Ein langer Streit tobt zwischen Tierschützern und verantwortlichen Staaten wenn es um den Walfang geht. Nach jahrelangen Diskussionen hat Japan nun sein Vorhaben durchgesetzt: Die ersten Boote für den kommerziellen Walfang sind in See gestochen.

Länder, die Wale aus wissenschaftlichen oder kommerziellen Gründen fangen und töten, gegen Länder, die das Walfangen vollständig ablehnen. Schon 1946 hatte man mit einem Vertrag versucht den Walfang zu regulieren und die Tiere zu schützen – dieser Moment gehört zur Geburtsstunde der Internationalen Walfangkommission.

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© International Whaling Commission 2018

Seit 2007 gibt es jedoch in dieser Beziehung besonders Streit zwischen vielen Ländern und Japan. Der Streit ging so weit, dass der internationale Gerichtshof in Den Haag Japan verbot weiterhin in der Antarktis Wale zu fangen. Dieses Urteil ist 2014 unter Berücksichtigung der Tatsache gefallen, dass beim Walfang kommerzielle Interessen im Vordergrund stünden, im Widerspruch zu den Aussagen Japans Wale aus wissenschaftlichen Gründen zu jagen. Nach langem Hin und Her kündigte Japan 2018 an, aus dem Abkommen aussteigen zu wollen, wir berichteten. Nun hat Japan diese Drohung wahr gemacht – die ersten Jagdboote sind ausgeschwärmt.

Eine Jagd unter strenger Beobachtung

Selbstverständlich muss sich Japan an Richtlinien halten, die die globale Gemeinschaft festlegt. In diesem Fall hat die lokale Fischereibehörde eine konkrete Liste gemacht, welche Zahlen nicht überschritten werden dürfen. Insgesamt seien 227 Wale festgesetzt worden. Auf der Abschussliste stehen demnach 52 Zwergwale, 150 Brydewale und 25 Sei-Wale. Japan will die Jagd in den Gewässern durchführen, die zu ihrem territorialen Anspruch gehören. Im Gegenzug hat Japan angekündigt Jagden in der Antarktis, die bisher aus Forschungszwecken geschehen sein sollen, einzustellen.

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Tradition vs. Tierschutz

Die japanische Regierung hat sich 31 Jahre lang an die internationalen Vorgaben IWC gehalten. Mit der Argumentation, dass sich in dieser Zeit der Bestand der Wale verbessert hat und auch andere Länder wie zum Beispiel Norwegen oder Island bei Walfang beteiligt sind, versucht die japanische Regierung Verständnis zu gewinnen. Es war bisher kein Geheimnis, dass Japan Wale zu wissenschaftlichen Zwecken gejagt und auch Teile davon verkauft hat. Offiziellen Zahlen aus Japan zufolge, werden etwa jährlich etwa 4000 bis 5000 Tonnen Walfleisch konsumiert – das sind etwa 30 bis 40 Gramm pro Person und Jahr. Zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs war Walfleisch eine günstige Proteinquelle. 1962 lag der Konsum bei etwa 225.000 Tonnen Walfleisch. Vor dem Moratorium, also dem Wahlfangverbot im Jahre 1986, lag der Gesamtkonsum schon bei etwa 6000 Tonnen.

Tierschützer halten das Verhalten der Regierung für falsch und kritisierten den Auslauf der Schiffe scharf. Die Sorge, dass wieder vermehrt auf Wale aus kommerziellen Gründen Jagd gemacht und dadurch das Ökosystem wieder belastet wird, nimmt zu. Die Entwicklung wird vom IWC zumindest genau beobachtet. Folgen dieser Entscheidung sind noch nicht absehbar.

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