Akibaferret 01Nach einer langen Pause geht’s endlich weiter mit Interviews diverser Hobby-Zeichner. Heute stelle ich euch den Zeichner „Akibaferret“ vor. Hinter dem Künstler-Pseudonym verbirgt sich der aus Münchendorf (Österreich) kommende 32-jährige Thomas – in der Szene auch als „Ohki“ bekannt. 

Japaniac: Erstmal hallo und danke, dass du dir die Zeit für das Interview genommen hast. Hier auch gleich meine erste Frage: Was waren deine ersten zeichnerischen Gehversuche?
Akibaferret: Hallo! Angefangen zu zeichnen, hab ich damals in der Schule mit selbst ausgedachten Superhelden. Später, als ich dann Anime und Manga entdeckte, waren es meist Charaktere, die Leuten aus meinem engen Freundeskreis nachempfunden waren.

Japaniac: Welche Anime bzw. Manga haben dich denn in dieses Genre gebracht?
Akibaferret: Wenn ich zurückblicke, habe ich eigentlich die in Japan produzierten Serien, die bei uns im Fernsehen liefen (z.B.: Nippon Animation World Masterpiece Theater) am Liebsten gemocht; da wusste ich noch nicht einmal was Anime überhaupt ist. Der erste Manga, der mir in die Hände fiel und über den ich auch das Rückwärtslesen kennengelernt habe, war Dragonball Band 6 eines damaligen Zimmerkollegen. Die ersten Anime die ich mir – damals noch auf VHS – gekauft habe, waren Serien wie Gunsmith Cats, Tenchi Muyo und El Hazard.

Oni Girl Mirin
Oni Girl Mirin

Japaniac: Welche Vorbilder hattest du damals bzw. hast du heute?
Akibaferret: Was den Stil betrifft war natürlich ganz früh Akira Toriyama, der Schöpfer von Dragonball, mein großes Vorbild. Über die Jahre habe ich aber eher Gefallen an den niedlicheren Stilen gefunden, wie beispielsweise die von Kagami Yoshimizu (Lucky Star), Koge Donbo (Di Gi Charat) oder an dem des Doujinshi-Artist „Blade“ (Macademi Wasshoi), welche ich noch immer als Vorbilder betrachte. In den letzten Jahren sind dann noch Akio Watanabe (Bakemonogatari) und HUKE (Steins;Gate) dazugekommen.


Japaniac: Von deinem Profilbild lächelt mir schon die ganze Zeit ein niedliches Wesen entgegen. Dürfen wir mehr über dieses liebliche Geschöpf erfahren?

Akibaferret: Das ist Hibiki. Sie ist ein Frettchen und der Maskottchen-Charakter von Akibaferret. Eigentlich ist SIE Akibaferret. Ihr Name kommt von dem Tokioter Stadtteil Akibahara, welches als das Gelobte Land der Animefans aller Welt bekannt ist und von dem englischen Wort für Frettchen: „ferret“. Ein Frettchen deswegen, weil ich schon immer ein Faible für Kemonomimi Charaktere (menschlich gestaltete Figuren mit Merkmalen von Tieren) hatte und ich Frettchen extrem süß finde.
Noch ein kleines Quiz für die Leser: In Hibikis Design sind ihre drei Lieblingsanime und ein japanisches Filmgenre versteckt, welches sie sehr mag. Könnt ihr alle finden?^^

In Zukunft wird es auch jede Menge Bilder von ihr und ihren „Otaku-Culture-Spielereien“ geben. Dieses Jahr arbeite ich an dem Thema „Bits of my HEART“. Ich schicke Sie durch verschiedene Welten alter und neuer Videogames, die ich besonders mag. So zeigt das rechte Bild Hibiki in dem Spiel Bloodborne.Akibaferret Bits Blood2Japaniac: Wenn du dir alte Zeichnungen ansiehst; worin siehst du deine größten zeichnerischen Veränderungen und Verbesserungen?
Akibaferret: Eines meiner größten Ziele war es schon immer, dass sich meine Bilder vom Gefühl und Eindruck her nicht auf den ersten Blick von japanischen Zeichnungen unterscheiden lassen. Inzwischen habe ich das Gefühl diesem Ziel ein gutes Stück näher gekommen zu sein und mit Akibaferret Ideen umsetzen zu können, wie ich sie mir vorstelle.

Das darf man sich nun aber nicht so vorstellen, dass ich mich von nichtjapanischen Zeichnern abgrenzen will oder so, es ist lediglich ein persönlicher Stil, um meine Zeichnungen in eine bestimmte Richtung zu lenken.

Japaniac: Als Mann in der Szene stellst du ja eine relative Minderheit dar. Macht sich das in irgendeiner Form bemerkbar?
Akibaferret: Wirklich bemerkbar gemacht hat es sich bis jetzt noch nicht. Gibt aber sicherlich ein paar Leute die sich fragen warum der alte Sack fast nur niedliches Zeug zeichnet. *lacht*

Japaniac: Wenn du es schon ansprichst. Was bzw. welche Motive zeichnest du am Liebsten?
Akibaferret: Cute is Justice!!
Japaniac: *muss lachen* Geht es etwas genauer?
Akibaferret: Am liebsten drücke ich mit meinen Bildern aus, was ich an Anime mag. Niedlichkeit und die Fähigkeit jemanden auch mit gezeichneten Figuren emotional zu berühren gehören mitunter zu den wichtigsten Gründen.
Da ich auf Yokai (japanische Dämonen) und die japanische Mythologie generell stehe, arbeite ich an meiner eigenen „Yokai Story“ und deren Charakteren, um anderen dieses Thema näher zu bringen. Fanart zu Charakteren, die ich mag, sind ein super Weg, um sich mit anderen Fans einer Serie auszutauschen und eine Passion zu teilen.

Japaniac: Welche Materialien verwendest du bzw. welche Techniken wendest du an?
Akibaferret: Früher hab ich mit Copic Markern gearbeitet, aber inzwischen bin ich komplett auf digitales Zeichnen umgestiegen. Momentan benutze ich ein Intous4 Grafiktablet von Wacom. Als Programme verwende ich Photoshop und Paint Tool SAI.

Japaniac: Für viele Künstler ist ja das größte Ziel von ihrer Kunst leben zu können. Trifft dies auch auf dich zu oder willst du es bei einem Hobby belassen und verfolgst andere berufliche Ziele?
Akibaferret: Es wär natürlich das beste und schönste Szenario von dem leben zu können, was man leidenschaftlich gerne macht. Ich würde mich aber auch schon freuen, wenn ich als Digital Illustrator hauptberuflich Fuß fassen könnte.

Buttonmotiv: Fanart: Penny aus RWBY
Buttonmotiv: Fanart: Penny aus RWBY

Japaniac: Zum Schluss noch eine Frage, die ich jedem Zeichner stelle, wobei es mehr eine Aufgabe ist: Beschreibe deine Zeichnungen mit 3 Worten.
Akibaferret: Enjoy the Cuteness!

An dieser Stelle möchte ich mich nochmals recht herzlich für das Interview bedanken. Es war wie immer sehr interessant ein wenig hinter die Kulissen eines Zeichners zu blicken und hat mir auch sehr viel Spaß gemacht. Wer mehr über den sympathischen und netten Zeichner Ohki alias Akibaferret erfahren und auf dem laufenden über seine weiteren Projekte sein will, der findet hier sämtliche nötigen Links, die ihm dabei helfen:

facebook: facebook.com/Akibaferret
Blog (englisch): akibaferret.tumblr.com
DeviantArt: ohkikaze.deviantart.com
Mail: akibaferret@gmail.com