Die Japan Expo’16 – Ein französischer Alptraum?

Die Japan Expo liegt schon einige Wochen zurück, jedoch kamen wir durch den Schock durch die Convention erst jetzt dazu darüber zu schreiben. Warum wir geschockt waren? Das erfährst du weiter unten …

Die Japan Expo 2016 fand vom 7. bis 10. Juli statt mit Standort in Paris. Gemietet wurde hier mal wieder das Paris-Nord Villepinte Exhibition Center. Soweit so gut! Wir flogen also zum Pariser Flughafen und checkten in ein Ibis-Hotel in der Nähe des Flughafens ein, sodass wir nur 2 Bahnhaltestellen bis zum Exhibition Center hatten. Die Rezeptionistin des Hotels war sogar leidenschaftliche Cosplayerin, was die Begrüßung versüßte.

Aber was lief dann so schief, dass man einen Schock bekommt? Ein erster Mini-Schock war allein schon der Bahnpreis für die beiden Haltestellen. Denn, was kein Tourist weiß, wer zwischen Exhibition Center und Flughafen einquartiert ist, muss ganze 9€ für die zwei Haltestellen zahlen. Das nennt sich wohl Touristenaufschlag. Ab Exhibition Center Richtung Pariser Innenstadt kostet das Ticket kaum mehr als 2€. Das verdirbt einem schon den Aufenthalt.

Nun zur Japan Expo: Mit knapp 250.000 Besuchern jährlich gilt die 4-tägige Convention als zweitgrößte Japan-bezogene Messe der Welt. Mit Besuchern aus verschiedenen Ländern ist sie sogar international. Doch das merkt man der Japan Expo nicht an. Denn nun beginnt der Schock! Wer ab der Mittelstufe nicht Französisch belegt hat, kommt auf der Japan Expo nicht weit. Überall gibt es nur französische Ausschilderungen. Die Wettbewerbe, Plakate etc. sind auch nur auf Französisch, sodass sich Ausländer auf dieser „internationalen“ Convention etwas fehl am Platz vorkommen.

Autogramm vom Fairy Tail-Mangaka

An sich war die Expo ja sehr interessant im Vergleich zu deutschen Conventions. Allein die Größe beeindruckt. Der Fairy Tail-Mangaka Hiro Mashima war vor Ort und gab Autogramme. Eine J-Pop-Band gab tagelang Auftritte und die Messestände der Publisher wirken dort überdimensioniert und besser gestaltet. Alles in allem wäre es eine tolle Convention, die ich jedem deutschen Japanfan empfehlen würde …

Auch das Angebot an Merchandise war dort vielfältiger und bei uns unbekannte Marken waren dort vertreten. Doch immer mit dem faden Beigeschmack der französischen Sprache. Wir mussten extra einen Übersetzer mitbringen, um uns überhaupt einen richtigen Eindruck verschaffen zu können. Denn selbst die Mitarbeiter der Food-Stände verstanden kein bisschen Englisch. Da musste man eben „un boisson“ Cola, also ein Getränk Cola bestellen. Das Klischee der nicht englischsprechenden Franzosen traf auf der Convention zu 95% zu!

Jetzt denkt sich der eine oder andere vielleicht, das ist eben eine Convention in Paris. Da muss man sich drauf einstellen. Doch wenn selbst die offizielle Website der Japan Expo auf Englisch vorhanden ist, dann sollte man die Sprache auch vor Ort anbieten. Nicht mal die Sicherheitshinweise zum Thema Terror waren überall auf Englisch, was einfach wichtig ist. Frankreich wurde mehrmals von Terror erwischt und überall wurde die Sicherheit erhöht. Fremdsprachige Gäste werden da außer Acht gelassen~

Alles in allem hier unsere Tipps: Sprichst du gebrochen oder fließend Französisch? Dann geh zur Japan Expo. Du wirst deinen Spaß haben! Achte aber darauf, ein Hotel innerhalb Paris vor der Haltestelle Parc des Exhibition zu holen, sonst werden die Fahren teuer! Und besuche den Louvré! Das Museum ist einzigartig und genial. (Besonders die Statue, die augenscheinlich ein Selfie macht^^)

Warst du schon mal auf der Japan Expo? Wie waren deine Erfahrungen mit der größten Japan-Messe Europas?

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Ehemals studierte ich Japanologie und Sinologie in Frankfurt. Mittlerweile bin ich im (Online-)Marketing international aktiv und leite den Japan-Bereich der EpicCon (epiccon.de). Japaniac startete als Hobby, um meine Zuneigung zur japanischen Kultur auszuleben. Dabei werde ich von Gleichgesinnten unterstützt!

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SoraHoshino
Gast
SoraHoshino

Der Artikel bestand etwa 70% aus „hier spricht man nur Französisch…“ Klar, Sicherheitsregeln zum Thema Terror sollten nicht nur auf Englisch stehen und international ist auch was anderes, aber ist das wirklich das Einzige, was man dort erlebt hat? Da waren bestimmt noch gute Sachen dabei. In Frankreich gibt’s auch mehr zu bieten (was die „Otaku-Kultur betrifft) als in Deutschland, das muss man schon sagen. XD
Das nächste Mal fahre ich dahin und werde mich selbst davon überzeugen lassen. Mit Französisch-Skills sollte das ja kein Thema sein. ;3