Evarowse ist eine junge Zeichnerin aus Spanien. Für euch haben wir sie interviewt und stellen euch ihren Weg zu ihrer heutigen Kunst etwas näher vor.  Here you can find the english version.

Japaniac: Hallo Eva, einige mögen deine Geschichte ja schon kennen, aber verrate sie doch bitte auch unseren Lesern. Wie bist du zum Zeichnen gekommen?

Eva: Hey, ich zeichne schon so lang ich denken kann. Ich mochte jegliche Art von Kunst, egal, ob Art-Books oder auch Animes wie sie früher im Fernsehen kam. Begonnen habe ich damals mit Pokémons, Mangas, Tieren oder einfach was mir so in den Sinn kam. Eines Tages bat ich meine Eltern dann, dass sie mich für eine Kunstklasse anmelden, wo ich dann mehr über die Welt der Kunst gelernt habe. Mit 12 habe ich dann mein erstes Wacom Tablet bekommen, welches ich noch heute benutze.

Daraufhin begann das Üben, während ich mich bei einem Kunst-Forum registriert hatte und dort auch Photoshop gelernt habe. Das hatte meine Neugier so sehr geweckt, dass ich wissen wollte, was ich noch mit meinem Tablet tun konnte. Ein Freund empfahl mir daraufhin eine Facebookgruppe, die sich Level Up genannt hat. Dort postete ich meine erste digitale Zeichnung. Nach allem kann ich endlich sagen, dass ich meinem Traum einen Schritt näher gekommen bin, meine Zeichnungen zu perfektionieren!

Japaniac: Was hat dir nach all den Jahren die Motivation gegeben und den Wunsch, dich stetig zu verbessern?

Eva: Seit ich damals World of Warcraft und League of Legends gespielt habe war meine erste Motivation, die ich hatte, Videospiele. All die Fantasy-Charaktere, die Farben, die Umgebung und die Kunst an sich war überwältigend für mich. Eines Tages würde ich gerne einige Charaktere für ein Videospiel designen, aber das bedeutet, ich muss wie verrückt für diesen Traum arbeiten und üben.

Japaniac: Würdest du heute etwas anders machen als du es in der Vergangenheit getan hast?

Eva: Ich bin nicht sehr stolz darauf, so viele Stunden mit Videospielen verbracht zu haben, ich hätte diese Zeit für wichtigeres benutzen können, das mir für meine Karriere nützlich ist. Nun, wo ich nicht mehr spiele, bin ich viel organisierter im Leben.

Japaniac: Was verwendest du zum Zeichnen?

Eva: Mein Hahnemühle A5 Zeichnblock, ein 3H Bleistift und ein mechanischen 2B Bleistift habe ich immer dabei.

Japaniac: Kannst du irgendeinen Moment in deiner künstlerischen Laufbahn benennen, den du als für dich besonders wichtig einschätzt oder der dich am meisten berührt hat?

Eva: Einer meiner Lehrer von der damaligen Kunstklasse hatte mich immer unterstützt in meiner bisherigen künstlerischen Laufbahn. Eines Tages hatten wir eine Diskussion, bei der er mir sagte, ich solle das Zeichnen aufhören, weil meine bildende Kunst nicht richtig war. Er hatte einige Werke gesehen, auf die ich persönlich sehr stolz war, die ihn jedoch enttäuscht haben. Er hatte von mir erwartet, dass ich mich zu einer Künstlerin für abstrakte Kunst entwickle und damit Geschichte schreibe oder ähnliches aus mir mache.

Dies hat mich zum Nachdenken angeregt was Kunst eigentlich für mich bedeutet und was ich mit meinem Leben machen möchte. Das hat in mir eine richtige Kunstblockade hervorgerufen. Ich fühlte mich lange Zeit unmotiviert und war niedergeschlagen. Als ich die Akademie verlassen habe, fühlte ich mich plötzlich wieder um einiges selbstbewusster und stand hinter mir und meiner Kunst. Ich weiß nicht, was mit Kunstlehrern falsch ist oder warum sie so verbissen sind was abstrakte Kunst betrifft. Ich persönlich kann dem nicht folgen, ich denke eher, dass in Zukunft die Kunst in die figurative Richtung geht.
Aber wie auch immer, lasst euch von niemanden runterziehen, sondern steht auf und tut das, was ihr am meisten liebt.

Japaniac: Zeichnest du lieber klassisch oder digital? Was davon würdest du Anfängern empfehlen?

Eva: Ich liebe beide, während des Unterrichts zeichne ich ausschließlich klassisch. Ich nutze das digitale Zeichnen oft eher, um vom Lernen abzuschalten. Oft helfen auch Pinselstriche oder ähnliches, um einen auf lustige Art zu entstressen. Für Beginner empfehle ich, mit einem normalen Bleistift und traditionell anzufangen. Damit lernen sie, die Grundlagen und können dann das Gelernte, wenn sie wollen, digital umsetzen.

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Japaniac: Wie würdest du deine Zeichnungen mit wenigen Worten beschreiben?

Eva: Abwechselungsreich, semi-realistisch, mal übertrieben, mal weich, mal rau texturiert, aber auch detailliert…

Japaniac: Gibt es einen Tipp, den du Anfängern geben kannst?

Eva: Ich denke, der beste Tipp, den auch jeder Künstler gibt, ist: Das Üben. Was auch stimmt. Es ist wie das Sport treiben. Man muss Ausreden wie: „Ich habe keine Zeit“ ignorieren und es einfach tun. Wenn ich mal keine Zeit für das Zeichnen habe, nehme ich mein kleines Skizzenbuch mit und übe während den Bahnfahrten. Ich nutze diese Zeit, um zum Beispiel eine Anatomie, Aktzeichnerei, schnelle Skizzen, Interpretationen oder ähnliches zu üben.

Japaniac: Hast du ein Vorbild, dem du nacheiferst?

Eva: Es gibt so viele Künstler, die mich inspirieren, wie z.B Studio Ghibli, Irakli Nadar, Ivana Besevic, Ahmed Aldoori, Aaron Griffin, Ilya Kushinov, Michal Sawtyruk, Ross Tran, Loish, Cyarine, Steve Jung und zu guter Letzt, Hiba.

Kleine Anmerkung von uns, zu Hiba findet ihr hier ebenfalls ein Interview.

Japaniac: Gibt es etwas im künstlerischen Bereich, das du nicht ausstehen kannst? Bestimmte Zeichenstile oder Ähnliches?

Eva: Die Kunst, welche ich am wenigsten leiden kann, ist die Protorenaissance Kunst. Die unheimlich religiöse Kunst mit Gold überall, und die extrem weich gezeichneten und beharrlich aussehenden Gesichter. Selbst in der Nähe solcher Werke spüre ein unbehagliches Gefühl und auch die Präsenz.

Ich bin im Allgemeinen auch kein Fan von Skulpturen. Ich habe verschiedene Stile und Techniken ausprobiert, hat mich aber dennoch nicht angesprochen.

Japaniac: Hast du eine Lieblingszeichnung von dir?

Eva: Nicht wirklich. Normalerweise, wenn ich ein Werk vollbringe, denke ich mir „Wow Eva, das ist die beste Zeichnung, die du jemals gemacht hast“, doch dann zeichne ich weiter und denke mir aufs Neuste immer und immer wieder dasselbe, bis ich irgendwann zurückschaue und die Werke, die ich einst so sehr gemocht habe, nicht mehr als „gut“ empfinde, haha.

Japaniac: Zu guter Letzt würden wir gerne von dir wissen, was deine Ziele und Träume für die nächsten Jahre sind.

Eva: Ich würde mich auf jeden Fall in den Bereichen Hintergründe, Perspektiven und Erzählkunst verbessern, damit ich in meinen zukünftigen Werken Konzeptkurs und Charakterdesign anwenden kann. Ich hoffe auch, dass ich irgendwann meinen eigenen Zeichenstil finden kann und damit andere auch mit meiner Kunst inspirieren kann, sei es auch nur eine Person, würde ich meine Aufgabe als vollbracht sehen :). Und geschweige denn meinen Zielen in der Kunst, möchte ich mich selbst mental und physisch stärken und das Beste aus mir rausholen.

Japaniac: Vielen Dank für das Interview.

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