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Interview mit Hiro Mashima

Der Mangaka von Rave, Fairy Tail und Edens Zero

Hiro Mashima, der Mangaka, der vor allem für sein Werk Fairy Tail bekannt ist, war der Ehrengast von Carlsen Manga für die MCC 2019. In einem Interview hat er unseren und euren Fragen Rede und Antwort gestanden.

Vielen Dank an dieser Stelle an das Team von Carlsen Manga, die das ganze Interview für uns organisiert haben, aber auch an den japanischen Verlag Kodansha, der das Ganze genehmigt hat. Natürlich auch ein großes Dankeschön an Mashima-sensei und seinen Redakteuren, die sich extra für das Interview Zeit genommen haben. Nachfolgend werden wir uns mit JPC abkürzen, während Herr Hiro Mashima mit Mashima abgekürzt wird.


JPC: Hallo Mashima-sensei. Es freut mich sehr heute die Gelegenheit zu haben ein Interview mit Ihnen zu führen. Ich hoffe Ihr erster Aufenthalt hier in Deutschland hat Ihnen gut gefallen?

Mashima: Ich hatte einen fantastischen Aufenthalt. Ich konnte ganz viele Fans in Deutschland sehen und habe von ihnen wirklich sehr viel Energie bekommen.

JPC: Vielen Fans Ihrer Werke ist bisher aufgefallen, dass sich die Charaktere Ihrer verschiedenen Werke (Rave, Fairy Tail und Edens Zero) sehr ähneln. Können Sie uns sagen weshalb dies der Fall ist?

Mashima: Das ist das so genannte Starsystem, was der große Mangaka Osamu Tezuka erfunden hat. Also Starsystem ist ein System, bei dem die Charaktere quasi genauso sind wie die Schauspieler von Filmen. Das heißt dann, dass sie auch bei anderen Werken eine andere Rolle spielen.

JPC: Sicherlich haben Sie zu Rave und Fairy Tail viel Feedback erhalten. Inwiefern berücksichtigen Sie dieses Feedback bei Ihrer Arbeit an Edens Zero?

Mashima: Auch wenn die Werke wechseln, ist es immer dasselbe, was die Fans wollen. Wenn ich eine neue Herausforderung annehme, baue ich eben die Feedbacks auch entsprechend ein. Natürlich nicht alle, aber ich werde sie verarbeiten und für mich nutzen.

JPC: Gibt es Werke von anderen Mangaka, die Sie aktuell beeinflussen oder fokussieren Sie sich gänzlich auf Ihre Projekte? Haben Sie persönlich einen Lieblingsmangaka?

Mashima: Erstmal sieht es so aus, dass ich jetzt als Profi arbeite und deshalb versuche ich mich auch nicht von anderen Werken beeinflussen zu lassen. Doch wenn ich mal etwas wirklich Tolles finden würde, dann wäre ich sicher auf irgendeine Weise beeinflusst. Mein Lieblingsmanga ist schon immer Dragonball.

JPC: Gibt es einen Grund wieso der Fanservice immer mehr zugenommen hat? Charaktere wie Erza sind an sich schon starke Persönlichkeiten. Wieso reduziert man sie dann zum Teil so stark auf ihr Äußeres? (Zum Teil wurde es den Fans zu viel an Fanservice.)

Mashima: Wenn ich einfach nur Männer zeichnen würde, dann hätte ich das irgendwann satt. Darum muss ich zur Abwechslung auch mal schöne Frauen zeichnen. Dann überrede ich mich selbst, dass das ist, was die Fans auch wirklich sehen wollen.

JPC: Entwickelten Sie die Idee zu Edens Zero bereits während Ihrer Arbeit an Fairy Tail oder erst nach dessen Abschluss? Woher nahmen Sie Ihren Ansporn zu einer neuen Serie nachdem Sie erst kurz zuvor Fairy Tail nach Jahren beendet hatten?

Mashima: Auf die Idee von Edens Zero kam ich definitiv nach dem Ende der Serie Fairy Tail. Das ist etwas, was ich mir vorher überhaupt nicht vorgestellt habe  eine Geschichte im Weltall. In Japan gibt es halt ganz viele Anime und Manga, also Werke im Mittelalter-Setting. Sprich Welt der Schwerter und Zauberer und wenn ich da nichts Neues mache, dann tauche ich einfach unter. Deswegen wollte ich was Neues machen und kam daher auf Weltall + Fantasy.

Edens Zero
Edens Zero © Hiro Mashima/Kodansha Ltd. © 2019 Carlsen Verlag Hamburg

JPC: Gab es Phasen, in denen Sie keine Ideen mehr hatten, aber weiterschreiben mussten? Und wenn ja, wie sind Sie dieses Problem angegangen? Woher nehmen Sie allgemein die Inspiration für neue Kapitel?

Mashima: Es gab schon einige Male, dass dies vorgekommen ist. Da ich jedoch in einem Weekly Magazine zeichne, muss ich die ganzen Termine halten und die Werke müssen fertig sein. Weshalb ich versucht habe einige Probleme sozusagen nach Hinten aufzuschieben, so habe ich die Probleme dann gelöst.

JPC: Gajeel und Levy kommen am Ende ja zusammen, genauso wie Gray und Juvia. (Zwar nur durch Andeutungen, aber ziemlich erkennbar.) Gibt es einen Grund, warum Sie vor allem aus Natsu und Lucy kein Paar gemacht haben?

Mashima: Ich mag diese heiklen Beziehungen, wenn man genau nicht weiß, ob sie nun zusammen kommen oder nicht. Das mag ich wirklich.

JPC: Gibt es einen Grund, wieso ihre Protagonisten zum Teil nach den Jahreszeiten benannt sind? Bisher würde nur die Jahreszeit des Winters „Fuyu“ fehlen. Darf man ein Werk erwarten, in welchem der Charakter „Fuyu“ eine Rolle spielen wird?

Mashima: Es gab einmal eine Kurzgeschichte, in der ich einen Charakter mit dem Namen „Mafuyu“, also Hochwinter, eingeführt habe. Deswegen denke ich, dass ich die vier Jahreszeiten erstmal durch habe.

JPC: Haben Sie zum Abschluss noch ein paar Worte an Ihre deutschen Fans?

Mashima: Ich bin wirklich froh, dass ich direkt mit den Fans kommunizieren konnte. Ich habe auch gespürt, dass meine Werke von den deutschen Fans wirklich geliebt werden. Ich würde mich freuen, wenn sie mein neues Projekt Edens Zero lesen würden.

JPC: Vielen Dank für das Interview Mashima-sensei.

Mashima: Dankeschön!

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Sariel
Gast
Sariel

Sehr cooles Iterview. Schön, dass auch meine Frage gestellt wurde <3!

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