japan nur auf Platz sechs der Rangliste. Weitaus schlimmer sieht es da in Litauen mit 30,8 Menschen, Südkorea mit 28,5 oder in Suriname mit einem Wert von 24,2 aus. Zumindest wenn man den Daten aus 2013 Glauben schenken darf.

Als Gründe für die hohe Suizidrate gelten Überarbeitung (Karōshi), Postpartale Stimmungskrisen / Depressionen oder die Vorurteile gegenüber sexuellen Minderheiten. So sieht man den Selbstmord als Erlösung seiner Hindernisse im Leben.

2015 sorgte der Selbstmord einer 24 jährigen Mitarbeiterin der Dentsu Inc. in den Medien für Aufruhr, denn Grund für diesen Tod war Überarbeitung. Hat die Regierung hier wohl versagt?

Um Postpartale Stimmungskrisen vorzubeugen, sollen Müttern nach der Geburt Gesundheitschecks zustehen. Um gegen die Diskiminierung von sexuellen Minderheiten vorzugehen, will die Regierung freie Hotlines einrichten, die rund um die Uhr rerreichbar sind, um Betroffenen zu helfen. Dort sollen Mitarbeiter versuchen Hilfestellungen anzubieten und den Betroffenen Möglichkeiten aufzeigen um mit den Problematiken, die oft mit der Arbeit und Schule verbunden sind, besser umzugehen.

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Um die Sterberate bei jungen Leuten, vor allem Teenagern vorzubeugen, soll es Angebote an Schulen geben, bei denen gezeigt wird, wie und wo man an der Schule Hilfe finden kann.

Eine Umfrage von 2016 zeigt, dass 23,6% der Erwachsenen schon einmal an Suizid gedacht hat. Eine erschreckend hohe Zahl.

„Das Leben von Eltern dreht sich um 180 Grad wenn sie ihr Kind verlieren”, sagt eine Frau die ihren 26 jährigen Sohn wegen Überarbeitung verloren hat.

Später fand man heraus, dass der Mann depressiv war. Die Depressivität entwickelte sich nach über 100 Extrastunden, bevor er sich in einem Hotel das Leben nahm.

„Wir wünschen niemanden das durchzumachen was wir durchmachen müssen”, sagt der Vater des Mannes.

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QUELLEJapantimes
Stellvertretender Chefredakteur bei Japaniac. Zuständig für Gewinnspiele oder andere Specials. In meiner Freizeit habe ich nichts gegen eine entspannte Runde an der Konsole. Leidenschaftlicher Anime-Fan und nerdiger Otaku seit mehreren Jahren.

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