Dass nicht nur jüngere Menschen unter Hikikomori leiden, enthüllte jetzt eine neue Studie. Insbesondere die 40-60 Jährigen seien dabei betroffen, so das japanische Wohlfahrtsministerium.

Hikikomori , was übersetzt so viel wie „drinnen bleiben“ oder auch „gesellschaftlicher Rückzug“ bedeutet, schien bisher eher unter Teenagern oder Mitzwanzigern (insbesondere jungen Männern) ein Problem zu sein. Häufig stellt sich dabei die soziale Isolation als Folge von Überarbeitung ein. Aber auch der Druck, den Anforderungen der Gesellschaft bezüglich Verhalten oder Erscheinungsbild gerecht zu werden, wird für viele zum unüberwindbaren Hindernis.

Studie mit überraschenden Ergebnissen

Eine von der Regierung im Dezember durchgeführte Studie zeigte nun aber völlig Unerwartetes. Dabei enthüllten die 5000 Haushalte (mit mindestens einem Mitglied im oben genannten Alter) bei der Untersuchung bisher ungeahnte Tatsachen. Nicht nur junge Männer, sondern insbesondere Menschen zwischen 40 und 60 sind betroffen. Sie arbeiten nicht und leben völlig von der Gesellschaft zurückgezogen seit mindestens sechs aufeinanderfolgenden Monaten. Es handelt sich dabei um circa 613.000 Einwohner! Bei den jüngeren Bürgern sind es „nur“ circa 541.000, die sich zuhause einschließen und höchstens noch den Kontakt zu ihren Verwandten halten, wenn überhaupt. Der Männeranteil der Hikikomoribetroffenen unter den 40-60 jährigen liegt zu Folge der Studie jedoch mit über 70 % immer noch höher als bei gleichaltrigen Frauen.

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Fast die Hälfte der befragten Personen lebt schon seit mindestens sieben Jahren in diesem Zustand. Oft nahm das Ganze aber auch schon mit Mitte 20 seinen Lauf, zu Zeiten als es schwierig war überhaupt einen Job zu finden oder zu halten. Auch ein Stellenverlust im höheren Alter oder Krankheit führen häufig zur sozialen Isolation. Nicht selten besteht dabei eine finanziele Abhängikeit von den Eltern. Und nicht selten steht der von Hikkikomori Betroffene plötzlich ohne jegliche Hilfe da, wenn beide Elternteile versterben, ohne etwas zu hinterlassen. Auch wenn es schon spezielle Hilfsangebote und Gruppen für Betroffene gibt, ist dies leider nicht der Regelfall. Aufgrund der steigenden Zahlen plant das Gesundheitsministerium jedoch, mehr Gelder in die Unterstützung von sozial isolierten Menschen zu investieren oder auch geeignete Jobs zur Wiedereingliederung zu schaffen

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Benjamin Arne Zentner
Gast
Benjamin Arne Zentner

Anderes wort für depressionen? Bild spricht bände. Kein bock auf click baid bla