Höflichkeit made in Japan

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Japan ist bekanntlich das Land der Höflichkeit und der Formalitäten. Oft unterscheidet sich das Verständnis von Höflichkeit in Japan aber stark von dem in Deutschland. Um nicht ins Fettnäpfchen zu treten, sind hier einige Verhaltenstipps.

Begrüßung

Die Begrüßung hat in Japan einen höheren Stellenwert als in Deutschland. Allerdings gibt man sich dabei nicht die Hand, sondern verbeugt sich vor dem Gegenüber. Der Grad der Verbeugung symbolisiert dabei, wie viel Höflichkeit man dem anderen entgegen bringen will oder sollte. Bei Ausländern sind die Regeln dennoch nicht derart streng und ein kurzes Nicken statt der Verbeugung wird ebenfalls akzeptiert.

Nein sagen

Es existiert zwar im Japanischen ein Wort, das Nein“ bedeutet, allerdings hört man es kaum. Es gilt als unhöflich, direkt Nein zu sagen oder direkt Kritik auszudrücken. Um etwas abzulehnen, beschreiben die Japaner eher, mit welchen Schwierigkeiten es verbunden ist oder warum es nicht möglich sein könnte.

Geschenke

Gastgeschenke gehören in Japan zum guten Ton. Diese sollten nicht zu wertvoll sein, um den Gastgeber nicht in Verlegenheit zu bringen, allerdings auch nicht zu billig. Eine sorgfältige und ordentliche Verpackung ist wichtig, dabei sollte das Geschenkpapier weder schwarz noch weiß sein. Am besten, man lässt das Geschenk direkt im Laden einpacken. Bei Blumensträußen sollten keine weißen Blumen Teil des Bouquets sein, denn die werden mit Beerdigungen assoziiert. Generell gilt es als unhöflich, die Geschenke im Beisein des Schenkenden zu öffnen.

Betreten eines Wohnhauses oder Tempels

Beim Betreten eines Wohnhauses müssen die Schuhe immer ausgezogen werden, auch, wenn das bedeutet, dass man dann barfuß läuft. Betritt man einen Tempel, stehen meistens Hausschuhe am Eingang, damit man die Straßenschuhe nicht im Tempel trägt. Oft ist es dann noch üblich, nicht dieselben Hausschuhe für den Toilettenbesuch zu benutzen, mit denen man gerade im Tempel war. Im Eingangsbereich stehen dann weitere Hausschuhe. Dies gilt auch für den Toilettenbesuch im Restaurant und teilweise sogar in Privatwohnungen.

Nase putzen

Sich in der Öffentlichkeit die Nase zu putzen gilt als unhöflich. Entweder, man tut dies sehr unauffällig und leise und wendet sich ab, oder, was üblicher ist, man zieht es hoch. Das hier unhöfliche „Nasehochziehen“ ist in Japan weitaus schicklicher als das Putzen.

In der Öffentlichkeit essen und rauchen

In öffentlichen Verkehrsmitteln oder durch die Stadt laufend zu essen, ist in Japan verpönt.  Ebenso verhält es sich mit dem Rauchen. Im Gehen zu rauchen gilt als unhöflich. Es gibt spezielle Raucherzonen, in denen man sich zum Rauchen kurz aufhalten kann.

Stäbchen benutzen

Benutzt man im Restaurant Stäbchen, sollte man mit ihnen nicht wild in der Luft herumwedelnd gestikulieren und sie auf keinen Fall senkrecht in die Reisschüssel stecken, denn dies ist ein Beerdigungsbrauch. Isst man Nigiri-Sushi, sollte man immer den Teil mit dem Fisch in die Soße eintauchen, nicht den mit dem Reis, um die Soße nicht zu verunreinigen.

Trinkgeld

Exzellenter Service wird in Japan als selbstverständlich angesehen. Daher wird kein Trinkgeld gegeben, geschweige denn angenommen.

Insgesamt kann man aber sagen, dass die Anwendung dieser Verhaltensregeln nicht unbedingt von Ausländern erwartet wird, kleinere Fehler werden also verziehen.

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