Im Rahmen der AnimagiC 2018 hatten wir die einmalige Gelegenheit und durften das Künstlerduo MAYBE interviewen.

Das Künstlerduo war unter anderem für Dusk Maiden of Amnesia und The Tale of the Wedding Rings zuständig und besuchte die AnimagiC zum ersten Mal. Wir bedanken uns recht herzlich bei KAZÉ Deutschland für die Gelegenheit zum Interview und auch beim Künstlerduo MAYBE selbst, dass Sie sich für uns Zeit genommen haben.

Japaniac: Kreuzen sich Ihre Ideen? Oder haben Sie oftmals gegensätzliche Ideen und wie einigen Sie sich in solchen Fällen?

MAYBE: Es kommt selten vor, dass wir die selben Ideen haben. Jedoch einigen wir uns oft recht schnell auf Kompromisse, damit wir fortschreiten können. Wir sprechen meistens vor einer Geschichte bereits ab, was es werden soll.

Japaniac: Habt Ihr auch außerhalb der Arbeit miteinander Kontakt?

MAYBE: Wir spielen oft auch gemeinsam Videospiele.

Japaniac: Wie wichtig ist Ihnen der „Fanservice“ in Ihren Zeichnungen?

MAYBE: Ohne Fanservice wäre es für uns undenkbar. Die Zeichnungen werden so gestaltet, dass man Spaß dabei hat es anzusehen und es einem gefällt. So ist also der Fanservice ein wichtiger Teil für unsere Fans.

Japaniac: Wie sind Sie auf die Story von Tale of the Wedding Rings gekommen?

Km The Tale Of The Wedding Rings Buch Manga Band 2d Cover 72dpi
© MAYBE / SQUARE ENIX

MAYBE: Wir hatten die Idee mal etwas in die Richtung Harem zu machen. Dann begann es mit den Überlegungen unterschiedlicher Heldinnen. Das Ganze passend dazu zum Isekai Boom in Japan. Auch wenn Tales of the Wedding Rings leider erst etwas später erschienen ist. So dachten wir uns, wenn wir schon eine neue Geschichte machen wollen, kann es auch in diese Richtung gehen.

Japaniac: Was hat Sie dazu geleitet die Story mit Eheringen zu machen und damit das Thema Ehe in den Manga einzubringen?

MAYBE: Am Ende von Amnesia dachten wir uns, dass eine Beziehung, die etwas weitergehen würde, doch ganz schön wäre. Die Idee mit dem Hauptcharakter und der Prinzessin aus einer anderen Welt kam uns dann für den Hintergrund einer Heirat perfekt vor. Durch die Heirat ging es dann natürlich auch zu den Eheringen.

Japaniac: Wieso haben Sie sich dazu entschieden, dass der Hauptcharakter mehrere Frauen haben muss um stärker zu werden?

MAYBE: Eine Fantasiewelt, in der es nur darum geht zu heiraten, wäre doch langweilig. Daher wollten wir ein Battlesystem und Action. Da war es sinnvoll die Verbindung zwischen Eheleuten als Quelle der Kraft festzulegen. Die Idee kam jedoch recht spontan.

Japaniac: In Deutschland wird immer wieder über die Frage diskutiert: „Kommt es beim Manga auf die Handlung oder die Zeichnungen an?“. Was finden Sie wichtiger?

MAYBE: In Japan gibt es diese Diskussion auch immer wieder. Wir finden jedoch, dass man weder das eine, noch das andere ausschließen kann. Eine gute Story braucht auch ein eindrucksvolles Bild zu eindrucksvollen Szenen. Ansonsten könnte man es auch als Buch oder Novelle schreiben. Aber genauso braucht das Medium Manga einen zur Story passenden Zeichenstil, weil der Leser auch visuell eintauchen möchte. Man braucht aber auch zu den Zeichnungen eine gute Story, ansonsten könnte es genauso gut als eine Art Artbook dienen. Da Manga eigentlich nach Zeichnungen verlangen, sind diese ein wenig wichtiger, aber auf die Story darf man auch nicht verzichten.

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Japaniac: Immer wieder hört man von mitunter recht engen Abgabefristen – Mussten Sie aufgrund dessen schon einmal die Handlung kürzen oder verändern?

MAYBE: Es gibt drei Stellen, die wir eigentlich monatlich an die Deadline und Kapazitäten anpassen müssen. Bei der Story muss man sich hierbei natürlich an die vorgeschriebene Seitenanzahl halten. Hier wird dann erst mal alles an Episoden reingemacht, was man eigentlich drinnen haben möchte. Dann wird je nach Seitenanzahl gestrichen. Und dann passiert bei den Zeichnungen nahezu dasselbe. Auch hier muss man schauen wie viele Panels auf die Seiten passen, ob zu viel verraten werden würde oder es auch von der Anzahl und dem Inhalt vom Platz her nicht schafft, sodass man einige Panels auch nochmal streichen muss. Bei der dritten Stelle handelt es sich um Zeitdruck, bei dem man Bilder dann doch weniger detailreich zeichnen kann oder ein paar Rasterfolien weglassen muss. Dennoch versuchen wir mit bester Qualität zu arbeiten.

Japaniac: Ihre Manga wechseln auch oft das Genre und die Richtung in die Sie gehen: Von düster und paranormal bis hin zu Action. Haben Sie einen persönlichen Favoriten oder welches Genre macht Ihnen am meisten Spaß?

MAYBE: Wir zeichnen zwar in vielen Genres, aber es gibt etwas das in eigentlich allen unserer Werke vorhanden ist. Und zwar dieses Love-/Comedyartige, ein Held oder eine Heldin die mit ihrem Partner zusammenkommt und dann wird es eben etwas romantisch und verwirrend in Kombination mit den anderen Genre. Diese Stelle macht uns auch am meisten Spaß und ist in dieser Form fast immer dabei.

Japaniac: Lesen Sie persönlich auch Manga? Welcher Manga oder Mangaka ist Ihr Favorit?

MAYBE: Morohoshi Daijiro ist unser Lieblingsmangaka. Wir haben leider nicht so viel Zeit selbst Manga zu lesen, da wir aktuell an zwei Serien arbeiten. Doch seit unserer Kindheit mögen wir bereits die Manga von Morohoshi Daijiro. Er ist zwar schon etwas älter, zeichnet jedoch auch heute noch, wenn auch nicht so aktiv. Er zeichnet paranormale, Horror- & Okultmanga, aber auch traditionelle japanische Legenden und Geschichten als Manga. Wir schauen natürlich auch ins Magazin rein (in dem wir selbst verlegt werden), so viel Zeit für andere Manga haben wir jedoch nicht.

Japaniac: Vielen Dank für das Interview. Möchten Sie zum Abschluss Ihren deutschen Fans noch etwas mitteilen?

MAYBE: Wir sind überrascht von der Power der deutschen Fans auf der AnimagiC. Wir haben nicht damit gerechnet, dass die Fans sich so sehr freuen und so interessiert sind. Wir möchten uns dafür recht herzlich bedanken. Für die Fans, die heute nicht auf die AnimagiC kommen konnten, sind wir genauso dankbar für ihre Unterstützung. Wir sind mitunter manchmal bereits unsicher ob die japanischen Fans unsere Werke mögen und hoffen, dass den deutschen Fans unsere Werke auch in Zukunft gefallen und viel Freude bescheren.

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