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Interview mit David Füleki!

Dem Mangaka von Demon Mind Game!

David Füleki Interview – Teil 5

JPC: Vor allem bei Tokyopop hast du ja noch mehr Kollegen, die Manga zeichnen. Wie wichtig ist dir der Austausch mit diesen?

David: Sehr wichtig. Ich pflege diesen wirklich. Mal am Rande: Ich habe vor ein paar Jahren ein Kollektiv gegründet, dass ich inzwischen die Manga-Workshops nenne. Wir machen so 4, 5, 6 mal pro Jahr ein Treffen, wo wir uns bei jemandem Zuhause verabreden. Die ersten paar Treffen waren dann bei mir in Chemnitz in meiner kleinen Bude. Mittlerweile haben wir zum Glück ein paar Manga-Zeichner, die sogar ganze Häuser haben.

Das wird dann meistens einfach zugemüllt mit Mangaka, auch verlagsübergreifend. Wir haben Amateure, wir haben Profis und versuchen uns dann einfach gegenseitig bei unseren Projekten zu helfen. Teilweise haben wir auch unsere Buchprojekte dabei, die noch in Kinderschuhen stecken, um uns dafür Feedback oder Hilfe zu suchen. Wir assistieren uns zum Teil auch bei Hintergründen. Da gibt es dann auch zum Teil keine Verlagsgrenzen mehr, da wir alle aus dem gleichen letzten Loch pfeifen was das anbelangt und müssen uns alle mal mit der Motivation über Wasser halten.

Wir helfen uns also nicht nur bei Geschichten und den Zeichnungen, sondern auch was Lebensfragen angeht. Das fängt bei Steuererklärungen an und zieht sich bis hin zu Social-Media und Patreon. Aber auch ein Austausch auf menschlicher Basis erfolgt. Schließlich sind wir alle nur Menschen und wollen mal in den Arm genommen werden. Vor allem für uns Manga-Zeichner ist es sozial echt schwierig, weil du den Großteil nur alleine zuhause am Schreibtisch sitzt und zeichnest.

Ich merke da auch immer wie dankbar die Leute sind, wenn mal eine Einladung zu einem Workshop kommt und sie mal wieder rauskommen. Conventions sind auch nicht schlecht, aber sind nun mal nicht das echte Leben. In Zukunft wird es dann vermutlich eher mehr Manga-Workshops und weniger Conventions geben. Gerade für die überarbeiteten Kollegen, inklusive mir. Man braucht diesen sozialen Anker einfach. Weil Kollegen unter sich besser funktionieren, als die Ebene mit dem Redakteur. Deswegen hat mir der Manga Bakuman so gefallen. Solltet ihr selbst zeichnen, empfehle ich euch Kollektive zu gründen und nicht alleine zu zeichnen.

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Ich hab mich auch in Japan mit ein paar Leuten unterhalten und die haben eben an ihren Unis und Schulen ihre Zirkel, was dieselbe Idee ist.

JPC: Vielen Dank für das Interview! Hast du zum Abschluss noch ein paar Worte an deinen Fans?

David: Abonniert mich mal auf Instagram. Spaß. Ich hoffe, dass die Leute, die von mir in den letzten Jahren eher das trash-/comedy-/satire-Manga gewohnt waren, die noch nicht in Demon Mind Game gelesen haben, dem Manga dennoch mal eine Chance geben.

Und das alle, die nur Demon Mind Game kennen, vielleicht auch mal einen Blick auf vorherige Werke von mir werfen. Darüber würde ich mich riesig freuen.

Ich versuche sehr viel Transparenz in meine Arbeit zu bringen. Ich versuche sehr viel Work-in-Progress Arbeit zu zeigen und vor allem Instagram und allgemein den Social-Media-Kram etwas mehr zu bedienen. Ich freue mich auf regen Austausch. Vor allem viele Nachwuchs-Zeichner nutzen das, um mit mir in Kontakt zu treten und sich Tipps zu holen. Ich bin da gerne bereit Antworten zu geben, auch ganz unironisch.

Ist natürlich nicht nur Instagram-Werbung, sondern mir liegt viel daran, dass sich auch die Szene entwickelt und ich dazu was beitragen kann. Es freut mich sehr, dass es auch so Multiplikatoren gibt wie euch in der Szene, die das Thema Manga noch etwas mehr streuen. Auch so Rezensionsblogger und so weiter ist in meinen Augen der nächste Schritt für den deutschen Markt.

JPC: Dann war es das auch schon, wir sind am Ende angelangt! Wir bedanken uns herzlich für deine Zeit und das tolle Interview. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht!

Wir wünschen David noch alles Gute für seine weitere Zukunft und freuen uns über diese tolle Gelegenheit, uns mit ihm zu unterhalten!

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2000

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