Passend zur Manga-Comic-Con durften wir nachträglich ein Interview mit Mangaka Oroken führen. Das Interview findet ihr unterhalb. 

Japaniac: Wie bist du zum Zeichnen gekommen?

Tatsächlich war es bei mir wie bei den meisten Mangazeichnern durch Sailor Moon & Co. Vorher konnte ich überhaupt nicht zeichnen und hatte in Kunst meist eine 3. Inspiriert hat mich aber die Liebesgeschichte, sodass ich zuerst anfing mir selbst Storys auszudenken, bevor ich überhaupt einen Stift in die Hand genommen habe. Generell ist Storytelling für mich wichtiger als das Zeichnen oder der Stil in einem Comic/Manga.

Oroken 2
©Oroken

Japaniac: War Manga zeichnen schon immer dein Traum?

Nicht wirklich. Mein Traum ist es nach wie vor Bücher und Geschichten zu schreiben. Ich habe mit dem Manga Zeichnen angefangen, weil das zu der Zeit für mich als die einfachere Variante galt, um meine Storys erzählen zu können. Ein sehr großer Fehler *lach*.

Japaniac: Hat dich dabei jemand oder etwas inspiriert?

Wie schon genannt waren es die Shojo-Animes, danach Mangas. Ich glaube den großen Anstoß so wirklich an meinen Storys zu arbeiten, hat mir Kamikaze Kaito Jeanne von Arina Tanemura verpasst. Sie hat mich lange Zeit sehr geprägt. Mittlerweile versuche ich allerdings von diesem Schnörkselstil wegzukommen.

Oroken
© Oroken

Japaniac: Wieso nennst du dich Oroken? Hat es eine Bedeutung?

Oroken ist eine Hommage an Rurouni Kenshin von Nobuhiro Watsuki. Seinerzeit eine meiner Lieblingsgeschichten. Er sagt im Original extrem häufig „Oro!” (was soviel wie huh? bedeutet; in der deutschen Übersetzung hat man es – leider – als „Oho” übersetzt) und macht vor allem im Anime seine berühmten Chibi-Grimassen.

Ich liebe diesen Tick von ihm immer noch… Und „ken” ist einfach der Teil seines Namens „KENshin”. Ich habe mir den Nicknamen schon vor Jahren für Animexx ausdenken müssen und seitdem bin ich vor allem dort als Oroken bekannt.

Bl Is Magic
© BL is Magic! Vol. 1 © Oroken / Carlsen Verlag GmbH, Hamburg 2018

Japaniac: Ist dein Lieblingsgerne passend zu BL is magic! auch Boys Love?

An sich nicht wirklich. Ich zeichne sehr viel Boys Love, aber ich lese und schaue es derzeit extrem selten. Ich genieße lieber mein Dasein als Fujoshi und shippe bereits vorhandene Hetero-Charaktere aus anderen Filmen und Serien.

Hier könnt ihr BL is magic! beispielsweise kaufen.

Japaniac: Arbeitest du komplett alleine oder hast du jemanden, der dir hilft?

Bis auf ein paar Hintergründe, bei denen mir immer wieder mal meine Freunde helfen oder geholfen haben, mache ich alles allein. Das heißt Ideen, Storyboard, Skizzieren, Tuschen, Rastern, Bearbeiten, Texten… (danach noch Marketing, Verkauf, Cons etc.). Es ist für einen Menschen viel zu viel, weswegen meine Sachen auch eher selten herauskommen, als regelmäßig.

Japaniac: Woher nimmst du die Ideen für Story und Zeichnungen?

Die Ideen sind immer da oder kommen einfach so, keine Ahnung wie und woher. Ich schaue nicht wirklich viel Fernseh (ich hab nicht mal einen Fernseher) und habe keine Zeit zum Lesen oder für Animes. Irgendwo sind die Ideen versteckt. 😀

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Japaniac: Gab es schon erste Schwierigkeiten?

Die gibt es immer. Am Anfang wurde die Szene hierzulande sehr kritisiert und obwohl sie in den letzten 10 Jahren wirklich große Fortschritte gemacht hat, schleppt man diese Unsicherheit und den Zwang, möglichst gut zu sein, um allen Kritikern gerecht zu werden,  seitdem mit sich. Das spiegelt sich dann vor allem in der Psyche wieder.

Hinzu kommt, dass man als Zeichner meistens allein ist und oft keine Möglichkeit hat über seine Probleme oder Ängste zu reden, stattdessen frisst man alles in sich hinein und das kann sich auch in den eigenen Zeichnungen oder auf das Tempo auswirken. Ich wollte auch schon mehrmals alles hinwerfen und aufhören, aber irgendetwas hält mich immer noch fest. *lach*

Japaniac: Was war bisher die größte Freude für dich als Mangaka?

Die größte Freude ist immer auf Cons oder bei Signierstunden, wenn man Leute trifft, die einem sagen, dass sie das Werk, an dem man so lange gearbeitet hat, mögen oder gar lieben. Und wenn man dann auch noch einen Cosplayer sieht, der einen Originalcharakter darstellt, ist es nochmal um eine Ecke schöner.

Japaniac: Hilft dir das Feedback deiner LeserInnen? Gehst du bei konstruktiver Kritik gerne darauf ein?

Ich bekomme nicht wirklich konstruktive Kritik, nur sehr selten. Es ist gerade sowieso die Zeit des Daumen- oder Herzdrückens, womit dann alles gesagt wird *lach*. Werkkritiken oder Rezensionen habe ich immer wenig bekommen und meist bringt es nach einem fertiggestellten Werk auch nicht mehr viel.

Umso mehr versuche ich immer bei Onlineprojekten, die meist seitenweise erscheinen, darauf zu schauen, ob die Leute die Absichten und Aussagen verstanden haben, die ich auf der jeweiligen Seite vermitteln wollte.

Japaniac: Sind weitere Zukunftsprojekte geplant? Auch in der Richtung Boys Love?

Gegen Das Herz
© Zofia Garden/Oroken

Derzeit ist NUR Boys Love geplant. 😀 Sehr viel sogar, aber eher in Eigenregie, also im Selfpublishing. Es werden Querstories zu BL is magic! erscheinen, einige kürzere Sachen und natürlich wird nebenbei auch an meinem großen Werk Gegen das Herz gearbeitet, welches ebenfalls als Selfpublishing erscheint.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Oroken für das interessante Interview. Falls ihr nun neugierig seid was ihre Werke anbelangt, dann stattet ihr einen Besuch auf FacebookTwitter, Instagram oder ihrer Website ab.

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