Mit viel Eifer starte ich nun das zweite Interview meiner Kolumne (nähere Infos dazu im Leitartikel hier) und befrage heute Jungtalent „VikiBuNNy“.

Hinter dem Pseudonym „VikiBuNNy“ verbirgt sich die 26-jährige Manga-Illustratorin Viktoria aus Wien, die als Zeichnerin schon einige Erfahrung sammeln konnte, und bereits auf vielen Conventions rund um Anime, Manga und Japan ihren eigenen Stand betreuen durfte.

Beginnen wir also mit dem Interview!

Japaniac: Hallo Viktoria! Schon einmal vielen Dank für das Interview und ich starte gleich mit der ersten Frage. Was waren deine ersten Schritte auf dem Weg zur Zeichnerin?Skizze

VikiBuNNy: Hallo! Meine ersten Zeichenerlebnisse hatte ich schon als kleines Kind. Ich habe immer schon gerne gemalt. Mit König der Löwen habe ich angefangen, Sachen abzuzeichnen. Danach kam Pokémon, Dragonball und Sailormoon. Nach und nach habe ich dann immer versucht, auch eigene Charaktere zu entwickeln und fand darin sehr viel Freude.

Japaniac: Du zeichnest also Mangas. In welche Richtung, bzw. in welches Genre geht dein Stil?

VikiBuNNy: Ich zeichne vorwiegend im „Moe“-Stil (=niedlich, süß). Ich liebe es, das Liebliche mit etwas Reizvollem, leicht Verführerischem zu mischen. Meistens traue ich mich aber nicht ganz drüber und bleibe diskret. Besonders gerne male ich auch „Kemonomimis“, Figuren mit tierischen Merkmalen wie Schwänzen, Katzenohren, Tatzen, etc…. Süße Jungs dürfen natürlich auch nicht fehlen. Wobei man auf meiner Facebookseite sehr wenig davon sehen kann. Boys Love ist für mich ebenfalls ein Genre, dem ich verfallen bin.

Japaniac: Warum zeigst du nichts von deinen „Boys Love“ bzw. „Yaoi“ Werken auf deiner Seite? Rechnest du mit negativen Reaktionen?

VikiBuNNy: Ich zeige etwas her, wenn ich es gut finde. Dazu gehören Boys Love und dergleichen. Ich zeichne aber viel öfter weibliche Charaktere, sodass für diesen Bereich nicht viel Zeit und Motivation übrig bleiben, glaube aber jedoch, dass es den meisten gefallen würde. Ich habe keinerlei Bedenken, was die Reaktionen betrifft. Meine Motive wähle ich. Das Zeichnen ist immer noch mindestens zu 90% für mich, und wer das nicht für gut befindet, muss ja meine Seite nicht verfolgen. Mittlerweile sollte jeder selbst entscheiden können, welchem Künstler er folgt.

Japaniac: Du hast in der ersten Antwort über die Entwicklung eigener Charaktere gesprochen. Ist das immer noch ein aktueller Prozess oder hast du schon deine für dich perfekten Figuren gefunden? Wenn ja, welche sind das?

Fuchsmädchen
Fuchsmädchen

VikiBuNNy: Ich erfinde immer wieder gerne neue Charaktere oder ändere das Design von schon vorhandenen. Eine meiner liebsten Figuren ist im Moment „Amami“. Ihr Name bedeutet im Grunde „süßer Geschmack“, weshalb sie auch in Zuckerlfarben gestaltet ist. Von ihr gibt es zurzeit Notizblöcke, Kugelschreiber, Lesezeichen und eine Kakao-Karte. Sie hat auch eine große Schwester, die ich aber noch nicht veröffentlicht habe. Dieses Jahr durfte ich auch noch das Animanga Maskottchen redesignen. Man konnte das Fuchsmädchen auf der diesjährigen AniNite in 1:1 in Form eines Aufstellers betrachten. Auch für die Zukunft sind noch einige tolle Sachen geplant!

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Amami
Natanya


Japaniac:
Neben der Entwicklung von Charakteren ist ja auch die eigene enorm wichtig. Was unternimmst du aktiv dafür?

VikiBuNNy: Ich achte auf viele Details. Wenn mir ein Fehler auffällt, versuche ich, diesen immer auszubessern. Für Handbewegungen und dergleichen stelle ich mich vor den Spiegel oder die Webcam und beobachte, wie ich mich verhalten würde und nehme das als Vorlage. Auch andere Zeichner nehme ich mir als Vorbild. Hier und da probiere ich dann einen Kolorationstil von anderen Künstlern aus und wende ihn dann für mich passend an. Außerdem versuche ich, manchmal auch Tipps aus Videos umzusetzen. Das ganze ist dann ein Mix aus viel zeichnen, viel ausprobieren und auch immer wieder viele Ansprüche an sich selbst stellen!

Japaniac: Hast du dir alles selbst beigebracht oder hast du auch Zeichenkurse besucht, bzw. besuchst du derzeit welche?

GeorgieVikiBuNNy: Das meiste hat wohl die Zeit erledigt. Ich habe gelegentilch Videos geschaut und hier und da einen Blick in ein Buch geworfen. Aber wenn du nicht zeichnest, kannst du noch so viel Tutorials oder Bücher lesen – dir wird die Praxis fehlen. Deshalb bin ich der Mensch „learning by doing“. Ich habe erst dieses Jahr einen Digital-Zeichnen-Kurs bei „Illuskills“ gemacht. Da hab ich mit Programmen gearbeitet, die ich sonst nicht angerührt hätte. Es war eine Erfahrung und ich werde sicher hier und da daran zurückdenken. Trotzdem bin ich der Meinung, dass man nur besser wird, wenn man es auch tatsächlich will und nicht aufhört zu üben!


Japaniac:
Ist es dein Traum, Manga-Zeichnerin zu werden oder soll es ein Hobby bleiben und du strebst eine andere Karriere an?

VikiBuNNy: Es ist schon ein Wunschtraum, vom Zeichnen allein leben zu können. Ich weiß, dass ich damit nie reich werde, aber wenn ich mit dem, was ich gerne mache, auch überleben kann, wäre das ausreichend. Realistisch gesehen, strebe ich einen Teilzeitjob im Bereich Schneiderei an und würde nebenbei ein Gewerbe betreiben. Aber so einfach ist es leider nicht. Im Moment ist alles noch sehr unklar.

Japaniac: Nun zur letzten Frage, die ich jedem Zeichner am Ende stelle: Beschreibe deine Zeichnungen bzw. deinen Stil in drei Worten.

VikiBuNNy: Zucker, süßer, Kuss. Primär dachte ich daran, dass meine Bilder ein Lächeln und Freude, ähnlich einem Küsschen, hinterlassen sollen.

Hier endet nun das Interview und ich bedanke mich außerordentlich bei Viktoria alias „VikiBuNNy“. Es hat mir eine Menge Spaß gemacht und ich hoffe, dir ebenso. Für alle, die mehr von „VikiBuNNy“ und ihren Zeichnungen sehen wollen, empfehle ich, doch mal auf ihren diversen Seiten vorbeizuschauen.

Facebook: facebook.com/VikiBuNNy
DeviantArt: vikibunny.deviantart.com

 

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