Wir haben uns gefragt, ob und wann Manga ihr Urheberrecht verwirken und kostenlos für die Öffentlichkeit zugänglich werden. Auf diese Frage und noch mehr möchten wir an dieser Stelle eingehen.

Erst durch den Mangaka Shūhō Satō habe ich mir erstmals die Frage nach dem Urheberrecht bei Manga gestellt. Denn Herr Satō hat eines seiner Werke freiwillig vom Urheberrecht befreit, sodass es jeder, wie auch immer er will, verwenden kann. Bei diesem Werk handelt es sich um die Serie Say Hello to Black Jack aus dem Jahre 2002. Somit ist es auch uns erlaubt eine Seite aus dem Originalmanga ohne Angabe des Verfassers etc. hier abzubilden:

Hello Black Jack Manga

Den kompletten Manga kannst du auf MangaonWeb auf Japanisch lesen. Man muss dazu sagen, dass Herr Satō noch weitere Werke hat, die er nicht freigeben wollte, sodass er auch weiterhin mit denen Geld verdient. Dennoch eine noble Geste, da unsere Recherche keinen ähnlichen Fall ergeben hat. Übrigens basiert Name der Manga nicht auf dem berühmten Glücksspiel Black Jack, wie es bei William Hill und Co. angeboten wird, sondern auf einer Handlung rund um Krankheitsfälle im Krankenhaus.

Das Urheberrecht in Japan

Das Urheberrecht in Japan ist tatsächlich dem westlicher Staaten sehr ähnlich. Dies liegt an der Bern31er Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst, an der 1886 diverse Nationen, unter anderem Japan, teilgenommen und das Urheberrecht übernommen haben. Seitdem gilt, dass Werke bis zu 50 Jahre nach dem Tod des Verfassers urheberrechtlich geschützt sind. Nach dieser Rechnung dürfte es aktuell schon einige Manga aus der Vorkriegszeit geben, die man kostenlos lesen darf.

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Doch hier macht das Handelsabkommen Transpazifische Partnerschaft (kurz: TPP) einen Strich durch die Rechnung, denn das Abkommen hat auch das Urheberrecht in den teilnehmenden Ländern reformiert und mehr Vorteile für Unternehmen geschaffen. So dauert es seit 2018 70 Jahre, bis das Urheberrecht nach dem Tod des Verfassers erlischt. Alle Manga, die somit in den letzten 20 Jahren lizenzfrei wurden, sind je nach Todestag des Verfassers zurück in den Urheberrechtsschutz gekommen.

Auch Anime sind von dieser Regelung betroffen, sodass erst in ein paar Jahrzehnten die ersten modernen Anime ohne Urheberschutz zu sehen sein werden. Und selbst dann kann der Verlag/Publisher kurz vor Ablauf das Werk erneut herausbringen und somit die Frist verlängern.

Unser Fazit

Leider sieht es nicht gut aus für jene, die Manga frei verwenden wollen. Der Fall Shūhō Satō scheint ein Einzelfall zu sein und auch die neueste Reform im japanischen Urheberrecht sorgt eher für den Erhalt des Urheberschutzes von Manga.

Sofern sich nicht mehr Mangaka entschließen, ihre Werke kostenlos zur Verfügung zu stellen, wird es beim Status Quo bleiben. Doch das Internet sorgt dafür, dass angehende Mangaka ihre Werke auf Plattformen wie der eben erwähnten MangaonWeb hochladen und kostenfrei zum Lesen anbieten, um so eine gewisse Leserschaft zu versammeln.

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