Am 11. März 2011 ereignete sich eine große Katastrophe in Japan. Eines der stärksten Erdbeben, welches jemals in der Nähe Japans gemessen wurde, verursachte einen Tsunami. Diese gigantische Welle spülte Häuser und Autos weg.

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© VOA – S. L. Herman

Dieser Tsunami traf auf ein Atomkraftwerk in Fukushima. Da das Erbeben zuvor die Stromversorgung verhindert hatte, wurde das Atomkraftwerk mit einer Notstromversorgung betrieben. Diese wurde vom Tsunami zerstört. Die Kühlung funktionierte nicht mehr – eine Menge radioaktiver Stoffe wurden freigesetzt.

Damals hatte dies nationale als auch internationale Folgen. Nahrung aus dem Bereich Fukushima durfte nicht gegessen werden, da diese verstrahlt war. Aus Flüssen in Japan sollte nicht mehr getrunken werden. 160.000 Leute wurden evakuiert. Viele Länder fragten sich, ob sie Atomkraftwerke schneller als geplant mit erneuerbaren Energien auswechseln sollten, da man so eine Katastrophe verhindern wollte.

Gerichtsprozesse

Drei verschiedene Manager der Firma Tepco, welche der Kraftwerkbetreiber ist, wurden wegen beruflicher Fahrlässigkeit mit Todesfolge von der japanische Staatsanwaltschaft angeklagt. Ihnen wurde vorgeworfen, dass sie keine Schutzmaßnahmen trafen. Dies bejahten sie, aber unter dem Aspekt, dass die Schutzmaßnahmen keine Wirkung gehabt hätten. Schließlich hätte man nicht wissen können, dass der Tsunami so groß werden würde. Also plädierten alle drei auf unschuldig. Sie wurden daraufhin freigesprochen.

Wie sieht Fukushima heute aus?

Nach 9 Jahren sieht Fukushima schon anders aus. Inzwischen dürfen Leute wieder dort leben. Auch wenn viele verunsichert sind, so ist es durchaus möglich. Langsam soll alles wieder aufgebaut werden. Viele Touristen werden von Fukushima angezogen. Da Japan 2020 Gastgeber der olympischen Spiele ist, zeigen sie sich von einer selbstsicheren und selbstbewussten Seite.

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Jedoch gibt es Stimmen, welche meinen, dass Japan dieses Problem stark vereinfache. So ist Kazue Suzuki von Greenpeace der Meinung, dass die japanische Regierung Strahlenwerte positiv verändert haben solle. Untersuchungen seitens Greenpeace ergaben, dass gewisse Strahlenwerte fünf bis 100-mal über den international empfohlenen Werten liegen. Dies ist ein erhebliches Risiko für alle Personen, die dort leben.

Workers Are Seen Next To The No.4 Reactor At Tepco's Tsunami Crippled Fukushima Daiichi Nuclear Power Plant In Fukushima Prefecture
©Flickr/JAPAN-FUKUSHIMA

Ein weiteres Problem ist die Arbeitslage. Viele Arbeiter bekommen kaum einen Strahlenschutz und werden schlecht bezahlt. Fischer haben es schwer, da aufgrund des kontaminierten Wassers wenige Fischer noch am Meer leben. Vergleichsweise werden 87 % weniger Fische gefangen.

Krebserkrankung in Fukushima ist aufgrund der Strahlung gewöhnlicher als in anderen Gebieten Japans. Als Beispiel müssen Frauen, die dort groß geworden sind, mit einem fast 4 % höheren Risiko leben, Krebs zu entwickeln.

Viele Bürger wollen verständlicherweise eine Energiewende. Jedoch hat Tepco vor, ein abgeschaltetes Kraftwerk wieder anzuwerfen. Sie haben finanzielle Schwierigkeiten und hoffen, dass das „Anschalten“ eines Kraftwerkes ihnen finanziell zu Gute kommt. Tepco meint, dass das Atomkraftwerk sicherer gemacht würde. Zum Beispiel werden Filter installiert, welche das Verbreiten von radioaktiven Stoffen verringern. Die meisten Bewohner sind trotzdem erschüttert. Sie halten nichts mehr von Atomkraft.

Wie wir sehen, sind viele Probleme nicht gelöst. Jedoch bessert sich tatsächlich die Lage von Tag zu Tag. Falls ihr den Betroffenen etwas spenden wollt, könnt ihr dies hier machen.

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