Der deutsche Mangamarkt erhält regelmäßig neuen Nachschub aus Japan. Doch hin und wieder erscheinen auch Neuerscheinungen von längst vergessenen Werke. Zwei davon erscheinen bald in Deutschland.

Die Geschichte sollte niemals vergessen werden. Mit den beiden Manga Auf in den Heldentod! und Hitler erinnert Autor Shigeru Mizuki (Autor von GeGeGe no Kitarō) an die grausamen Geschehnisse der damaligen Zeit.

Der Verlag Reprodukt erweitert nun sein Graphic Novel-Programm mit den zwei japanischen Werken. Beide Werke erscheinen voraussichtlich am 31. März diesen Jahres im Format von 14,8 × 21 cm in hochwertiger Klappenbroschur.

Damit erwartet den deutschen Leser eine besondere Erfahrung. So beschreibt der Zeichner Hitlers Geschichte bis zu seinem Selbstmord 1945 und befasst sich mit der Person hinter dem Monster. Zusätzlich berichtet er in Auf in den Heldentod! von eigenen Erlebnissen.

Handlung von Auf in den Heldentod!

Ende 1943 landen 500 Soldaten der Kaiserlichen Japanischen Armee auf der südpazifischen Insel Neubritannien, darunter zahlreiche Rekruten ohne kämpferische Ausbildung, die der Willkür ihrer Vorgesetzten ausgeliefert sind und mit Hunger, Malaria und den Gefahren des Dschungels zu kämpfen haben. Als die Amerikaner auf der Insel einfallen, bleiben den unterlegenen Japanern kaum noch Möglichkeiten, ihre Stellungen zu verteidigen. Einer nach dem anderen fällt, und wer noch lebt, muss den Heldentod für Kaiser und Vaterland sterben – und sei es durch Selbstmord.

Shigeru Mizukis größtenteils autobiografischer Comic „Auf in den Heldentod!“ verknüpft mit seinen cartoonhaften Figuren vor hochrealistischem Hintergrund Humor und Horror. Ein Meisterwerk über das Elend und die Sinnlosigkeit des Krieges. (Reprodukt © 2019.)

Handlung von Hitler

Hitler Graphic Novel
GEKIGA HITLER © 1990 Shigeru Mizuki by Chikumashobo Ltd., Tokyo / Reprodukt © 2019.

Nachdem sein Traum von einer Karriere als Kunstmaler geplatzt ist, verliert der scheue, aber zu Größenwahn neigende junge Hitler jeglichen Willen zu arbeiten. Er lebt in Wiener Obdachlosenunterkünften und liest sich im Selbststudium seine Weltanschauung an, ein krudes Potpourri aus Thesen obskurer Welterklärer und Rassentheoretiker. Kaum zehn Jahre später ist der soziopathische Postkartenmaler Führer der NSDAP, weitere zehn Jahre später deutscher Reichskanzler. Der Rest ist grausame Geschichte. (Reprodukt © 2019.)

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Über den Autoren Shigeru Mizuki

Shigeru Mizuki gilt als einer der ersten japanischen Zeichner, der Manga für eine erwachsene Leserschaft geschrieben und gezeichnet hat. Geboren 1922, haben ihn vor allem die Kriegsjahre geprägt, in denen er im Dienst der Kaiserlichen Japanischen Armee in Papua-Neuguinea kämpfte und bei einem Luftangriff der Alliierten seinen linken Arm verlor.

Zurück in Japan zeichnete er ab 1959 die ersten Geschichten um die Figur des einäugigen Waisenjungen Kitarō, der sich in der Welt der Yōkai – Monster und Geister aus japanischen Legenden – bewegt und der zu seiner populärsten Schöpfung wurde. Über die Jahrzehnte wurde er wieder und wieder in Zeichentrickserien und Realfilmen zum Leben erweckt.

Neben seiner Faszination für die Welt des Übernatürlichen hat Shigeru Mizuki – nach seinen Erlebnissen von 1943 bis 1945 – zeitlebens auch an historischen Stoffen gearbeitet. So erzählt er auf 2.000 Seiten die Geschichte der Shōwa-Zeit, legt eine Biografie von Adolf Hitler vor und beschreibt in „Auf in den Heldentod!“, basierend auf eigenen Erfahrungen, von japanischen Soldaten, die in Neubritannien zum Selbstmord genötigt werden.

In „Non Non Ba“ berichtet er von der eigenen Kindheit an der Seite einer alten Frau aus seinem Dorf, die ihm die Geschichten der Yōkai erzählt, die Shigeru Mizuki bis an sein Lebensende an seine LeserInnen weiterreicht und somit dazu beiträgt, eine japanische Tradition aufrechtzuerhalten.

Vielfach ausgezeichnet ist Shigeru Mizuki am 30. November 2015 im Alter von 93 Jahren in Tokio verstorben. (Reprodukt © 2019.)

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Charlene Haase
Gast
Charlene Haase

Lol! Dann bin ich aber gespannt :D