Interview mit der Zeichnerin „engelskuss“

Erfreut starte ich nun meine Interview-Kolumne mit einer Zeichnerin, die mir persönlich sehr am Herzen liegt, da ich ihre Werke, mit denen sie die tägliche Dosis des Bedarfs an Niedlichkeit mehr als deckt, schätze.

Hinter dem Pseudonym engelskuss“ verbirgt sich die in Wien wohnende Danijela, die ihre Kunst bereits zum Beruf gemacht hat und als selbstständige Grafikerin die verschiedensten Illustrationen anfertigt.

Beginnen wir nun also mit dem Interview:

Japaniac: Hallo Danijela! Wie geht’s dir heute?

engelskuss: Blendend! Es ist Sonntag, ich genieße meinen Kaffee und entspanne mich. Einfach nur schön! Und dir so?

Japaniac: Danke, auch mir geht es sehr gut. Vor allem, weil ich mich schon auf unser Interview freue. Hier nun die erste Frage: Wie bist du zum Zeichnen gekommen?

engelskuss: Eine sehr gute Frage! So richtig kann ich sie dir gar nicht beantworten. Das Zeichnen war schon immer ein Teil von mir. Als Kind hat es mir großen Spaß gemacht, mit Farben zu spielen, wie ein Wirbelwind einfach drauf los zu zeichnen, und meiner Familie meine supertollen Ergebnisse zu zeigen. „Schau mal Mama, eine Blume für dich!“ Die Blume ähnelte zwar mehr einer Sonne oder ähnlichem, nichtsdestotrotz war es für mich immer einer der schönsten Momente, die Freude in ihrem Gesicht zu sehen. Und dieser Wunsch „anderen eine Freude zu bereiten“ hat mich durch die Jahre hin motiviert, meine Kreativität in den verschiedensten Bereichen auszuleben. Grafikdesign, Fotografie und jetzt wieder zurück zum Ursprung: dem Zeichnen.

Japaniac: Du hast dich ja neben der Kunst mit deinem Talent als Fotografin bereits selbstständig gemacht. War das schon immer dein Ziel oder ist diese Idee erst im Laufe der Zeit entstanden?

engelskuss: Es war immer mein Ziel, beruflich das zu tun, was mir Spaß macht – und das war meistens „irgendetwas kreatives“. Als ich meine ersten Berufserfahrungen gesammelt habe, überkam mich irgendwann die Lust, mich weiterzubilden. Ich war zwar in der Werbebranche tätig, aber sehnte mich nach kreativem Wissen. Also machte ich eine Ausbildung zur Grafikerin, sammelte in diesem Bereich meine Erfahrungen und folgte weiter meiner Leidenschaft – so landete ich in der Fotografie. Ende 2007 gönnte ich mir meine erste Spiegelreflexkamera und ab dem Zeitpunkt begann ich, meine Fantasie mit meinen grafischen Kenntnissen und der Fotografie zu verbinden. So fand ich irgendwann meinen eigenen Stil und entschied schließlich Anfang 2014, mich als Fotografin selbstständig zu machen.

Japaniac: So ein Weg ist sicher nicht immer einfach. Mit welchen Schwierigkeiten hattest du zu kämpfen?

engelskuss: Der Weg ins Ungewisse und die richtigen Entscheidungen zu treffen, waren für mich die größten Herausforderungen. „Was will ich? Wo will ich hin? Will ich diesen Weg überhaupt gehen? Wo führt er mich eigentlich hin?“ Meiner Leidenschaft zu folgen, bedeutete für mich, Dinge zu wagen und mutig zu sein. Es war mir wichtiger, mit dem was ich tue glücklich zu sein, als auf sicherem Boden zu stehen und etwas zu tun, wozu ich mich tagtäglich zwingen muss. Leicht war es nicht, aber mit jeder Herausforderung habe ich viel Neues dazugelernt und konnte zusätzlich als Person/Charakter wachsen. Wenn ich jetzt so zurück blicke, bin ich sogar sehr dankbar für jede Erfahrung, die ich auf meinem Weg sammeln durfte. Denn jede „Schwierigkeit“ hat mich letztendlich genau dort hin geführt, wo ich sein musste, um bestimmte Entscheidungen zu fällen, die meinen weiteren Weg beeinflusst haben.

Japaniac: Gibt es etwas, das du aus der Selbstständigkeit gelernt hast und anderen als Tipp oder Erfahrung weiter geben möchtest?

engelskuss: Oh ja! Wer sich entscheidet, seine Leidenschaft als Hauptberuf auszuüben (ob als Grafiker, Fotograf oder Zeichner) sollte sich bewusst machen, dass er von dem was er tut, seine Lebenskosten finanziert. Das bedeutet, dass er manchmal Dinge zeichnen muss, die ihm vielleicht keinen Spaß machen – arbeiten muss, obwohl er gerade überhaupt keine Lust dazu hat oder sogar in einem „kreaTief“ steckt – Preise verlangen muss, die sowohl seine Materialkosten decken, als auch seine Rechnungen etc. Manche können all das – ich nicht. Ich habe gelernt, dass ich, wenn mir der Spaß an der Sache verloren geht, nicht mehr die Leistung erbringe, die ich eigentlich möchte. Eben weil nicht die Freude mein Antrieb ist, sondern das „müssen“. Deswegen habe ich mich damals entschieden, mich als Kleinunternehmerin selbstständig zu machen. Somit hatte ich keinen Druck, etwas verdienen zu müssen, sondern sah meine Aufträge als lockeren Nebenverdienst und hatte immer Spaß an dem, was ich tat.

Japaniac: Neben dem beruflichen Aspekt arbeitest du ja auch an eigenen Werken. Woher beziehst du deine Inspiration?

engelskuss: Eine Sache, die du über mich wissen musst, mein lieber Interviewer: Ich bin ein geborener Kreativling und bezeichne mich selbst oft und gerne als Kreativkopf. Ich schaue ein Stück Holz an und sehe Dinge, die anderen niemals einfallen würden. Wieso? Weil eben SO! Meine Inspiration beziehe ich daher hauptsächlich aus meiner eigenen Welt, meiner Fantasie, meiner Umgebung, aus Melodien und Liedern. Manchmal kommen die Ideen vollkommen spontan, manchmal brauche ich ein paar Skizzenanläufe, dann ergeben sich oft zufällige Endergebnisse.

Japaniac: Was zeichnest du selbst am liebsten? Also von welcher Art sind deine Motive?

engelskuss: Zurzeit zeichne ich am liebsten Chibis – süßes, knuffiges Zeugs! Hauptsächlich Panda-und-ShirinEngel oder Charaktere, die mit Sternen in Verbindung stehen. Und natürlich nicht zu vergessen: meinen Panda. Es macht mir unglaublichen Spaß, meine eigenen Charaktere zu kreieren, allerdings veröffentliche ich sie noch nicht. Die Perfektionistin in mir möchte zuerst besser werden.

Japaniac: Was sind deine Pläne für die Zukunft? Hast du noch einen unerfüllten Traum bezüglich deiner Karriere oder bist du zufrieden so wie es jetzt ist?

engelskuss: Zufrieden? Ja! Man darf stolz auf sich und seinen Entwicklungsweg sein. Aber da ich natürlich wachsen möchte, ist es mein aktueller Wunsch, meinen Zeichenstil zu verbessern und detailreicher zu zeichnen. Ich möchte anderen Menschen mit meinen Zeichnungen einfach eine Freude machen und ihre Augen zum Strahlen bringen können. Mein größter Wunsch wäre es, Illustrationen für ein Kinderbuch zeichnen zu dürfen. Das ist glaube ich meine Top 1 -ganz dicht gefolgt von „irgendwann einen Zeichenstand haben“ und „unsichere Zeichner dazu zu motivieren, an sich zu glauben und ihrem Zeichenwunsch nachzugehen.“ Klingt doch alles recht realistisch, oder? Oder?

Japaniac: Das sind sehr schöne Ziele! Ich wünsche dir, dass du dir alle davon erfüllen wirst. Zum Abschluss noch eine kleine Aufgabe: Beschreibe deinen Stil in 3 Worten.

engelskuss: Niedlich. Verspielt. Schnuffigsüß.

Japaniac: Vielen Dank für das Interview! Ich wünsch dir alles Gute und viel Erfolg für deine weitere Karriere als Zeichnerin.

Dies war nun also das erste, kleine Interview und ich hoffe, dass ich einige von euch auf diese tolle Zeichnerin aufmerksam machen konnte, die ihre Tätigkeiten in Zukunft verfolgen und unterstützen werden.

Schaut doch mal bei „engelskuss“ vorbei

Facebook: facebook.com/omgengelskuss
Homepage: www.engelskuss.at