Wir alle haben sie schon irgendwo gesehen. Schillernde, bunte und faszinierende Kostüme in allen Ausführungen, die man sich nur irgendwie denken kann. Endlich kann man hautnah sein Kindheitsidol betrachten, den liebsten Fiesling einer Serie oder sein Lieblingscharakter aus einem Spiel oder Anime. Es scheint alles möglich zu sein!

Doch wer steckt dahinter? Wer arbeitet so hart, um eine Figur nahezu 100% zu verkörpern? Und welche Arbeit steckt überhaupt dahinter? Nur ein Hobby? Oder Leidenschaft? Wie sieht es hinter den Kulissen aus? Lasst es uns herausfinden! 

Wir haben dazu Rubyrelle von Rubyrelle Cosplay zu diesem Thema befragt und ein Interview geführt. Was sie euch zum Thema Cosplay erzählen kann, erfahrt ihr hier! 

Japaniac: Hallo Rubyrelle! Nun, für den Anfang: Was sollte man alles über dich wissen?

Rubyrelle: Ich cosplaye seit 2007, habe also nächstes Jahr mein 10 jähriges Cosplay-Jubiläum. Mein erstes, richtiges Cos hatte ich damals auf der Connichi an, das war eine Mage aus Flyff. Ich komme aus Schleswig-Holstein, aus einem kleinen Dorf genau an der Grenze zu Hamburg.

Japaniac: Das ist ja schon echt eine lange Zeit! Wie bist du zum Cosplay gekommen? Was hat dich inspiriert zu sagen „Ja das ist es, sowas will ich auch machen!?“

Rubyrelle: Seit ich als kleines Kind damals Sailor Moon auf ZDF gesehen habe, war ich von Mangas/Animes fasziniert. So wollte ich mit Freunden auch 2006 auf meine erste Con, welche auch die Connichi war.

Ich kannte Cosplay zwar schon aus dem Internet und fand es auch sehr hübsch, konnte aber selber noch nicht so viel damit anfangen. Auf der Con sah ich dann zum ersten mal Cosplayer live und ich fand sie so faszinierend, dass ich am liebsten selber gleich ein Cos gehabt hätte.

Zu Hause hab ich mich dann selber daran versucht und meine ersten „Cosplays“, die man noch nicht wirklich so nennen konnte, genäht. War damals alles noch recht experimentell. Mein erstes, für mich „richtiges“ Cosplay, konnte ich dann ein Jahr später endlich tragen.

Japaniac: Welches war das und wieso? Wie gehst du jetzt vor, wenn du an einem neuen Cosplay arbeitest?

Rubyrelle: Mein erstes Cosplay war eine Mage aus Flyff. Wenn ich ein neues Cosplay planen, dann versuche ich erstmal so viele Detailbilder zu finden wie möglich, damit ich das Cosplay dann auch so originalgetreu wie möglich umsetzen kann.

Dann geht es weiter damit, die passenden Stoffe, Accessoires und Materialien zu finden, bis ich dann schließlich dazu übergehe, ein Schnittmuster anzufertigen und endlich anfangen kann mit dem Nähen und Basteln.

Japaniac: Hast du dir alles selbst genäht und gebastelt? Wenn ja, konntest du das alles schon oder musstest du dir diese „Bastelskills“ selbst aneignen? Und wie lange dauert es bei dir im Normalfall, bis ein Cosplay dann fertig ist?

Rubyrelle: Ich nähe mein Kostüme fast alle selber, von insgesamt ca. 90 Cosplays habe ich bisher nur 3 gekauft, der Rest ist von mir selber gefertigt.

Die Grundlagen des Nähens habe ich von meiner Oma gelernt, aber das meiste habe ich mir über die Jahre selber beigebracht. Je aufwändiger ein Cosplay ist, desto länger brauche ich. Einfache schaffe ich schon in 5–7 Tagen, für sehr aufwändige brauche ich aber schon mal bis zu 4 Monate.

Japaniac: 90 Stück? Ich bin beeindruckt! Da kannst du echt stolz drauf sein! Gibt es etwas, was Cosplay über dich aussagt?

Rubyrelle: Danke! Schwierige Frage …  Vielleicht sagt es über mich aus, dass ich gerne schauspiele, aber eben auch das Kreative daran sehr gerne auslebe. Ich bewundere Handarbeiten und Kreativität. Ebenso sagt es vielleicht über mich aus, dass ich auch gerne mal träume, einmal kurz der Lieblingscharakter aus der Kindheit selber zu sein.

Am häufigsten mache ich Charaktere, die ich sehr mag, die mir ähneln oder die ich bewundere, aber ich cosse auch Charaktere, die ich eigentlich nicht mag, aber unbedingt mal für einen Tag schauspielerisch umsetzen mag. Es ist wie eine Art Herausforderung, einen Charakter auch gut umzusetzen, mit dem man sich eigentlich nicht identifizieren kann.

Für mich ist es auch einfach, mal was anderes zu machen als im Alltag, einfach mal abschalten. Manche fahren Fahrrad, manche lesen dann, ich nähe halt ein neues Kostüm oder besuche am Wochenende ein Event, wo ich dieses dann tragen kann.

Japaniac: Wie oft kommt es denn zu Events? Und wie weit bist du bereit dafür zu reisen?

Rubyrelle: Es sind ca. 6–8 pro Jahr, die meisten davon in Deutschland, aber ich war auch schon in England, Dänemark und den Niederlanden. Nächstes Jahr geht es dann nach Frankreich zu der JapanExpo.

Ich hoffe auch in den nächsten Jahren mehr internationale Cons besuchen zu können, u.a. auch in Amerika und Asien.

Japaniac: Dann wünsche ich dir mit diesem Vorsatz ganz viel Glück und Erfolg! Nun zur letzten Frage, wie würdest du deinen Cosplaystil in einem Satz zusammenfassen?

Rubyrelle: Das ist schwierig, ich glaube einen direkten Stil habe ich da nicht. Ich würde es wohl am ehesten als eine bunte Mischung beschreiben.

Japaniac: Ich bedanke mich für dieses tolle Interview mit dir, es hat mir unheimlich Spaß gemacht! 

Somit haben wir nun ein wenig mehr darüber erfahren, wie es hinter einem Cosplay aussieht! Ich für meinen Teil bin sehr beeindruckt, wie viel ein einzelner Mensch an Zeit und Arbeit aufbringen kann, um so etwas Tolles hervorbringen zu können. 

Wir wünschen Rubyrelle auf jeden Fall viel Glück und Erfolg für ihre weiteren Cosplays und hoffen, dass ihre Reiseziele ebenso erfüllt werden!

Mein Name ist Katharina, und ich schreibe für gewöhnlich Manga-Rezensionen. Derzeit mache ich eine Ausbildung in einer Stadtbibliothek. Mangas haben mich immer fasziniert, in meiner Kindheit bis hin zu meinem Beruf. Sie brachten mir immer Magie, Faszination und großen Diskussionsstoff mit meiner besten Freundin. Neben den Mangas bin ich Instantnudel- und Espressovernichter mit Leidenschaft, ich zeichne gerne aber verbringe auch mal gern einen Nachmittag nur mit Serien.